- 14.12.2006, 13:01:37
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Gelungener Dialog zum Lebenslangen Lernen
Wien (OTS) - 100 internationale "BildungsarchitektInnen" tagten am
12. und 13. Dezember 2006 am Bundesinstitut für Erwachsenenbildung,
bifeb). Anerkannte Experten, wie IHS-Forscher Dr. Lorenz Lassnigg und
Dr. Michael Sturm vom BFI Österreich, erörterten die sich wandelnden
Rahmenbedingungen sowie die Schwächen des Bildungssystems und
formulierten Forderungen an die Politik. Parallel zur Tagung ging das
"Lifelong.Learning Lab" unter http://l3l.erwachsenenbildung.at/
online.
Dr. Michael Sturm erläuterte aktuelle gesellschaftliche
Herausforderungen in Europa, die große Auswirkungen auf die
Bildungsangebote und -nachfrage haben. Neben dem massiven
Alterungsprozess der europäischen Bevölkerung diagnostizierte Sturm
einen steigenden Qualifikationsbedarf bei Arbeitskräften. Weiters
erfordern erhöhte Mobilität und das Zusammenleben von
unterschiedlichen Kulturen in einem vereinten Europa verstärkte
interkulturelle Kompetenzen am Aus- und Weiterbildungssektor. Sturm:
"Immer mehr Menschen sind von Arbeitslosigkeit und Armut bedroht.
Durch Bildung kann soziale Ausgrenzung verringert werden." Die
österreichische Erwachsenenbildung stößt bei der Umsetzung der
europäischen Strategie für Lebenslanges Lernen in vielerlei Hinsicht
an ihre Grenzen, verdeutlicht Dr. Lorenz Lassnigg. "Es bestehen
diffuse Strukturen und Beziehungen unter den maßgeblichen
AkteurInnen. Die Herausforderung besteht darin, diese Nebel zu
lichten und zu gemeinsamem Handeln der Akteure zu kommen. Eine
geeignete politische Struktur ist eine entscheidende Voraussetzung
dafür", so Lassnigg.
Klare Worte an die Politik
Jährlich nehmen 1,4 Millionen ÖsterreicherInnen Weiterbildung in
Anspruch, jedoch lediglich 0,2 % des Bildungsbudgets stehen dafür zur
Verfügung. "Die öffentliche Hand hat Rahmenbedingungen zu schaffen,
damit Interessierte in jeder Lebensphase in den Bildungsweg
(wieder)einsteigen können", fordert bifeb-Direktorin Dr. Margarete
Wallmann. "Jede/r zweite ÖsterreicherIn nimmt nach der Erstausbildung
keine weitere Bildung in Anspruch. Hier gilt es zu überlegen, welche
Anreize geschaffen werden können, um sie in den Lernprozess zu
integrieren", so Wallmann weiter, denn "Lebenslanges Lernen muss zum
"Mainstream" sowohl im Denken der Bevölkerung als auch in den
politischen Programmen werden." Konzepte für Lebenslanges Lernen
erfordern einerseits ein koordiniertes Vorgehen der politischen
AkteurInnen der Bildungs-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik und
andererseits ein Zusammenwirken von Politik, Forschung und Praxis,
sind sich die BildungsexpertInnen einig. Weiters sprachen sich die
TagungsteilnehmerInnen für die Schaffung eines Rates für Lebenslanges
Lernen aus, der sich aus VertreterInnen aller Ministerien
zusammensetzt, und unter Einbeziehung von ExpertInnen tätig wird. Das
bifeb und die Erwachsenenbildung bieten der Politik an, ihr Know-How
in diesen Prozess einzubringen. Ein erster Schritt zur Vernetzung
wurde mit der Plattform "Lifelong. Learning Lab"
(http://l3l.erwachsenenbildung.at/) gesetzt.
100 hochkarätige "Bildungs-ArchitektInnen"
Über 100 BildungsexpertInnen folgten der Einladung zum Dialog des
Bundesinstituts für Erwachsenenbildung in Kooperation mit der
Donau-Universität Krems und dem Bundesministerium für Bildung,
Wissenschaft und Kultur. Darunter Sektionschefin Mag. Heidrun
Strohmeyer, Univ. Prof. Dr. Ekkehard Nuissl von Rein Direktor des
Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung, Mag. Grete Dorner des
Bildungsnetzwerks der Steiermark, Univ. Prof. Dr. Frank Nestmann von
der Technischen Universität Dresden, Univ. Prof. Dr. Ada Pellert,
Vizerektorin der Donau-Universität Krems, Univ. Prof. Elke Gruber und
Univ. Prof. Dr. Werner Lenz der Universität Graz oder das
internationale Team um Dr. Jörg Markowitsch (Donau-Universität Krems)
mit Expertinnen und Experten aus Estland, Ungarn und Österreich,
TeilnehmerInnen der Österreichischen Rektorenkonferenz, der UNESCO
Kommission Österreich sowie der Konferenz der Österreichischen
Erwachsenenbildung (KEBÖ) vervollständigen das Bild der erfolgreichen
Veranstaltung. Bifeb-Direktorin
Dr. Margarete Wallmann: "Der begonnene Dialog wird im Jahr 2007 in
vier Arbeitsgruppen vertieft und weitergeführt.
Bundesinstitut für Erwachsenenbildung St. Wolfgang (bifeb)
Als das österreichische Kompetenzzentrum für Erwachsenenbildung
verpflichtet sich das bifeb höchster Qualität, dem Prinzip des
Lebenslangen Lernens und der Chancengleichheit im Zugang zu Bildung
für alle. Das bifeb ist eine Einrichtung des Bundesministeriums für
Bildung, Wissenschaft und Kultur und Kooperationspartner von
nationalen und internationalen Erwachsenenbildungs- und
Forschungseinrichtungen. Das bifeb wurde 1956 gegründet und
organisiert heute jährlich ca. 300 Lehrgänge, Seminarreihen und
Tagungen als Eigen- und Fremdveranstaltungen, die pro Jahr von rund
5.000 TeilnehmerInnen besucht werden. Die Themen reichen von
Bildungs- und Berufsberatung, Supervision und Coaching über
Genderforschung, Didaktik, Bildungsmanagement und Bibliothekarwesen
bis hin zu Alphabetisierung, Europa-Kompetenz und interkulturelle
Kompetenz.
www.bifeb.at und www.erwachsenenbildung.at
Rückfragehinweis:
bifeb - Bundesinstitut für Erwachsenenbildung St. Wolfgang Dr. Margarete Wallmann Bürglstein 1-7 A-5350 Strobl Tel.: +43/6137/6621-0 mailto:[email protected] comm:unications - Agentur für Text, PR & Events Mag. Judith Mayr Liechtensteinstraße 12/9 1090 Wien Tel.: +43 /1/315 14 11-0 mailto:[email protected]
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