Landertshammer: Unternehmerisches Denken stärken, Innovationen und Gründungen fördern!

WKÖ-Veranstaltung "Entrepreneurship Education für schulische Innovationen: Ziele Methoden und Herausforderungen" heute im Haus der Wirtschaft

Wien (PWK834) - Wie können junge Menschen dazu bewegt werden, sich selbständig zu machen? Dies ist eine der zentralen Fragen, mit der sich die EU und ihre Mitgliedstaaten aktuell sehr intensiv auseinandersetzen. Heute, Dienstag, wird dieses Thema auch in der Wirtschafskammer Österreich mit einschlägigen Experten diskutiert und Ansätze für Österreich erörtert. Michael Landertshammer, Leiter der Bildungspolitischen Abteilung der WKÖ, erklärte in seinem Statement, warum dieses Thema derzeit so "heiß" ist: "Nur durch eine Zunahme der unternehmerischen Aktivitäten und einer höheren Anzahl von Betriebsgründungen kann die Reduktion der Arbeitslosigkeit in der EU und Österreich nachhaltig erreicht werden. Die Wettbewerbs- und Wachstumsfähigkeit der europäischen Volkswirtschaften sowie die Bewahrung des europäischen Sozialmodells hänge davon ab. Um das gemeinsame Ziel von mehr Wachstum und Beschäftigung erreichen zu können, müssen daher Betriebsgründungen stärker unterstützt und eine Unternehmerkultur, unternehmerisches Denken durch Bildung und Ausbildung besonders gefördert werden."

Die Förderung unternehmerischen Denkens ist eine wichtige Strategie der Europäischen Union. In einer Empfehlung der EU-Kommission wurden die Mitgliedstaaten aufgefordert, dafür zu sorgen, dass alle jungen Menschen die Möglichkeit haben, die unternehmerische Kompetenz - die Fähigkeit, Ideen in die Tat umzusetzen - bis Ende der allgemeinen Schulpflicht zu erwerben und danach ständig aktualisieren zu können. Im Februar 2006 hat die EU-Kommission auch einen Plan zur Förderung des Unternehmergeistes an Schulen und Universitäten vorgelegt.

Während Landertshammer für Österreich bei den Betriebsgründungen ein positives Bild zeichnete - die Anzahl der Firmengründungen ist in den letzen 15 Jahren von 15.000 auf über 31.000 (2005) stark gestiegen, orte er ein "unternehmerisches Manko" im Ausbildungsbereich. Die unternehmerischen Qualitäten, wie Kreativität, Selbständigkeit und Eigeninitiative würden im aktuellen Schulsystem unzureichend gefördert, kritisierte Landertshammer. "Mit Ausnahme der dualen Ausbildung und der Handelsakademien, trägt kaum ein Schultyp zur Stärkung des Unternehmertums bei. Vor allem in jungen Jahren wird unternehmerisches Denken und Handeln nur wenig gefördert." Dabei sei aber gerade die Aus- und Weiterbildung eine tragende Säule in der Vorbereitung zu unternehmerischen Handeln. Marktchancen müssen wahrgenommen, Geschäftsmodelle entwickelt und ein hohes Maß an Eigeninitiative mitgebracht werden. "Dazu ist eine Haltung notwendig, die maßgeblich durch soziale und kulturelle Normen sowie das Bildungssystem bestimmt ist. Unternehmerisches Handeln beginnt im Schulalter", stellte Landertshammer klar.

Um unternehmerisches Denken in den Schulen zu fördern hat die WKÖ 2003 den "Unternehmerführerschein" (UFS) ins Leben gerufen. Dieser hat sich als freiwillige Zusatzqualifikation seitdem zu einem festen und intensiv genutzten Bestandteil in diesem Prozess etabliert und ist seit Anfang des Jahres bundesweit verfügbar. Ende Oktober 2006 wurde der UFS bei der EU Konferenz - Entrepreneurship Education in Europe - in Oslo sogar als Best-Practise-Beispiel für den Sekundarbereich vorgestellt.

Auch die von der WKÖ und bm:bwk initiierten Bildungscluster tragen zu einer engeren Verschränkung zwischen Bildungsanbietern und Unternehmen bei. Ebenso bringt die Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Schule mit ihren Produkten "die Wirtschaft ins Klassenzimmer" und besonders wies der WKÖ-Bildungsexperte auch auf die Initiative "Innovatives Unternehmen" hin. Dieses Projekt von WKÖ und WIFI Unternehmerservice hat es sich zur Aufgabe gemacht, besonders KMUs als Rückgrat der österreichischen Wirtschaft dabei zu unterstützen, ihre Innovationen richtig und erfolgreich voranzutreiben. Landertshammer: "Damit wollen wir aber nicht nur KMU begeistern. Durch die Präsentation der Innovationsbeispiele erwarten wir uns auch einen Spill-Over auf die Bildungseinrichtungen, sich der in diesem Projekt gesammelter Ideen zu bedienen und in dem Unterricht als Beispiele einzusetzen, damit künftig Worte besser in Taten umgesetzt werden können." (Ne)

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