• 09.12.2006, 18:59:01
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Grenzüberschreitender Bahnverkehr in einer neuen Dimension

ÖBB starten mit eigenem ICE auf gleicher Höhe mit der Deutschen Bahn

Wien (OTS) - Grenzüberschreitender Bahnverkehr ist so alt wie die
Bahn selbst, aber mit Sonntag, dem 10. Dezember, führen die ÖBB
gemeinsam mit der Deutschen Bahn (DB) eine neue Dimension ein und
zwar die ICE-Verbindung München-Wien, außerdem eine neue
ICE-Verbindung von Wien nach Bregenz. Die ÖBB haben in die neuen
Luxuszüge 50 Millionen Euro investiert und geben damit den Reisenden
ein völlig neues Fahr- und Komfortgefühl. Die Präsentation dieser
neuen Zugverbindung ist am Samstag, dem 9. Dezember 2006, dergestalt
erfolgt, dass von Wien und München aus Garnituren nach Salzburg
unterwegs waren, die sich in der Mozartstadt getroffen haben, wo
übrigens die österreichische Garnitur durch den Salzburger
Bürgermeister Heinz SCHADEN auf den Namen "Salzburg" getauft wurde.

Dies gab den Anlaß für die Spitzen der ÖBB und der DB, auf
Anliegen und Zukunftsperspektiven der beiden Bahngesellschaften näher
einzugehen: ÖBB-Generaldirektor Mag. Martin HUBER sieht ein Hauptziel
der ÖBB darin, bis zum Jahr 2010 "die Top-Bahn Europas zu werden".
Die ÖBB haben dazu beachtliche Schritte vorgenommen, so
beispielsweise als erste Bahn die Einführung eines europäischen
Lok-Führerscheins, mit dem grenzüberschreitend gefahren werden kann.
Freilich, so Huber, "der Eigentümer wird Geld zur Verfügung stellen
müssen, um die Investitionsvorhaben der Zukunft zu realisieren". Er
ist sich aber sicher, dass die Österreicher den neuen ICE lieben
werden, jedoch brauchten Verbesserungen im Infrastrukurbereich ihre
Zeit.

Der Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Bahn AG, Hartmut
MEHDORN, betont, dass es Aufgabe der Bahn ist, erfolgreich gegen die
anderen Wettbewerber im Flugverkehr und auf der Straße anzutreten, es
gehe darum, dass auch die "verbissensten Autofahrer wieder mit uns
reisen werden". Der Bahnachse Frankfurt-Passau-Wien wird beim Ausbau
der Infrastruktur eine Schlüsselrolle zugemessen, aber, so der
Spitzenverantwortliche der DB, "auch im Regionalverkehr können sich
DB und ÖBB sehen lassen". Insgesamt geht es um Bahnen ohne Grenzen,
verkehren derzeit im Güterverkehr 60 Prozent der Züge zumindest über
eine Grenze, so würden es in 10 Jahren voraussichtlich bereits 80
Prozent sein.

Der Vorstandsdirektor der ÖBB-Personenverkehr AG, Dipl.-Ing. Dr.
Stephan WEHINGER, führt aus, dass derzeit noch das rollende Material
ein Durchschnittsalter von 22,5 Jahren aufweise, das
Investitionsprogramm bis zum Jahr 2012, für das zumindest 1,2
Milliarden Euro erforderlich sein werden, aber eine komplette
Erneuerung vorsieht. Für ihn ist ebenso, wie für den Chef der
Deutschen Bahn, die Donau-Achse Frankfurt-Wien ("Donaukorridor"),
eine der zentralen Schienenverbindungen von West nach Ost.

Der Salzburger Bürgermeister, Heinz SCHADEN, sieht "den Beginn des
ICE-Zeitalters mit dem heutigen Tag" und betont, dass
"Verkehrsinfrastrukturentscheidungen wirtschaftspolitische
Entscheidungen für Jahrzehnte bedeuten". Die vom Verband der
Öffentlichen Wirtschaft und Gemeinwirtschaft Österreichs (VÖWG)
gemeinsam mit den ÖBB in Auftrag gegebene Umfrage des Instituts
Market liefert dazu einen deutlichen Hinweis. Die Menschen wollen
öffentliche Verantwortung, und sie wollen auch konkrete
Verbesserungen, das soll den Unternehmen des öffentlichen Bereichs
und den Dienstleistern von allgemeinem wirtschaftlichem Interesse
(DAWI) als Leitlinie für die weitere Arbeit dienen.

Ab dem Jahr 2007 wird ein Joint Venture von ÖBB und DB dahingehend
weiter ausgebaut, dass die neuen ICE-Verbindungen Vorboten eines ab
Ende 2007 gemeinsamen Fahrzeugpools sind. Die Deutsche Bahn will sich
daran mit 8 und die ÖBB mit 3 ICE-Zügen beteiligen. Beide Partner
planen, mit Dezember 2008 dann die neue ICE-Linie
Frankfurt-Passau-Wien in die Praxis umzusetzen.

Rückfragehinweis:
Österreichischer Wirtschaftspressedienst
Peter Karl ZIWNY
1016 Wien, Stadiongasse 6-8
Tel.- 408 22 04/12
[email protected]

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