• 14.12.2006, 14:08:34
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Historischer Durchbruch für 650 Millionen Menschen mit Behinderungen

Erste UN-Menschenrechtskonvention des 21.Jahrhunderts richtungweisend

Wien (OTS) - "Für die weltweit 650 Millionen Menschen mit
Behinderungen verspricht der heutige Tag der Beginn einer neuen Ära
zu werden - eine Ära, in der behinderte Menschen nicht mehr länger
diskriminierenden Praktiken ausgesetzt sein werden, die viel zu lange
geduldet wurden", so der stv. UN-Generalsekretär Mark Brown in seiner
Botschaft zur UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit
Behinderungen, die gestern kurz vor 13 Uhr in New York (19 Uhr Wiener
Ortszeit) verabschiedete wurde. Österreich hatte sich, nicht zuletzt
im Rahmen der diesjährigen EU-Präsidentschaft, sowie aufgrund der
Beteiligung von Licht für die Welt , intensiv in die Verhandlungen
der Konvention eingebracht.

Licht für die Welt, am 14.12.2006

"Drei Viertel der weltweit 650 Millionen Menschen mit Behinderung
leben in Entwicklungsländern, in der Doppelfalle von Armut und
Behinderung. Den Menschen in der Dritten Welt fehlt der Zugang zu
fundamentalen Menschenrechten wie Arbeit, Bildung, Gesundheit, ja
oftmals wird ihnen sogar das Recht auf Leben abgesprochen. Die neue
UN-Konvention ist ein Meilenstein, gerade für Menschen in
Entwicklungsländern. Die Politik ist gefordert sicherzustellen, dass
weltweit Menschen mit Behinderung vollwertige Mitglieder ihrer
Gesellschaften werden", so Rupert Roniger, Geschäftsführer von Licht
für die Welt. Das wesentliche Ziel der Entwicklungszusammenarbeit ist
die Reduzierung, ja die Abschaffung der Armut. Dazu ist es am
allerwichtigsten, bei den Ärmsten der Armen anzusetzen, und das sind
eben Kinder und Menschen mit Behinderungen.

Dr. Klaus Voget, Präsident der Österreichischen
Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation: "Die neue UN-Konvention über
die Rechte von Menschen mit Behinderungen wurde in Rekordzeit
verhandelt und angenommen. Das ist ein ganz großes Signal, das von
192 Staaten dieser Erde getragen wird." Die gesellschaftliche
Aufklärung über die Ursachen von Behinderung, die Inklusion von
Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen und die
bestmögliche und fachgerechte Förderung stehen an oberster Stelle.
"Menschen mit Behinderungen sind oft Menschen 2. oder 3. Klasse, das
soll, das muss sich ändern. Ich hoffe auf eine rasche Umsetzung auch
in Österreich", ergänzt Martin Ladstätter von BIZEPS - Zentrum für
Selbstbestimmtes Leben. Univ.Prof.Dr. Manfred Nowak vom Ludwig
Boltzmann Institut für Menschenrechte: "Die neue UN-Konvention hat
eine ganz wichtige Lücke geschlossen! Bislang wurden behinderte
Menschen eher als Objekte karitativer Maßnahmen gesehen, anstatt als
Subjekte selbstbestimmten Lebens. Viele Menschen mit Behinderungen
leiden ja oft weniger an der Behinderung an sich, als vielmehr an der
Diskriminierung durch die Gesellschaft. Die neue UN-Beschlussfassung
bringt auch klare Regelungen zur Überprüfung der Umsetzung, sowie die
Möglichkeit einer Individualbeschwerde."

Die Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (ÖAR),
Licht für die Welt und das Ludwig Boltzmann Institut für
Menschenrechte richten an alle Staaten der Europäischen Union den
Appell, die Konvention schnellstmöglich zu ratifizieren. Die EU und
ihre Mitglieder haben es in der Hand, das Inkrafttreten zu bewirken.
Damit die Konvention schnellstmöglich in konkretes Handeln umgesetzt
wird. Nowak: "Ich gehe davon aus, dass die Deutsche
EU-Präsidentschaft ab 30. März 2007 alles daran setzen wird, dass die
dann 27 EU-Mitgliedsstaaten rasch die neue UN-Konvention zu den
Rechten von Menschen mit Behinderungen unterzeichen und ratifizieren
werden. Und ich wünsche mir die rasche Umsetzung gerade auch für
Österreich."

Infoteil:

Die österreichische Fachorganisation LICHT FÜR DIE WELT engagiert
sich in ihrer anwaltschaftlichen Arbeit für die Rechte, die
Gesundheits- und Ausbildungschancen behinderter Menschen in
Entwicklungsländern. In den Hilfsprojekten von Licht für die Welt
werden Kinder mit Behinderungen entsprechend ihrer Möglichkeiten
gefördert, etwa durch Physiotherapie, Mobilitätstraining und das
Erlernen lebenspraktischer Fertigkeiten.

Darüber hinaus verstärkt Licht für die Welt die Anstrengungen,
gemeinsam mit lokalen Partnern in konkreten Projekten in Ländern wir
Äthiopien und Burkina Faso zu zeigen, wie behinderte Menschen auch in
Entwicklungsländern die Chance auf ein möglichst selbständiges und
selbstbestimmtes Leben bekommen können. Unterstützt werden
Projektpartner und Behindertenorganisationen in ihrem Einsatz für die
Verwirklichung der Rechte behinderter Menschen im Dialog mit deren
Regierungen. Licht für die Welt bietet der Österreichischen
Bundesregierung, der Europäischen Union und internationalen
Organisationen wie WHO und Weltbank als Partner ihre Unterstützung
an, damit so bald wie möglich alle Entwicklungsprojekte behinderte
Menschen einbeziehen.

LICHT FÜR DIE WELT - Christoffel Entwicklungszusammenarbeit ist
eine international tätige österreichische Fachorganisation, die sich
für blinde und anders behinderte Menschen in den Armutsgebieten
unserer Erde einsetzt. Arbeitsschwerpunkte sind die Prävention und
Heilung von Blindheit und die Rehabilitation von blinden und anders
behinderten Menschen.

Spendenkonto: PSK 92.011.650 (BLZ 60.000)

Rückfragehinweis:
Dr. Elmar Kuhn
Pressereferent Licht für die Welt
Tel.: +43/650/774 2004
mailto:[email protected]

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