KORRIGIERTE NEUFASSUNG der OTS0305 vom 30.11.2006: Herzinfarkt - Vorsorge und Behandlung in Österreich und die neue Krankheit Lungenhochdruck

Bei der Pressekonferenz am 29.November in Wien präsentiert die Österreichische Kardiologische Gesellschaft 4 aktuelle Themenschwerpunkte.

Wien (OTS) - Die Aktion "SCHACH DEM HERZTOD", die in
Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Gesundheit und Frauen koordiniert und geplant wird, soll eine breite Bevölkerungsschicht informieren und dazu bringen, erste Alarmsignale bei einem Herzinfarkt zu erkennen und frühzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Brustschmerzen mehr als 5 Minuten - Notruf 144 Österreichweit -Akutbehandlung in einem Herzkatheterlabor so rasch wie möglich Univ. Prof. Dr. Kurt Huber informierte: Laut neuen kardiologischen Richtlinien dürfen zwischen Diagnose und Behandlung nicht mehr als 90 Minuten vergehen - größere Infarkte und eine ansteigende Sterblichkeitsrate könnten sonst die Folge sein.

In Wien wird seit 2003 an einer flächendeckenden Versorgung gearbeitet. Im nationalen und internationalen Vergleich ist die 60%ige Akut-PCI-Rate (Öffnung eines verschlossenen Herzkranzgefäßes mittels Herzkathetereingriff) in Wien ein absoluter Spitzenwert und führte zu einer Halbierung der Sterblichkeit bei Herzinfarkten. Auch in anderes Bundesländern, in denen bereits funktionierende 24-Stunden Netzwerksysteme etabliert wurden werden ähnlich gute Resultate erzielt. Erfreulicherweise entwickeln sich auch überregionale Netzwerke. Der Osten Niederösterreichs und das Burgenland inklusive Shopron bilden ein Netzwerk, Vorarlberg arbeitet mit der Schweiz zusammen , Salzburg kooperiert mit dem Süden Deutschlands. Trotzdem gibt es noch einige Defizite in der flächendeckenden Versorgung von Herzinfarktpatienten, die Akut-PCI Versorgung liegt bundesweit bei 25-30%. Eine Verbesserung dieser Rate sollte in den nächsten 1-2 Jahren erzielt sein.

Der Pressesprecher der ÖKG Univ. Prof. Dr. Helmut-Dietmar Glogar sprach über Vor- und eventuelle Nachteile von Medikamenten beschichten Stents (Herzkranzgefäß-Stützen). Er bezeichnet die beschichteten Stents als die bessere Alternative zu herkömmlichen nichtbeschichteten Stents, da sie eine drastische Reduktion der Wiedereinengung (Restenose) gebracht haben. In letzter Zeit ist Sorge aufgetreten, da bei medikamentenbeschichteten Stents in seltenen fällen akute Verschlüsse durch ein Blutgerinnsel (Thrombose) auch noch nach 1 Jahr nach Eingriff beobachtet wurden. Die bisherigen Daten zeigen allerdings lediglich einen Trend im Unterschied zu konventionellen Stents. Solche Ereignisse sind sehr selten (0,2%), erhalten aber bei der weiteren Forschung entsprechende Aufmerksamkeit.

Empfehlungen der ÖKG zu medikamentenbeschichteten Stents:

  • sorgfältige langfristige Nachbetreuung der Patienten durch einen Facharzt
  • Aufklärung der Patienten über Vorteil und Risiko gegenüber unbeschichteten Stents
  • Patienten sollten Medikamente keinesfalls selbst absetzen
  • Patienten mit erhöhtem Thromboserisiko, zu erwartenden Operationen oder zu geringer Eigenverantwortung bei der laufenden Medikamenteneinnahme sollten mit konventionellen Stents behandelt werden.

Vorbeugung ist effektiver als High-Tech-Eingriffe in der Kardiologie ist die ultimative Erkenntnis! Eine intensive Vorbeugung - u. a. die Veränderung des Lebensstils und intensive Behandlung von vorhandenen Risikofaktoren - senkt das Erkrankungsrisiko sowie die Sterblichkeit bei Herz-Kreislauferkrankungen beträchtlich.

Einstellen des Rauchens - richtige Ernährung - ausreichende Bewegung - Kontrolle von Blutfetten, Blutdruck und Blutzucker wirken nachweislich vorbeugend auf die Entstehung und Reduktion von Risikofaktoren.

Univ. Prof. Dr. Helmut Baumgartner spricht von dem Beenden des Rauchens als einer besonders effektiven Präventionsmaßnahme - das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls sinkt nach 1-2 Jahren bereits um 50%! Dr. Baumgartner empfiehlt ab dem 40. Lebensjahr regelmäßige Gesundenuntersuchungen durchzuführen.

Univ. Prof. Dr. Irene Lang informiert über Kardiologie und Lungenhochdruck

Lungenhochdruck ist eine seltene aber sehr gefährliche Gefäßerkrankung, die häufig bei jungen Frauen auftritt und oft zu spät diagnostiziert wird. Durch den zu hohen Lungendruck wird die Funktion des rechten Herzmuskels beeinträchtigt. Bei unbehandelten Patienten kommt es innerhalb von 2-3 Jahren zu Rechtsherzversagen und Tod.

Die heute verfügbaren hochwirksamen Therapien zielen darauf ab, den Lungenhochdruck zu senken und die Rechtsventrikelfunktion zu erhalten. Es ist wichtig, dass Arzt und Patient die folgenden Symptome der richtigen Diagnose zuordnen:

  • Atemnot bei Belastung und im Ruhezustand
  • Brustschmerz
  • Schwindel
  • Im fortgeschrittenen Stadium Bewusstseinsverlust bei körperlicher Belastung

Die Dunkelziffer der Erkrankungen soll mit Hilfe der praktischen Ärzte erfasst werden. Die Webseite www.lungenhochdruck.at bietet weitere Informationen, Behandlungszentren und Kontaktpersonen.

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Birgit Hölzl-Zech, MBA, Verbandsmanagement
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