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Neue KÄRNTNTER TAGESZEITUNG: Haben-Konto gegen Armut (von Jolanda Woschitz)
Ausgabe, 23.11.2006
Klagenfurt (OTS) - Wer ohne Girokonto ist, hat kaum Chancen auf
einen Arbeitsplatz. Mehr noch: Eine Bankverbindung ist zum Führen
eines "normalen" Lebens faktisch unverzichtbar. Tausende
Österreicherinnen und Österreicher sind infolge einer finanziellen
Notlage kontolos. Mit der Eröffnung der "Zweiten Sparkasse", der
"Bank für Menschen ohne Bank", werden ihnen neue Perspektiven
eröffnet, die soziale Reintegration ermöglichen.
Die Stiftung der "Zweiten" bedeute nicht, "dass wir plötzlich eine
soziale Ader in uns entdeckt haben", so Erste-Bank-Chef Andreas
Treichl im Vorfeld der"Filialeröffnung in Wien. Vielmehr trage man
den Gründungsgedanken - vor 187 Jahren wurde die Erste
österreichische Spar-Casse als gemeinnütziges Unternehmen eröffnet -
in die Gegenwart.
Weitaus wichtiger: Treichl plädierte dafür, dass Unternehmer ihre
soziale Verantwortung auch tatsächlich wahrnehmen müssen. Doch dazu
braucht es Visionen. Wie es uns der Friedensnobelpreisträger und
Bankfachmann Mohammed Yunus aus Bangladesch vorgezeigt hat. Vor drei
Jahrzehnten mit der Gründung der Grameen Bank schienen Kredite an
arme Menschen ohne finanzielle Sicherheit als unmögliche Idee. Heute
hat die Bank 6,6 Millionen Kleinstkreditnehmer, die Rückzahlquote
liegt bei 99 Prozent - und sie ist vor allem ein bedeutendes
Instrument im Kampf gegen die Armut.
Rückfragehinweis:
"Neue Kärntner Tageszeitung" Viktringer Ring 28 9020 Klagenfurt Jolanda Woschitz E-Mail: [email protected] Tel.: 0463/5866-513
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