Grenzüberschreitender Bahnverkehr in einer neuen Dimension

ÖBB starten mit eigenem ICE auf gleicher Höhe mit der Deutschen Bahn

Wien (OTS) - Grenzüberschreitender Bahnverkehr ist so alt wie die Bahn selbst, aber mit Sonntag, dem 10. Dezember, führen die ÖBB gemeinsam mit der Deutschen Bahn (DB) eine neue Dimension ein und zwar die ICE-Verbindung München-Wien, außerdem eine neue ICE-Verbindung von Wien nach Bregenz. Die ÖBB haben in die neuen Luxuszüge 50 Millionen Euro investiert und geben damit den Reisenden ein völlig neues Fahr- und Komfortgefühl. Die Präsentation dieser neuen Zugverbindung ist am Samstag, dem 9. Dezember 2006, dergestalt erfolgt, dass von Wien und München aus Garnituren nach Salzburg unterwegs waren, die sich in der Mozartstadt getroffen haben, wo übrigens die österreichische Garnitur durch den Salzburger Bürgermeister Heinz SCHADEN auf den Namen "Salzburg" getauft wurde.

Dies gab den Anlaß für die Spitzen der ÖBB und der DB, auf Anliegen und Zukunftsperspektiven der beiden Bahngesellschaften näher einzugehen: ÖBB-Generaldirektor Mag. Martin HUBER sieht ein Hauptziel der ÖBB darin, bis zum Jahr 2010 "die Top-Bahn Europas zu werden". Die ÖBB haben dazu beachtliche Schritte vorgenommen, so beispielsweise als erste Bahn die Einführung eines europäischen Lok-Führerscheins, mit dem grenzüberschreitend gefahren werden kann. Freilich, so Huber, "der Eigentümer wird Geld zur Verfügung stellen müssen, um die Investitionsvorhaben der Zukunft zu realisieren". Er ist sich aber sicher, dass die Österreicher den neuen ICE lieben werden, jedoch brauchten Verbesserungen im Infrastrukurbereich ihre Zeit.

Der Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Bahn AG, Hartmut MEHDORN, betont, dass es Aufgabe der Bahn ist, erfolgreich gegen die anderen Wettbewerber im Flugverkehr und auf der Straße anzutreten, es gehe darum, dass auch die "verbissensten Autofahrer wieder mit uns reisen werden". Der Bahnachse Frankfurt-Passau-Wien wird beim Ausbau der Infrastruktur eine Schlüsselrolle zugemessen, aber, so der Spitzenverantwortliche der DB, "auch im Regionalverkehr können sich DB und ÖBB sehen lassen". Insgesamt geht es um Bahnen ohne Grenzen, verkehren derzeit im Güterverkehr 60 Prozent der Züge zumindest über eine Grenze, so würden es in 10 Jahren voraussichtlich bereits 80 Prozent sein.

Der Vorstandsdirektor der ÖBB-Personenverkehr AG, Dipl.-Ing. Dr. Stephan WEHINGER, führt aus, dass derzeit noch das rollende Material ein Durchschnittsalter von 22,5 Jahren aufweise, das Investitionsprogramm bis zum Jahr 2012, für das zumindest 1,2 Milliarden Euro erforderlich sein werden, aber eine komplette Erneuerung vorsieht. Für ihn ist ebenso, wie für den Chef der Deutschen Bahn, die Donau-Achse Frankfurt-Wien ("Donaukorridor"), eine der zentralen Schienenverbindungen von West nach Ost.

Der Salzburger Bürgermeister, Heinz SCHADEN, sieht "den Beginn des ICE-Zeitalters mit dem heutigen Tag" und betont, dass "Verkehrsinfrastrukturentscheidungen wirtschaftspolitische Entscheidungen für Jahrzehnte bedeuten". Die vom Verband der Öffentlichen Wirtschaft und Gemeinwirtschaft Österreichs (VÖWG) gemeinsam mit den ÖBB in Auftrag gegebene Umfrage des Instituts Market liefert dazu einen deutlichen Hinweis. Die Menschen wollen öffentliche Verantwortung, und sie wollen auch konkrete Verbesserungen, das soll den Unternehmen des öffentlichen Bereichs und den Dienstleistern von allgemeinem wirtschaftlichem Interesse (DAWI) als Leitlinie für die weitere Arbeit dienen.

Ab dem Jahr 2007 wird ein Joint Venture von ÖBB und DB dahingehend weiter ausgebaut, dass die neuen ICE-Verbindungen Vorboten eines ab Ende 2007 gemeinsamen Fahrzeugpools sind. Die Deutsche Bahn will sich daran mit 8 und die ÖBB mit 3 ICE-Zügen beteiligen. Beide Partner planen, mit Dezember 2008 dann die neue ICE-Linie Frankfurt-Passau-Wien in die Praxis umzusetzen.

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