• 14.12.2006, 12:52:24
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  • OTS0175 OTW0175

Bundeskriminalamt zerschlägt kriminelle organisierte serbische Bande

Vier Verdächtige festgenommen bevor sie Straftaten in Österreich begehen konnten

Nina J. - mutmaßliche Komplizin

Wien (OTS) - Anfang Dezember erhielt das Bundeskriminalamt von der
serbischen Polizei den Hinweis, dass sich der steckbrieflich gesuchte
Nenad G. derzeit in Österreich aufhalten soll, um bewaffnete
Raubüberfälle zu begehen. Nach Erkenntnissen der serbischen Polizei
gehört der Verdächtige einer europaweit agierenden organisierten
Bande an, die sich auf bewaffnete Raubüberfälle spezialisiert hat.
Diese Information wurde sofort an das Bundeskriminalamt (.BK), Büro
3.2, weitergeleitet, das unverzüglich weitere Ermittlungen
einleitete.

Gemeinsam mit den Kollegen der .BK-Zielfahndung war es sehr rasch
möglich den Aufenthaltsort von Nenad G. und seiner vermutlichen
Komplizin im 2. Wiener Gemeindebezirk festzustellen. Da bekannt war,
dass der Verdächtige bereits in den Niederlanden nach einem
Raubüberfall auf Polizisten geschossen hatte, wurde für den Zugriff
die Unterstützung der Einsatzkommando Cobra angefordert. Bei seiner
Verhaftung am 5. Dezember leistete G. auch massiven Widerstand,
trotzdem konnten durch das professionelle Vorgehen der Cobra-Beamten
sowohl G. als auch seine Komplizin festgenommen werden. Die beiden
Verdächtigen trugen gefälschte slowenische Dokumente und eine größere
Menge Bargeld bei sich. Außerdem wurde ein Schlüssel sichergestellt,
der aufgrund sofort durchgeführter Ermittlungen einer Wohnung in der
Umgebung des Festnahmeortes zugeordnet werden konnte. Dort fanden die
Beamten des Bundeskriminalamtes zwei schussbereite Faustfeuerwaffen,
einen dazugehörigen Schalldämpfer, Maskierungsmittel (Perücken,
Wollhauben, Mundschutzmasken) sowie Schlüsselrohlinge.

In der Zwischenzeit hatten sich Hinweise verdichtet, dass sich
zumindest noch ein weiteres Bandemitglied, Ognijen T., in Wien
befindet. Im Zuge weiterer Erhebungen konnte festgestellt werden,
dass der Verdächtige bereits seit Anfang Dezember in Wien 17.,
eine Wohnung angemietet hatte. Dort konnte Ognijen T. am 6. Dezember
im Rahmen eines Zugriffes auch festgenommen werden. Weiters wurde im
Rahmen dieser Aktion von der .BK- Zielfahndung auch der
wahrscheinlich zur Bande gehörende serbische Staatsbürger Slobodan P.
angehalten und festgenommen. Beide Personen hatten ebenfalls
gefälschte slowenische Dokumente bei sich.

Durch die gute internationale Zusammenarbeit mit der serbischen
Polizei war es dem Bundeskriminalamt möglich vier "Allgemein
gefährliche Personen" innerhalb kürzester Zeit auszuforschen und
festzunehmen. Dadurch wurden wahrscheinlich mehrere in Österreich
geplante Kapitalverbrechen verhindert und ein massiver Schlag gegen
eine kriminelle Organisation erzielt.

Nenad G. hat wegen seiner Straftaten, die er in den Niederlanden
verübt hat noch ein mehrjährige Gefängnisstrafe zu verbüßen und wird
außerdem von Serbien im Zusammenhang mit einem Raubmord gesucht.
Ognijen T. wird in Serbien wegen schweren Raubes gesucht. Alle vier
Verdächtigen werden in Österreich wegen Urkundenfälschung und
"Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation" angezeigt.

Außerdem laufen in Österreich noch Ermittlungen betreffend
allfälliger weiterer in der Vergangenheit begangener Straftaten.
Entsprechende DNA-Abgleiche und Spurenauswertungen werden gerade
durchgeführt.

Innenministerin Liese Prokop zeigte sich über den Ausgang dieser
Causa sehr erfreut und verwies auf die Wichtigkeit der
internationalen Zusammenarbeit bei der Bekämpfung organisierter
Kriminalität. "Dieser Fall beweist einmal mehr, dass internationale
Polizeikooperationen bei europaweit agierenden Banden unerlässlich
sind", betonte Liese Prokop. Gleichzeitig bedankte sie sich bei den
serbischen Behörden für die reibungslose und professionelle
Hilfestellung. "Mein besonderer Dank gilt aber jenen Polizisten, die
unter größter Gefahr für ihr Leben, die Bande aus dem Verkehr zog und
somit geplante Gewaltverbrechen in unserem Land verhinderten" so
Prokop abschließend.

Das Landesgericht Wien hat die Veröffentlichung von Lichtbildern
der Festgenommenen zu Fahndungszwecken genehmigt. Hinweise zu den
Tatverdächtigen nimmt das Bundeskriminalamt unter der
Tel.Nr. +43-1-24836-85025 entgegen.

Bild(er) zu dieser Meldung finden Sie im AOM/Original Bild Service,
sowie im APA-OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
Bundeskriminalamt
Pressestelle
Armin Halm
Tel.: +43-664-514 04 21

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