Steiermark startet Landentwicklungs-Initiative

Ziel: Abwanderung stoppen und neue Arbeitsplätze schaffen

Graz (AIZ) - Mit Jänner 2007 wird die "Landentwicklung Steiermark" ihre Tätigkeit aufnehmen. Es handelt sich dabei um eine gemeinsame Initiative von Landesrat Johann Seitinger und der Landwirtschaftskammer. Der neue Landesverein entsteht aus einer Zusammenführung der beiden Vereine "Ökologische Landentwicklung" und "Integrierte Ländliche Entwicklung". Er wird zunächst 20 Mitarbeiter beschäftigen, darunter elf Regionsbetreuer, die in sieben regionalen Kompetenzteams zusammengefasst werden. Der Sitz der Landentwicklung Steiermark ist in Graz, Hans-Sachs-Gasse 5/3, die Standorte in den Regionen befinden sich in den Baubezirksleitungen sowie in den Bezirksstellen der Landwirtschaftskammer. Ziel dieser Initiative ist es, die Abwanderung am Land zu stoppen und neue Arbeitsplätze zu schaffen.

"Der ländliche Raum ist der Zukunftsraum des 21. Jahrhunderts. Es gilt, dem vielfältigen Land mit seinen vielseitigen Menschen die besten Bedingungen für die Zukunft zu sichern. Als Lebensmittel-, Rohstoff- und Erholungsraum ist er für die Zukunft der Steiermark von entscheidender Bedeutung", betont Landesrat Seitinger. Er fungiert als Obmann des neuen Landesvereins, zum Geschäftsführer wurde Christian Gummerer bestellt.

"Die Landentwicklung wird die Stärken des ländlichen Raumes in besonderem Maße forcieren. Dabei setzen wir auf einen engen Schulterschluss von Landwirtschaft, Tourismus und Gewerbe, um ländliche Regionen lebenswert, attraktiv und anziehend zu machen", betont der Direktor der Landwirtschaftskammer Steiermark, Winfried Eberl.

Zahlreiche Initiativen und Dienstleistungen geplant

Erstes Ziel des neuen Landesvereins ist die Begleitung von Zukunftsprozessen in Regionen und Gemeinden mit starker Bürgerbeteiligung: Ausgehend von der weltweiten Konferenz zur Nachhaltigen Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 wurden bisher in 180 Unterzeichner-Staaten Gemeindeentwicklungs-Prozesse nach dem Modell der "Lokalen Agenda 21" durchgeführt. Österreich ist Mitunterzeichner der Agenda 21, die Steiermark ist österreichisches Vorbildland mit bereits über 100 LA21-Gemeinden. "Mit der Landentwicklung Steiermark soll diese Entwicklung noch verstärkt werden - bis 2013 wird flächendeckend allen steirischen Gemeinden und Regionen die fachliche Begleitung ihrer Zukunftsentwicklung mit Bürgerbeteiligung angeboten", erläutert Seitinger.

Eberl: Umsetzung von Projekten zur Stärkung des ländlichen Raumes

"Mit dem 'Grünen Pakt' für die Ländliche Entwicklung stehen in Österreich bis zum Jahr 2013 insgesamt EUR 7,8 Mrd. zur Verfügung. In der Steiermark allein sind etwa EUR 160 Mio. für konkrete Projekte zur Stärkung des ländlichen Raumes reserviert. Vorrangiges Ziel projektorientierter Fördermaßnahmen der EU ist ein starkes Netzwerk aus Landwirtschaft, Tourismus, Regionalwirtschaft, Infrastruktur sowie Kultur- und Sozialinitiativen", berichtet der Landesrat.

"Die steirischen Bauern werden aktiv an Gemeinschaftsprojekten mit Tourismus und Gewerbe mitwirken. Sie werden ihre Stärken in den Bereichen Kulinarik, Tourismus, erneuerbare Energie und nachwachsende Rohstoffe in die Projekt-Netzwerke offensiv einbringen", unterstreicht Eberl. So sollten durch eine Nahversorger-Initiative verstärkt Qualitätsprodukte von Direktvermarktern in örtlichen Geschäften erhältlich sein. Außerdem würden Kulinarik-Bauernhöfe und typische steirische Produkte wie "Steirisches Kürbiskernöl ggA" forciert. "Teile der Oststeiermark wollen mit Kräuteranbau punkten. Einige Regionen haben vor, mit 'Biomassehöfen', mit Nahwärme aus Holzenergie sowie mit Produkt-Innovationen wie 'Agropellets' energieautark zu werden. Ziel ist es, dass die Bauern entlang der gesamten Wertschöpfungskette mitpartizipieren", so der Kammerdirektor.

"Nur ein wirtschaftlich attraktiver ländlicher Raum schafft Arbeitsplätze und sichert Lebensqualität. Bestes Beispiel dafür ist die Region Almenland. Dort wurden durch vernetzte Projekte in den vergangenen Jahren 2.300 Arbeitsplätze geschaffen", gibt Eberl zu bedenken. Die Landwirtschaft sei ein Job-Motor. Jeder bäuerliche Betrieb sichere 1,5 weitere Arbeitsplätze. In der Steiermark seien dies 117.000 Arbeitsplätze. Deshalb wäre es notwendig, dass durch innovative Projekte der ländliche Raum neue Impulse bekommt.

Seitinger ergänzt, dass sich im Rahmen dieser Initiative in der Steiermark bis zum Jahr 2010 verstärkt Gemeindekooperationen bilden sollen, um Synergien auf kommunaler Ebene zu verstärken und Ressourcen effizienter einzusetzen. Die wesentlichen Investitionen sollen gemeindeübergreifend und mit gemeinsamer Zielsetzung angegangen werden.
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