Entführung im Irak - Täter-Opfer-Umkehr?

Wien (OTS) - Seit der Entführung eines Österreichischen Contractors im Irak stürzen sich Österreichische Medien auf das Thema der privaten Sicherheitsunternehmen.

Bedauerlicherweise gelangt eine Konnotion zur Anwendung, die das Entführungsopfer zum Täter stilisieren möchte, so etwa letzten Dienstag, als in der ORF-Sendung "Thema" ein Vertreter der in Berichten des DÖW einschlägig angeführten "Antiimperialistischen Koordination" zu Wort, der den entführten Österreicher unreflektiert als Aggressor darstellt - und auch der ORF-Moderator übernimmt dessen Agitation.

In die selbe Kerbe schlägt auch die Tageszeitung "Die Presse", zuerst in einem Gastkommentar am 23. November, weiters in einem Artikel am 24. November, in dem von "Glücksrittern", "Söldnern" und "Gewaltunternehmern" die Rede ist. In der Folge wird in den Raum gestellt, dass diese in einem rechtsfreien Raum ohne jegliche Kontrolle agieren würden.

Richtig ist vielmehr, dass der entführte Österreicher keinesfalls als "Söldner" im Sinne des Österreichischen Strafrechts zu diffamieren ist, welches diese Straftat im § 320 StGB genau definiert. Weiters existieren sehr wohl verbindliche Regime zur Regulierung und auch allfälligen Sanktionierung von privaten Sicherheitsunternehmen im Irak. Diese unterliegen nicht nur Bestimmungen des Einsatzgebietes, sondern auch - so sie für US-amerikanische Streitkräfte arbeiten - Bestimmungen des US Strafrechts, was auch anlässlich der Vorkommnisse um Abu Ghraib zu empfindlichen Sanktionen gegen beteiligte Unternehmen führte. Völkerrechtlich wären Angehörige privater Sicherheitsunternehmen als "ziviles Heeresgefolge" zu definieren, zudem sind die "Großen" der Branche dem Code of Conduct der "International Peace Operations Association" verpflichtet.

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