- 22.11.2006, 08:40:09
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Gegen die aktive Sterbehilfe in Österreich
Leiden kann nicht beseitigt werden, indem Ärzte die Leidenden töten!
Wien (OTS) - In einer kürzlich veröffentlichten Meinungsumfrage
des IMAS befürworten angeblich fast die Hälfte aller
ÖsterreicherInnen die aktive Sterbehilfe nach dem Modell der
Niederlande. Wissenschaftliche Untersuchungen aus Holland belegen,
dass gesunde Personen im wesentlichen 3 Gründe für den Wunsch nach
Euthanasie angegeben: die Angst vor Schmerzen, die Angst unwürdig zu
sterben und die Angst, den Angehörigen zur Last zu fallen.
Jahrzehntelange Erfahrungen von Hospizen und Palliativeinrichtungen
zeigen hingegen, dass unheilbar kranke Menschen am Lebensende, die
nicht an Schmerzen leiden und sich begleitet fühlen, nicht nach der
Todesspritze verlangen, sondern bis zuletzt leben wollen. Wesentlich
in der Betreuung dieser Patienten ist die Lebensqualität bis zuletzt
unter Einbindung der Angehörigen. Heute stehen moderne
Behandlungsmethoden zur Verfügung, mit denen selbst stärkste
Schmerzen wirksam gelindert werden können.
Durch das neu in Kraft getretene Gesetz zur Patientenverfügung hat
jeder Österreicher die Möglichkeit für den Fall, dass er nicht mehr
in der Lage selbst zu entscheiden, vorab verbindlich festzulegen,
welche Behandlungen und medizinischen Maßnahmen bei einer unheilbaren
Erkrankung vom Arzt nicht durchgeführt werden dürfen. Die
Palliativmedizin steht für ein würdevolles und selbst bestimmtes
Lebensende, ohne Verlängerung des Sterbeprozesses durch sinnlose
Untersuchungen und Behandlungen, lehnt aber die Tötung von Menschen
durch den Arzt entschieden ab.
Ein Legalisierung der aktiven Sterbehilfe hätte unabsehbare
Folgen: der Druck auf alte und schwerkranke Menschen seitens der
Gesellschaft wäre enorm, die ärztliche Berufsethik würde in Frage
gestellt, Missbrauch könnte kaum verhindert werden. Studien aus
Holland zeigen, dass dort auch Menschen ohne ihre ausdrückliche
Zustimmung euthanasiert werden. Die Österreichische
Palliativgesellschaft setzt sich daher als medizinische
Fachgesellschaft seit Jahren für die Entwicklung einer qualifizierten
Betreuung von Menschen in der letzten Lebensphase ein und fordert
einen flächendeckenden Ausbau der ambulanten und stationären
Versorgung unheilbar kranker Patienten in Österreich.
Rückfragehinweis:
Dr. Michaela Werni, Generalsekretärin der OPG mailto:[email protected]; Dr. Franz Zdrahal, Präsident der OPG mailto:[email protected] Sekretariat der OPG: [email protected] Homepage der OPG: www.palliativ.at
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