Herzinfarkt - Vorsorge und Behandlung in Österreich und die neue Krankheit Lungenhochdruck

Wien (OTS) - Bei der Pressekonferenz am 29.November in Wien präsentiert die Österreichische Kardiologische Gesellschaft 4 aktuelle Themenschwerpunkte zum Kampf gegen den Herzinfarkt.

Die Aktion "SCHACH DEM HERZTOD", die in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Gesundheit und Frauen koordiniert und geplant wird, soll eine breite Bevölkerungsschicht informieren und dazu bringen, erste Alarmsignale bei einem Herzinfarkt zu erkennen und frühzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Brustschmerzen über 20 Minuten - Notruf 144 Österreichweit -Akutbehandlung in einem Herzkatheterlabor innerhalb der 1. Stunde

Univ. Prof. Dr. Kurt Huber informierte: Laut neuen kardiologischen Richtlinien dürfen zwischen Diagnose und Behandlung nicht mehr als 90 Minuten vergehen - größere Infarkte und eine ansteigende Sterblichkeitsrate könnten sonst die Folge sein.

In Wien wird seit 2003 an einer flächendeckenden Versorgung gearbeitet. Im nationalen und internationalen Vergleich ist die 60%ige Akut- PCI-Rate (minimal operativer Katheter-Eingriff zur Öffnung eines verschlossenen Herzkranzgefäßes) in Wien ein absoluter Spitzenwert und führte zu einer Halbierung der Sterblichkeit bei Herzinfarkten. Auch in Tirol werden ähnlich gute Resultate erzielt. Der Osten Niederösterreichs und das Burgenland bilden ein Netzwerk, Vorarlberg arbeitet mit der Schweiz zusammen und Salzburg kooperiert mit dem Süden Deutschlands. Österreichweit gibt es noch einige Defizite in der flächendeckenden Versorgung von Herzinfarktpatienten, die Akut-PCI Versorgung liegt bundesweit bei 25-30%. Eine Verbesserung dieser Rate sollte in den nächsten 1-2 Jahren erzielt sein.

Der Pressesprecher der ÖKG Univ. Prof. Dr. Helmut-Dietmar Glogar sprach über Vor- und eventuelle Nachteile von Medikamenten beschichten Stents (Herzkranzgefäß-Stützen). Er bezeichnet die beschichteten Stents als die bessere Alternative, die eine drastische Verbesserung der Wiedereinengungsrate (Restenoserate) gebracht haben. Beim Auftreten von Thrombosen nach über einem Jahr kommt es zu einer geringen, aber statistisch merkbaren Grauzone (0,2%) von Thrombosen bei der Verwendung von Medikamenten beschichteten Stents.

Empfehlungen der ÖKG zu medikamentenbeschichteten Stents:

  • sorgfältige langfristige Nachbetreuung der Patienten durch einen Facharzt
  • Aufklärung der Patienten über Vorteil und Risiko gegenüber unbeschichteten Stents
  • Patienten sollten Medikamente keinesfalls selbst absetzen
  • Patienten mit erhöhtem Thromboserisiko, zu erwartenden Operationen oder zu geringer Eigenverantwortung bei der laufenden Medikamenteneinnahme sollten mit konventionellen Stents behandelt werden.

Vorbeugung ist effektiver als High-Tech-Eingriffe in der Kardiologie ist die ultimative Erkenntnis! Eine intensive Vorbeugung - u. a. die Veränderung des Lebensstils - senkt das Erkrankungsrisiko sowie die Sterblichkeit bei Herz-Kreislauferkrankungen beträchtlich. Einstellen des Rauchens - richtige Ernährung - ausreichende Bewegung - Kontrolle von Blutfetten, Blutdruck und Blutzucker wirken nachweislich vorbeugend auf die Entstehung und Reduktion von Risikofaktoren.

Univ. Prof. Dr. Helmut Baumgartner spricht von dem Beenden des Rauchens als einer besonders effektiven Präventionsmaßnahme - das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls sinkt nach 1-2 Jahren bereits um 50%! Dr. Baumgartner empfiehlt ab dem 40. Lebensjahr regelmäßige Gesundenuntersuchungen durchzuführen.

Univ. Prof. Dr. Irene Lang informiert über Kardiologie und Lungenhochdruck. Lungenhochdruck ist eine seltene und junge Gefäßerkrankung, die häufig bei jungen Frauen auftritt und oft zu spät diagnostiziert wird. Durch den zu hohen Lungendruck wird die Funktion des rechten Herzmuskels beeinträchtigt. Bei unbehandelten Patienten kommt es innerhalb von 2-3 Jahren zu Rechtsherzversagen und Tod.

Die heute verfügbaren hochwirksamen Therapien zielen darauf ab, die Rechtsventrikelfunktion zu erhalten.

Es ist wichtig, dass Arzt und Patient die folgenden Symptome der richtigen Diagnose zuordnen:

  • Atemnot bei Belastung und im Ruhezustand
  • Angina pectoris
  • Schwindel
  • Im fortgeschrittenen Stadium Bewusstseinsverlust bei körperlicher Belastung

Die Dunkelziffer der Erkrankungen soll mit Hilfe der praktischen Ärzte erfasst werden. Die Webseite www.lungenhochdruck.at bietet weitere Informationen, Behandlungszentren und Kontaktpersonen.

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Birgit Hölzl-Zech, MBA, Verbandsmanagement
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