50-Jahre-Jubiläum ÖKSA: Soziale Investitionen machen uns reicher, nicht ärmer!

EU-Kommissar Fischler für "Einbau von Mindestsicherungselemente ins Sozialsystem" / Prof. Weidenholzer: "Sozialpolitik ist ein wichtiger Produktionsfaktor"

Wien (OTS) - "Ein soziales Europa ist möglich, wenn wir begreifen, dass soziale Investitionen eine Volkswirtschaft reicher machen und nicht ärmer", so Diakonie-Direktor und ÖKSA-Präsident Michael Chalupka bei der heutigen Jubiläumsveranstaltung zu 50 Jahre Österreichisches Komitee für soziale Arbeit (ÖKSA). "In einem zukünftigen Europa werden die Bürgerinnen und Bürger und die sozialen NGOs Partner sein und nicht Bittsteller", so Chalupka weiter.

Der ehemalige EU-Kommissar Franz Fischler merkte in seiner Festrede an, dass es angesichts zunehmender Armut in Europa darum gehe "das soziale Netz, dort wo es Löcher hat, zu ergänzen. Das heißt auch Mindestsicherungselemente ins Sozialsystem einzubauen." Fischler verwies auf erfolgreiche Beispiele nordischer Länder wie Dänemark, die die hohe soziale Sicherung mit hoher Produktivität verbinden. Hohe Arbeitslosengelder und eine geringe Arbeitslosigkeit seien kein Widerspruch, so Fischler, sondern offenbar "ein guter Mix, um höhere Flexibilität bei gleichzeitig hoher sozialer Sicherheit zu vereinen."

"Die sozialen Kosten nicht-sozialer Politik sind hoch", zitierte Univ. Prof. Josef Weidenholzer, der für die Social Platform Europe sprach, eine Studie der EU-Kommission. Die USA gebe bereits mehr Geld für Gefängnisse als für Schulen aus. Ingesamt seien dort zwei Millionen Menschen im Gefängnis, was die Arbeitslosenrate um zwei Prozent hinunterdrücke. "Sozialpolitik ist ein wichtiger Produktionsfaktor. Egal welches Ranking man heranzieht, etwa die Auflistung der reichsten Länder durch die Weltbank oder den Wettbewerbsindex des World Economic Forum, immer sind die Spitzenpositionen mit zumeist europäischen Staaten besetzt, die gleichzeitig auch die höchsten Sozialausgaben aufweisen", so Weidenholzer.

Das "Österreichische Komitee für soziale Arbeit" ist die Gesprächsplattform der Sozialreferate der Länder, des Sozialministeriums und der wichtigsten Wohlfahrtsorganisationen. "In Österreich ist soziale Integration ohne optimale Zusammenarbeit zwischen diesen drei Akteuren undenkbar. Dabei gilt es, ideologische und parteipolitische Fixierungen zu überwinden", so Chalupka zum 50. Geburtstag des ÖKSA abschließend.

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