• 15.12.2006, 15:00:00
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LH Niessl übergibt AUVA-Pflegepreis Burgenland 2006 an Adelheid Kreminger aus Gattendorf

Wien (OTS) - Der AUVA-Pflegepreis Burgenland geht an die
51-jährige Adelheid Kreminger aus Gattendorf. Er wird zum neunten Mal
für die mehrjährige, aufopfernde Pflege eines nach einem
Arbeitsunfalls dauerhaft Schwerverletzten im Familienverband
vergeben. Die Verleihung findet am Freitag, dem 15. Dezember, um
15:30 Uhr, im Landtagssitzungssaal in Eisenstadt statt. Der
AUVA-Pflegepreis Burgenland 2006 wird von Landeshauptmann Hans Niessl
und Direktor Ing. Johann Kaiser, AUVA (Allgemeine
Unfallversicherungsanstalt) Landesstelle Wien verliehen. Der
Pflegepreis entstand 1998 auf Initiative der Landesstelle Wien der
AUVA und steht unter der Patronanz des Landeshauptmannes. Die
Gewerkschaft Bau-Holz steuert einen Urlaub bei; der Gutschein dafür
wird von Kammerrat Rudolf Silvan übergeben.

Der Pflegepreisträgerin gratulieren am 15. Dezember
Familienmitglieder und Freunde, Landesrat Dr. Peter Rezar,
Landtagsabgeordneter Ing. Rudolf Strommer, Klubobmann ÖVP Burgenland,
Ing. Manfred Seidl, Landesfeuerwehrkommandant, Chefredakteur Thomas
Orovits, BF - Burgenland-Woche, Landessekretär Karl Marhold,
Gewerkschaft Bau-Holz, Josef Kovacs, Bürgermeister von Gattendorf,
Manfred Bertoletti, Vizebürgermeister von Gattendorf, Manfred
Schweizer, Beirat im AUVA-Rehabilitationsausschuss, das Betreuerteam
der AUVA-Außenstelle Oberwart und Mitglieder der Jury.

Der AUVA-Pflegepreis besteht neben einer Urkunde aus dem
Bronze-Relief "Sonnenstiege" des Künstlers Prof. Horst Aschermann. Er
wird ergänzt durch einen Erholungsurlaub in einem
behindertengerechten Hotel, der von der Gewerkschaft Bau-Holz zur
Verfügung gestellt wird. Maria Habeler, Pflegepreisträgerin
Burgenland 2005, war im Juli 2006 mit ihrem Schwager eine Woche in
Kirchberg in Tirol.

Seit 11 Jahren (seit 1995) betreut Adelheid Kreminger ihren Sohn
(Pflegestufe 5) zu Hause. Sie kam auf Grund der Pflegedauer als
einzige in die engere Wahl. Die Auswahl der Pflegerin des Jahres
erfolgt in einem mehrstufigen Bewertungsprozess. Gemeinsam mit den
regionalen Sozialarbeitern werden vom Rehabilitationsteam der
AUVA-Landesstelle Wien alle Betreuer, die einen schwerstversehrten
Angehörigen nach einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit
aufopfernd und lange Jahre zu Hause pflegen, nominiert. Als Kriterium
gilt eine Pflegedauer von mehr als drei Jahren für Versehrte der
höchsten Pflegestufe 7, von mehr als fünf Jahren für Pflegestufe 6
und mehr als zehn Jahren für Versicherte der Pflegestufe 5.

In Österreich leben rund 7.300 Schwerstversehrte nach einem
Arbeitsunfall und rund 3.000 davon in Burgenland, Niederösterreich
und Wien. In Burgenland leben derzeit zwei AUVA-Versehrte mit
Pflegestufe 7, einer mit Pflegestufe 6 sowie 17 Versehrte mit
Pflegestufe 5 (schwere Querschnittslähmungen). Für die Allgemeine
Unfallversicherungsanstalt (AUVA) zählt die Rehabilitation neben der
Prävention, der Unfallheilbehandlung und der finanziellen
Entschädigung zu den vier Kernaufgaben. In den vier
AUVA-Rehabilitationszentren in Österreich werden jährlich 5.000
Menschen nach Unfällen so weit wie möglich auf die Rückkehr in ein
selbstbestimmtes, unabhängiges Leben vorbereitet.

Die AUVA-Landesstelle Wien unterstützt die Familie Kreminger mit
medizinischen Hilfsmitteln, Hygieneartikeln, Darlehen und Zuschüssen
zu behindertengerechten Umbauten und zum Fahrzeugkauf - bisher in
Höhe von rund 177.000 Euro. Ronald Kreminger bekommt eine
Invaliditätspension der Pensionsversicherungsanstalt, eine
Versehrten- und eine Zusatzrente der AUVA sowie derzeit Pflegegeld
der Stufe 5.

Ein letzter Sprung mit schwerwiegenden Folgen: seit 11 Jahren
betreut Adelheid Kreminger aus Gattendorf ihren gelähmten Sohn

Voller Emotionen denkt Adelheid Kreminger aus Gattendorf an den
Unfall ihres damals 16-jährigen Sohnes Ronald im Sommer 1994 und wie
sehr er das Leben ihrer Familie beeinflusst hat. Neben der
Selbstverständlichkeit, für den Querschnittsgelähmten da zu sein,
gehören ihre Gedanken dem Zuspruch und der Unterstützung, die sie in
dieser Zeit erfahren konnte. Ehemann Karl, Tochter Alexandra, die
Geschwister ihres Mannes, Neffe Hansi und die Feuerwehrkollegen des
Sohnes kümmern sich seit zwölf Jahren um Ronald und helfen mit, ein
selbstbestimmtes Leben zu finden. Als Anerkennung für diese
aufopfernde und fürsorgliche Pflege ihres Sohnes zu Hause erhält
Adelheid Kreminger den AUVA-Pflegepreis 2006 für das Burgenland.

Bei einem Landesfeuerwehrwettbewerb in Güssing waren die Burschen
zur Abkühlung in den Badesee Rauchwart gesprungen. Beim letzten
Sprung geschah das Unglück. Als seine Feuerwehrkollegen bemerkten,
dass etwas nicht stimmte, reagierten sie sofort und bargen ihn aus
dem Wasser. Auf Grund der Fraktur des fünften und sechsten
Halswirbels war der Installateur-Lehrling querschnittsgelähmt. "Jeden
Tag sind wir rund 400 Kilometer gefahren, um ihn zu besuchen. Da mein
Mann berufstätig ist, war das nur mit Hilfe seines Bruders und seiner
Schwestern zu schaffen. Eine befreundete Wirtsfamilie hat uns oft am
Heimweg gelabt", erinnert sich die 51-jährige. Nach rund einem Jahr
im Landeskrankenhaus Graz und AUVA-Rehabilitationszentrum Tobelbad
kam Ronald 1995 wieder nach Hause.

Der starke Zusammenhalt in der Familie, im Freundeskreis und in
der Feuerwehr ist deutlich zu spüren und hilft Adelheid Kreminger bei
der Verarbeitung der Umstellung. Die gelernte Verkäuferin führte seit
der Geburt ihrer zwei Kinder den Haushalt. Die Vorfreude auf das
erste Enkelkind, das Ende Dezember auf die Welt kommen soll, zaubert
ein Lächeln auf ihr Gesicht. Tochter Alexandra ist Diplomierte
Gesundheits- und Krankenschwester und kann ihre Mutter optimal
unterstützen.

Ronald versucht sein Leben selbst zu managen. Drei Jahre arbeitete
er in seinem ehemaligen Lehrbetrieb in Neusiedl am See. Dann musste
er die Büroarbeit aber aufgeben, da sie zu anstrengend war. Seit rund
zwei Jahren überwacht der 29-jährige den Bau eines Zweifamilienhauses
im Ortszentrum von Gattendorf, in das die Familie seiner Schwester
und er einziehen wollen. Es wird zum Großteil vom Vater selbst
gebaut. Die Installateursarbeiten fanden genau nach Ronalds
Anweisungen statt. "Bis das Haus fertig sein wird, wird es noch ein
paar Jahre dauern", meint die Mutter. Wann und in wie weit Ronald das
mit Hilfe der AUVA rollstuhlgerecht adaptierte Elternhaus verlassen
wird, steht noch nicht fest. Für die Mobilität sorgt ein ebenfalls
umgebautes Auto.

Einen Ausgleich zur Pflege ihres Sohnes im eigenen Zuhause findet
die Pflegepreisträgerin, wenn sie mit ihren Freundinnen nach Wien zum
"Shoppen" fährt oder beim Gärtnern.

Rückfragehinweis:
Gabriela Würth, GWK,
Tel.: (02242) 38300, (0676) 33 24 879
E-Mail: [email protected]
Die AUVA-Landesstelle Wien finden Sie im Internet unter www.auva.at/wien

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