Haberzettl: Mit vida beginnt ein neues Projekt gewerkschaftlicher Arbeit

18. GdE-Bundeskongress beschließt Zusammenschluss mit HTV und HGPD zu neuer Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida

Wien (GdE/ÖGB) - "Dieser 18. Bundeskongress der Eisenbahnergewerkschaft wird der letzte in der mehr als 114 Jahre langen Geschichte dieser Gewerkschaft sein. Aber wir beenden damit nicht die Geschichte unserer Organisation, sondern eröffnen mit der Gründung der neuen Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft "vida" ein neues Projekt gewerkschaftlichen Engagements, das in mehrjähriger Arbeit vorbereitet worden ist", erklärte der Vorsitzende der Eisenbahnergewerkschaft, Wilhelm Haberzettl, Mittwoch beim GdE-Bundeskongress in Wien, der den Zusammenschluss der GdE mit den Gewerkschaften Handel, Transport, Verkehr (HTV) und Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD) beschloss. ++++

Haberzettl wies darauf hin, dass im künftigen Leitbild der Gewerkschaft "vida" formuliert werde, dass sich in der neuen Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft Frauen und Männer zusammengefunden haben, die sich entschieden haben, die Entwicklung der Arbeitswelt, der sozialen politischen Ordnung in Österreich und Europa aktiv mitzugestalten". Dies entspreche nicht nur der bisherigen Tradition und Haltung der Eisenbahnergewerkschaft, sondern damit werde auch den Beschlüssen des letzten GdE-Bundeskongresses Rechnung getragen.

vida steht für Lebensqualität und Lebensfreude

Aus der GdE werde am heute, Mittwoch, Nachmittag beginnenden Gewerkschaftstag der neuen Gewerkschaft "vida" - zu Deutsch "Leben" -, "weil wir in unserer gemeinsamen gewerkschaftlichen Arbeit erkannt haben, dass die künftig in vida beheimateten Berufsgruppen rund um die Uhr in allen Lebensabschnitten mit ihren beruflichen Dienstleistungen für Lebensqualität und Lebensfreude sorgen. Vorteile, die sich die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch im beruflichen Alltag zu Recht verdienen - dafür wird sich vida und dafür werden sich die Menschen, die hinter vida stehen, einsetzen."

In vida, so Haberzettl weiter, werden künftig so unterschiedliche Berufsgruppen wie die EisenbahnerInnen, Beschäftigte im Handel, soziale Dienste, SanitäterInnen und Krankenhauspersonal, HausbesorgerInnen, WohnhausbetreuerInnen, Reinigungspersonal, Beschäftigte im Tourismus, persönliche DienstleisterInnen, sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Bereichen Luftfahrt, Schifffahrt und Kraftfahrt eng zusammenarbeiten. Die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner werden sich künftig in der Sektion "Verkehr" wieder finden, der Haberzettl als Vorsitzender vorstehen wird.

Der GdE-Vorsitzende erinnerte in einem historischen Rückblick daran, dass der Vorläufer der Eisenbahnergewerkschaft, der "Fach- und Unterstützungsverein der Verkehrsbediensteten Österreichs" vor 114 Jahren, am 2. April 1892, in Wien gegründet worden ist und rasch enormen Zulauf an Mitgliedern erhielt. Bereits in den ersten Jahrzehnten nach seiner Gründung ging der Eisenbahnerverein daran, die Rechte der österreichischen Eisenbahner auszubauen: Am 15. Mai 1919 wurde vom Parlament das Betriebsrätegesetz beschlossen, das die Mitbestimmung und das Mitspracherecht der gewählten Vertreter der Arbeiterschaft in der privaten Industrie regelte. Im selben Jahr wurde eine Personalvertretungsvorschrift für die Bediensteten bei den österreichischen Staatsbahnen ausgearbeitet - die ersten Personalvertretungswahlen fanden im Juli 1919 statt.

Größte Logistikgewerkschaft Europas

Der Kampf für die Rechte der Eisenbahnerinnen und Eisenbahner werde selbstverständlich auch in der neuen Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida weitergehen, unterstrich der GdE-Vorsitzende. "Wir werden mit vida Teil der kompaktesten Logistikgewerkschaft Europas sein - mit mehr als 166.000 Mitgliedern kann man was bewegen!" vida werde "eine sinnvolle Weiterentwicklung unserer bisherigen Aktivitäten sein, die den Anforderungen der Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts entspricht. Wir wissen alle, dass bei den ÖBB verschiedene Berufssparten durch Ausgliederungen aus dem Unternehmen - etwa im Bereich der Wagenreinigung - für die Gewerkschaft der Eisenbahner verloren gegangen wären. Mit der Gründung der neuen Gewerkschaft können die Interessen für diese Gruppen von Eisenbahner weiterhin unter einem Dach von einer starken Gewerkschaft vertreten werden. Wir werden diese neue Dynamik einer neuen Gewerkschaft im Interesse unserer Mitglieder nützen."

Abschließend rief Haberzettl, der beim "vida"-Gewerkschaftstag nicht für den Vorsitz kandidieren wird, dazu auf, "mit dem Elan und der Lebensfreude, die das spanische Wort "vida" (also Leben) beinhaltet, diese neue Gewerkschaft zu leben - getreu dem Motto der neuen Gewerkschaft: Menschen bewegen uns - wir bewegen Menschen!" (Schluss)

ÖGB, 6. Dezember 2006
Nr. 799

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