Abschied von der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst

Aus HGPD wird vida - Rückblick vor der Neugründung

Wien (HGPD/ÖGB) - "Ich blicke nicht verklärt aber doch mit Stolz auf mehr als 27 Jahre Geschichte einer kleinen, streitbaren Dienstleistungsgewerkschaft zurück", erklärte Rudolf Kaske, bis heute Vorsitzender der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD) am 7. und letzten HGPD-Gewerkschaftstag. Kaske war elf Jahre lang HGPD-Vorsitzender. Diese war am 7. November 1978 aus dem Zusammenschluss der Gewerkschaft Gastgewerblicher Arbeitnehmer und der Gewerkschaft Persönlicher Dienst entstanden. Das war die erste -und für lange Zeit letzte - organisatorische Änderung im ÖGB nach 1945.++++

Am 7. und letzten ordentlichen Gewerkschaftstag der HGPD wird über die vergangenen Tätigkeitsperioden Bericht erstattet; es werden die Mitglieder gewählt, die in die neuen Gremien von vida entsandt werden und die Delegierten beschließen den Zusammenschluss zu vida.

Bei seinem Rückblick berichtete HGPD-Vorsitzender Kaske von im Jahresschnitt zehn Bundeskollektivverträge, 14 Landes-KV, 30 Mindestlohntarife und etliche Betriebszusatz-KV, welche die Gewerkschaft HGPD in den Jahren 2003 bis 2006 abschließen konnte. Er verwies auf 1.400 HGPD-BetriebsrätInnen und JugendvertrauensrätInnen:
"Von unseren mehr als 46.000 Mitgliedern sind fast drei Viertel Frauen - darauf sind wir stolz. Und wir sind auch stolz darauf, dass sich 13.000 Menschen als Mitglieder zu unserer Gewerkschaft bekennen, obwohl sie keine Betriebsvertretung haben."

Aktionen und Initiativen

Rudolf Kaske erinnerte an den Aktionismus mit dem sich FunktionärInnen, MitarbeiterInnen und Mitglieder an die Sache machten, wenn es darum ging Ungerechtigkeiten zu verhindern: "Ob ich an Lokalbesetzungen denken, die Demo gegen die Dienstleistungsrichtlinie in Brüssel oder die Unterschriftenaktion der Jugend auf Bierdeckeln." Kreativ haben sich die GewerkschafterInnen auch bei verschiedenen Initiativen für die Jugend gezeigt: Ob es um eine Zusatzausbildung für Salzburger Tourismuslehrlinge geht, die die Gewerkschaft gemeinsam mit der Hoteliervereinigung organisiert oder um die Ausbildung von Friseurlehrlingen nach dem JASG.

Rückschläge und Erfolge

"Es gab aber auch Rückschläge wie die ersatzlose Abschaffung des Hausbesorgergesetzes im Jahr 2000", ergänzt Kaske: "Die hat mehr als 10.000 Arbeitsplätze und natürlich auch Mitglieder gekostete. Oder denken wir an die Verlängerung der Arbeitszeit für Jugendliche im Hotel, Gastgewerbe auf 23 Uhr." Dem Gegenüber stünden aber auch Erfolge wie die Einführung der Fünf-Tage-Woche, die Rettung des "Cafe Mozart" oder die Abschaffung der Trinkgeldsteuer.

Der langjährige HGPD-Vorsitzende bedankte sich bei den Delegierten und Mitgliedern und bat sie um ihre Mitarbeit in der neuen Gewerkschaft: "Unsere Zukunftsdevise lautet größer, stärker, besser und mit eurer Unterstützung noch lebensnäher in der neuen Gewerkschaft vida."

ÖGB, 6. Dezember
2006
Nr. 800

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