- 06.12.2006, 13:00:00
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Vizebürgermeisterin Grete Laska verleiht AUVA-Pflegepreis Wien 2006 an Margarete Navratil aus Wien-Donaustadt
Wien (OTS) - Der AUVA-Pflegepreis geht 2006 in Wien an die
69-jährige Margarete Navratil aus Donaustadt. Er wird zum neunten Mal
für die mehrjährige, aufopfernde Pflege eines nach einem
Arbeitsunfalls dauerhaft Schwerverletzten im Familienverband
vergeben. Die Verleihung findet am Mittwoch, dem 6. Dezember, um 13
Uhr, im Steinsaal 1, im Wiener Rathaus statt. Der AUVA-Pflegepreis
Wien 2006 wird von Vizebürgermeisterin Grete Laska und Direktor Ing.
Johann Kaiser, AUVA-Landesstelle Wien, verliehen.
Der Pflegepreis entstand 1998 auf Initiative der Landesstelle Wien
der AUVA und steht unter der Patronanz von Bürgermeister Dr. Michael
Häupl. Die Gewerkschaft Bau-Holz steuert einen Urlaub bei; der
Gutschein dafür wird von Kammerrat Rudolf Silvan, übergeben.
Der Pflegepreisträgerin gratulierten am 6.Dezember im Steinsaal
Familienmitglieder und Freunde, die Hausärztin, Prof. Dr. Hartmut
Pelinka, Ärztlicher Direktor der AUVA, Landesstellenausschusses der
AUVA-Landesstelle Wien, Dipl.-Ing. Walter Ruck, Mitglied
Landesstellenausschuss AUVA-Landesstelle Wien, Jurymitglieder und die
Betreuer der AUVA-Landesstelle Wien.
Der AUVA-Pflegepreis besteht neben einer Urkunde aus dem
Bronze-Relief "Sonnenstiege" des Künstlers Prof. Horst Aschermann. Er
wird ergänzt durch einen Erholungsurlaub in einem
behindertengerechten Hotel, der von der Gewerkschaft Bau-Holz zur
Verfügung gestellt wird. Slobodanka Nikolic, Pflegepreisträgerin Wien
2005, will den von der Gewerkschaft Bau-Holz gestifteten einwöchigen
Urlaubsaufenthalt für zwei Personen - oder zwei Wochen für eine
Person - kommendes Jahr in Kirchberg in Tirol konsumieren. 2006 war
es auf Grund der vielen Krankenhausaufenthalte ihres Sohnes Dragan
nicht möglich.
Margarete Navratil und ihre Töchter: ein starkes Frauen-Team
Ihr "sechster Sinn" verriet Margarete Navratil am Abend des 4.
März 1975, dass ihr Mann Thomas einen Unfall gehabt haben muss. Ein
Polizist brachte in der Nacht die Bestätigung. Durch einen
Verkehrsunfall beim Ausliefern von Medikamenten in Pfaffstätten war
die Halswirbelsäule des damals 25-jährigen schwer verletzt worden.
Bereits im August 1975 kam Thomas Navratil wieder nach Hause. Damals
konnte er auf Krücken gehen. Seither hat sich sein Gesundheitszustand
drastisch verschlechtert. Selbstständig sind nur mehr Hände und Arme
zu bewegen. Das Schlucken fällt immer schwerer, dass er ständig auf
Hilfe angewiesen ist. Margarete Navratil wird von ihren erwachsenen
Töchtern Gabriela, Adele, Bettina und Mireille kräftig unterstützt.
Nach zwei Schlaganfällen und einer Lungenerkrankung ist auch ihr
Aktionsradius eingeschränkt. Als Anerkennung für die aufopfernde und
fürsorgliche Pflege ihres Mannes zu Hause erhält Margarete Navratil
den AUVA-Pflegepreis 2006 für Wien.
Margarete und Thomas Navratil haben sich 1970 in einem Tanzlokal
kennen gelernt, 1971 geheiratet und eine gemeinsame Tochter Mireille.
Vier Mädchen hat Margarete in die Ehe mitgebracht. Gabriela, Adele
und Bettina unterstützen ihre Mutter bei der Pflege und im Haushalt
täglich. Trotz eigener Familie, Haustiere und insgesamt elf Kinder.
Ein starkes Frauen-Team.
"So leicht lassen wir uns nicht unterkriegen", meint die
69-jährige, die ihr lebenslustiges Lachen nicht verloren hat. Ihr
Tagesablauf richtet sich nach dem Befinden ihres Mannes. Oft kann er
in der Nacht nicht schlafen. Dann sieht er lange fern und schläft
erst in der Früh für zwei, drei Stunden ein. Diese Zeit nützt die
Pflegepreisträgerin für einen Spaziergang in der Wohnhausanlage und
einen Kaffee bei einer Verwandten in einem Frühstückslokal. Jedes
Jahr fährt Thomas Navratil zur Rehabilitation ins AUVA-Zentrum
Tobelbad. Diese Tage bieten seiner Frau Zeit, sich auszuruhen und
"nichts zu tun" - so nicht Besuch kommt. Zuletzt waren die Navratils
im Jahr 2001 auf Urlaub. Das bevorzugte Reiseziel solange sich Thomas
Navratil noch besser bewegen konnte, war Afrika.
Die gelernte Tapeziererin hat bis 1995 ebenfalls gearbeitet und
dazu verdient. Heute wäre dies nicht mehr möglich. Mit viel
Lebensweisheit, Humor und dem Zuspruch ihrer Familie meistert sie
auch weniger angenehme Stunden und Tage. Thomas Navratil machen vor
allem die Verschlechterung seiner Beweglichkeit und der Dauerschmerz
zu schaffen. Die Gemeindewohnung konnte mit Unterstützung der AUVA
pflegegerecht umgebaut werden.
Die AUVA-Landesstelle Wien unterstützt die Familie Navratil mit
medizinischen Hilfsmitteln, Hygieneartikeln, Darlehen und Zuschüssen
zu behindertengerechten Umbauten und zum Fahrzeugkauf - bisher in
Höhe von rund 294.000 Euro. Thomas Navratil bekommt eine
Invaliditätspension der Pensionsversicherungsanstalt, eine
Versehrtenrente der AUVA sowie derzeit Pflegegeld der Stufe 5.
In Österreich leben rund 7.300 Schwerstversehrte nach einem
Arbeitsunfall und rund 3.000 davon in Wien, Niederösterreich und
Burgenland. In Wien fallen derzeit sechs AUVA-Versehrte in die
Pflegestufe 7 (bis zu Wachkoma), fünf Versehrte in die Pflegestufe 6
sowie 15 Versehrte in die Pflegestufe 5 (schwere
Querschnittslähmungen). Für die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt
(AUVA) zählt die Rehabilitation neben der Prävention, der
Unfallheilbehandlung und der finanziellen Entschädigung zu den vier
Kernaufgaben. In den vier AUVA-Rehabilitationszentren in Österreich
werden jährlich 5.000 Menschen nach Unfällen so weit wie möglich auf
die Rückkehr in ein selbstbestimmtes, unabhängiges Leben vorbereitet.
Die AUVA-Landesstelle Wien finden Sie im Internet unter
www.auva.at/wien
Rückfragehinweis:
Gabriela Würth, GWK,
Tel.: (02242) 38300, (0676) 33 24 879
E-Mail: [email protected]
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