- 09.12.2006, 08:00:00
- /
- OTS0007 OTW0007
"profil": Ungereimtheiten um Bayern-Kredit an Österreichischen Gewerkschaftsbund
BLB soll laut OeNB 400 Mio.-Euro-Kredit an ÖGB Ende Juni teilweise fällig gestellt haben - Widersprüche zwischen ÖGB und BLB - OeNB-Prüfern wurden wesentliche Dokumente vorenthalten
Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag
erscheinenden Ausgabe berichtet, weist die Kreditverbindung zwischen
Bayerischer Landesbank (BLB) und Österreichischem Gewerkschaftsbund
(ÖGB) zunehmend Ungereimtheiten auf. Nach einem "profil" vorliegenden
Prüfbericht der Oesterreichichen Nationalbank zu den ÖGB-Finanzen,
datiert mit 25. Oktober 2006, hat die BLB bereits zum 30. Juni dieses
Jahres einen Teil des Kredits "vorzeitig fällig gestellt". Bei dem
Kredit handelt es sich um jene annähernd 400 Millionen Euro schwere
Finanzierung, welche die Bayern dem ÖGB anlässlich des Rückkaufs von
46 Prozent der Bawag 2004 gewährt hatten. Der Kredit sollte
ursprünglich bis 2009 laufen.
Laut ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer ist der Gewerkschaftsbund im
Sommer aufgrund der ungewissen Finanzsituation mit einer Zinsrate in
der Höhe von sechs Millionen in Rückstand geraten, wodurch der Kredit
den Vertragsbedingungen entsprechend "automatisch" fällig wurde. In
weiterer Folge habe man mit sich mit BLB-Chef Werner Schmidt auf eine
"Stundung" verständigt. Hundstorfer gegenüber "profil": "Weil wir uns
mitten im Verkaufsprozess befanden, habe ich mit Schmidt vereinbart,
dass der gesamte Kredit mit 31. Dezember 2006 fällig wird."
BLB-Vorstandsvorsitzender Schmidt widerspricht dem freilich vehement:
"Der Kredit ist weder automatisch fällig geworden, noch wurde dieser
von uns fällig gestellt. Die Finanzierung läuft ganz normal weiter."
Es gebe auch keine "wie immer geartete Stundungsvereinbarung mit dem
ÖGB."
Dass die an der Bawag interessierten Bayern den Kredit als
Druckmittel im Verkaufsprozess eingesetzt hätten, weisen sowohl
Hundstorfer als auch der BLB-Chef entschieden zurück: "Wir trennen
sehr sauber zwischen dem Kredit auf der einen Seite und dem geplanten
Bawag-Investment auf der anderen. Wir stellen damit sicher, dass
nicht der Verdacht auf Erpressung hochkommt", so Schmidt in "profil".
Wie sich erst jetzt herausstellt, wurden der OeNB im Zuge der
fünfmonatigen ÖGB-Prüfung wesentliche Dokumente erst gar nicht
zugänglich gemacht. Zitat aus dem Bericht: "Der OeNB-Aufforderung der
Übermittlung von Dokumenten im Zusammenhang mit dem Aktienkauf (zB
Kredit-, Kaufvertrag, ... sämtliche Korrespondenz mit der BLB sowie
bisher nicht bekannte Nebenabreden) wurde seitens des ÖGB nicht
nachgekommen."
Rückfragehinweis:
"profil"-Redaktion
Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PRO






