Brauner eröffnet betreutes Wohnhaus für Frauen

Wiener Hilfswerk bietet individuelle psychosoziale Betreuung speziell für wohnungslose Frauen

Wien (OTS) - In der Bürgerspitalgasse im 6. Wiener Bezirk eröffnete heute, Montag, ein sozial betreutes Wohnhaus speziell für wohnungslose Frauen. Das ehemalige StudentInnenheim bietet 34 Frauen ein neues Zuhause. Die Bewohnerinnen leben in Kleinwohnungen und werden von Mitarbeiterinnen des Wiener Hilfswerks betreut. In enger Kooperation mit den Psychosozialen Diensten Wien wird besonderes Augenmerk auf eine verstärkte psychologische und psychiatrische Betreuung gelegt. Die Errichtungs- bzw. Adaptierungskosten in Höhe von 200.000 Euro wurden vom Wiener Hilfswerk finanziert, die Stadt Wien zahlt den laufenden Betrieb.****

"Das Haus Bürgerspitalgasse soll jenen wohnungslosen Frauen ein dauerhaftes betreutes Zuhause bieten, die derzeit nicht in der Lage sind, für sich selbst den Alltag in einer Wohnung zu organisieren. Oberstes Ziel dabei ist, die Frauen bestmöglich dabei zu unterstützen wieder ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben führen zu können", so Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag.a Renate Brauner im Rahmen der Eröffnung der Einrichtung.

"Wir bieten den Bewohnerinnen ganzheitliche Lösungsansätze zur Bewältigung ihrer Probleme: sowohl durch unser professionelles Betreuerinnen-Team im Haus selbst als auch mittels Einbindung in die Gruppen und Veranstaltungen des Nachbarschaftszentrums. Damit setzt das Wiener Hilfswerk seine lange Tradition, Mehrwert durch Integration in das Gemeinwesen zu schaffen, fort", betonte Dir. Dr. Ursula Weber-Hejtmanek, Geschäftsführerin des Wiener Hilfswerks.

An der Feier nahm auch die Bezirksvorsteherin von Mariahilf, Renate Kaufmann, teil.

Professionelles Team begleitet die Frauen

Rund um Hausleiterin Mag. DGKS Michèle Steurer steht ein multiprofessionelles Team von fünf Frauen für die Betreuung, Begleitung und Beratung der Bewohnerinnen zur Verfügung. Während SozialarbeiterInnen und PsychologInnen die Frauen individuell begleiten und unterstützen, kümmern sich Wohnbetreuerinnen gemeinsam mit den Bewohnerinnen um die Erledigung der notwendigen haushaltsunterstützenden Maßnahmen wie Wäsche waschen, Reinigungsarbeiten, Einkäufe, Zubereitung der Mahlzeiten etc. Die Tagesstruktur wird mit gemeinsamen Aktivitäten wie Kochen, Ausflüge, Basteln und Gedächtnistraining im Kaffeehaus etc. unterstützt. Ein Mal pro Woche ordiniert eine praktische Ärztin im Haus, zusätzlich wird künftig auch der psychosoziale Dienst einmal wöchentlich im Haus sein. Ergänzt wird das Angebot durch den Zukauf sozialer und medizinischer Dienste wie Heimhilfe und Hauskrankenpflege. Laut Konzept wird ein Verbleib im Haus bis zur Pflegestufe 4 gewährleistet.

Projekt Gesundheitsförderung und -versorgung wohnungsloser Frauen

Der Fonds Soziales Wien, Wiener Programm für Frauengesundheit und der Bereich Betreutes Wohnen unterstützt seit einem Jahr ein besonders umfassendes Projekt zur Gesundheitsförderung und -versorgung wohnungsloser Frauen. Mitarbeiterinnen des Frauengesundheitszentrums F.E.M. besuchen Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe und stellen dort kostenlos ihr Know How zur Verfügung. Die Psychologinnen, Frauenärztinnen und Therapeutinnen geben Hilfestellung und beraten wohnungslose Frauen vor Ort in den Einrichtungen. Derzeit werden in 7 Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe diese Krisenberatungen, psychologische Einzelgespräche, Frauengruppen, gynäkologische Beratungen sowie Bewegungs- und Kreativkurse angeboten. In enger Zusammenarbeit mit den Einrichtungen werden die vielfältigen Angebote so maßgeschneidert, dass sie von den wohnungslosen Frauen auch gut angenommen werden. Der Verein Neunerhaus bietet im Rahmen dieses Gesundheitsprojekts allgemeinmedizinische Versorgung in den Einrichtungen an. Im ersten Projektjahr 2006 nahmen 113 Frauen die FEM-Gesundheitsangebote in Anspruch, insgesamt kamen 180 Beratungskontakte zustande.

Sozial betreutes Wohnen

Sozial betreutes Wohnen richtet sich an zwei Zielgruppen: Zum einen an Menschen, die unter Mehrfachproblematiken leiden und eine betreute Wohnform benötigen. Zum anderen an Personen, die einst im Geriatriezentrum untergebracht wurden, aber auf Grund ihres Genesungsfortschritts nunmehr betreut, aber nicht mehr gepflegt werden müssen.

Für die Betreuung der BewohnerInnen wird ein "multiprofessionelles" Team bestehend aus SozialarbeiterInnen, PsychologInnen und MedizinerInnen zur Verfügung stehen. Es bietet den KlientInnen die Unterstützung an, die sie benötigen, um ihren Alltag zu bewältigen und gemeinsam mit anderen BewohnerInnen Aktivitäten setzen zu können.
Der Ausbau der sozial betreuten Wohnplätze ist erklärtes Ziel der Wiener Wohnungslosenhilfe. Bis etwa 2009/2010 sollen zusätzlich 700 bis 1000 solcher Plätze geschaffen werden.

Wiener Hilfswerk

Das Wiener Hilfswerk ist ein soziales Dienstleistungsunternehmen, das seit dem Jahr 1947 soziale, sozialmedizinische und -pädagogische Einrichtungen und Projekte betreibt. Mit mehr als 1.000 haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen sowie Zivildienstleistenden zählt das Unternehmen in Wien zu den führenden Non-Profit-Organisationen im Bereich der Sozialwirtschaft und humanitären Hilfe. Das Wiener Hilfswerk ist gemeinnützig, überparteilich und überkonfessionell. Hilfe zur Selbsthilfe und vorbeugende Hilfe sind die zentralen Anliegen. Das Dienstleistungsspektrum reicht von Kinderbetreuung über "Hilfe und Pflege daheim" bis hin zum mobilen Palliativ-Team, sozial-ökonomischen Beschäftigungsprojekten und karitativen Projekten.
Das Wiener Hilfswerk betreut derzeit folgende Einrichtungen: 10 Nachbarschaftszentren, ein Geriatrisches Tageszentrum, Sozial betreutes Wohnhaus für Frauen und Paare Tivoligasse, Sozial betreutes Wohnhaus für Frauen Bürgerspitalgasse, 7 betreute SeniorInnen-Wohngemeinschaften, 41 Familienwohnungen, drei Frauenwohngemeinschaften, Spielothek für Kinder mit Behinderung, Club 21- Förderung von Freizeitaktivitäten von Menschen mit Behinderung, Veranstaltungszentrum "SkyDome", und zwei Behinderteneinrichtungen in Kooperation mit dem WHW-Zweigverein VAKÖ.

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(Schluss) brc

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