Gegen die aktive Sterbehilfe in Österreich

Leiden kann nicht beseitigt werden, indem Ärzte die Leidenden töten!

Wien (OTS) - In einer kürzlich veröffentlichten Meinungsumfrage des IMAS befürworten angeblich fast die Hälfte aller ÖsterreicherInnen die aktive Sterbehilfe nach dem Modell der Niederlande. Wissenschaftliche Untersuchungen aus Holland belegen, dass gesunde Personen im wesentlichen 3 Gründe für den Wunsch nach Euthanasie angegeben: die Angst vor Schmerzen, die Angst unwürdig zu sterben und die Angst, den Angehörigen zur Last zu fallen. Jahrzehntelange Erfahrungen von Hospizen und Palliativeinrichtungen zeigen hingegen, dass unheilbar kranke Menschen am Lebensende, die nicht an Schmerzen leiden und sich begleitet fühlen, nicht nach der Todesspritze verlangen, sondern bis zuletzt leben wollen. Wesentlich in der Betreuung dieser Patienten ist die Lebensqualität bis zuletzt unter Einbindung der Angehörigen. Heute stehen moderne Behandlungsmethoden zur Verfügung, mit denen selbst stärkste Schmerzen wirksam gelindert werden können.

Durch das neu in Kraft getretene Gesetz zur Patientenverfügung hat jeder Österreicher die Möglichkeit für den Fall, dass er nicht mehr in der Lage selbst zu entscheiden, vorab verbindlich festzulegen, welche Behandlungen und medizinischen Maßnahmen bei einer unheilbaren Erkrankung vom Arzt nicht durchgeführt werden dürfen. Die Palliativmedizin steht für ein würdevolles und selbst bestimmtes Lebensende, ohne Verlängerung des Sterbeprozesses durch sinnlose Untersuchungen und Behandlungen, lehnt aber die Tötung von Menschen durch den Arzt entschieden ab.

Ein Legalisierung der aktiven Sterbehilfe hätte unabsehbare Folgen: der Druck auf alte und schwerkranke Menschen seitens der Gesellschaft wäre enorm, die ärztliche Berufsethik würde in Frage gestellt, Missbrauch könnte kaum verhindert werden. Studien aus Holland zeigen, dass dort auch Menschen ohne ihre ausdrückliche Zustimmung euthanasiert werden. Die Österreichische Palliativgesellschaft setzt sich daher als medizinische Fachgesellschaft seit Jahren für die Entwicklung einer qualifizierten Betreuung von Menschen in der letzten Lebensphase ein und fordert einen flächendeckenden Ausbau der ambulanten und stationären Versorgung unheilbar kranker Patienten in Österreich.

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