• 12.12.2006, 15:18:29
  • /
  • OTS0227 OTW0227

EU-Verhandlungen für Masthühner-Richtlinie gescheitert

Wien (OTS) - Die Tierschutzorganisation ANIMAL SPIRIT ist -
gemeinsam mit der britischen Tierschutzgesellschaft CIWF - sehr
bestürzt darüber, daß die Gespräche zur Durchsetzung einer
EU-Richtlinie zum Schutz der Masthühner ("broiler") gestern
gescheitert sind. Der Abbruch dieser Verhandlungen ist v.a. auf die
Weigerung von Frankreich, Polen, Tschechien, Ungarn und der Slowakei
zurückzuführen, zumindest dem kleinsten gemeinsamen Nenner von
Tierschutzstandards zuzustimmen.

Tierarzt Dr. Franz-Joseph Plank, Obmann von ANIMAL SPIRIT, dazu:
"Der Abbruch dieser Verhandlungen bedeutet, daß mehr als 5 Milliarden
Hühner, die jedes Jahr in der EU gemästet werden - 64 Millionen davon
werden allein in Österreich jährlich "produziert" und geschlachtet -
auch weiterhin ohne jeglichen gesetzlichen Schutz in den Mastfabriken
dahinvegetieren müssen. Es ist ein Skandal, daß Masthühner, Europas
zahlenmäßig größte "Nutztier"-Art, auch in Zukunft der Willkür der
Agrolobby und Geschäftemacher in der Fleischindustrie ausgeliefert
sein werden. Es wäre dringend notwendig, daß diese
Tierschutz-Verhandlungen für Mastgeflügel schnellstmöglich wieder
aufgenommen werden, um endlich die massiven gesundheitlichen sowie
tierschutzrelevanten Probleme zu regeln."

Praktisch das gesamte Mastgeflügel wird in industriellen
Tierfabriken gehalten. Die Tiere sind in riesige fensterlose Hallen
gepfercht, die zumeist derart überbelegt sind, daß man vor lauter
Hühnern den Boden nicht mehr sehen kann. Bis zu 50.000 broiler werden
in solche Hallen gestopft und in der EU gibt es momentan keinerlei
gesetzliche Grenzwerte. Lediglich das österreichische
Tierschutzgesetz schreibt einen maximalen Besatz von 30
kg/m2 vor, der aber auch keinesfalls den Mindestbedürfnissen der
Tiere entspricht. Zudem sind weder erhöhte Sitzstangen, noch
Rückzugsmöglichkeiten, noch Tageslicht vorgeschrieben.

Das Haupt-Tierschutzproblem der Masthühner ist jedoch, daß sie
durch jahrzehntelange Überzüchtung auf höchste Fleischleistung ihr
Schlachtgewicht in max. 41 Tagen erreichen müssen, das ist ca.
doppelt so schnell wie noch vor 35 Jahren! Die gravierenden Folgen
sind, daß die Beine nicht mit dem schnell wachsenden Körper mithalten
können, und entweder brechen oder die Sehne abgleitet. Daher leiden
in der EU jedes Jahr Zig Millionen von Masthähnchen an schmerzhaften
und sehr oft tödlichen Lähmungen. Eine neue britische Studie belegt,
daß über 27 % der broiler unter schmerzhaften Beinschwächen leiden,
die ihre Bewegung mehr oder weniger stark beeinträchtigen. Auf
Österreich übertragen, wo dieselben Rassen verwendet werden, würde
das eine Zahl von 17,5 Millionen kranker Tiere pro Jahr bedeuten!

Rückfragehinweis:
ANIMAL SPIRIT - Zentrum für Tiere in Not
Dr. Franz-Joseph Plank, ANIMAL SPIRIT, (+43) 0676/7082434,
Peter Stevenson, CIWF, +44-1750-82321, Mobil: +44-7765-844623
mailto:[email protected]; www.animal-spirit.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | ANI

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel