• 19.11.2006, 09:00:00
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"trend": Auch Ex-ÖGB-Finanzchef kassierte

ÖGB-Kontrollchefin Lore Hostasch schanzte Weninger ein Jahresgehalt von kolportierten 330.000 Euro zu

Wien (OTS) - Ausgerechnet als Chef jener Anteilsverwaltung Bawag
P.S.K. AG (AVB), in der im September des Vorjahres die
Karibik-Altschulden der Bawag geparkt wurden, erhielt der frühere
ÖGB-Finanzchef Günter Weninger ein exorbitant hohes Jahresgehalt von
kolportierten 330.000 Euro, berichtet das Wirtschaftsmagazin "trend"
in seiner Dienstag erscheinenden Ausgabe. Genehmigt wurde dieser
Vertrag, der auch einen für Manager üblichen Rechtsschutz
beinhaltete, von AVB-Aufsichtsratschefin Lore Hostasch in Abstimmung
mit Ex-ÖGB-Boss Fritz Verzetnitsch.
"Die Größenordnung dürfte stimmen", bestätigt Anwalt Gustav
Teicht, der seit September selbst im Aufsichtsrat der AVB sitzt,
"Weninger hat sich hier einen Gehaltsbezug geben lassen, über den wir
alle (die Mitglieder des im September 2006 neu besetzten
Aufsichtsrats, Anm.) gestaunt haben".
Hostasch findet bis heute nichts Ungewöhnliches an Weningers
AVB-Gage. Die Summe von 330.000 Euro jährlich, die übrigens der
Größenordnung nach auch von ÖGB-Finanzchef Clemens Schneider via
Pressesprecherin nicht bestritten wird, stellt Hostasch zwar in
Abrede: "Der Betrag ist niedriger". Allerdings bestätigt Hostasch,
dass sie bei jener Sitzung am 8. September 2005, bei der Vorstand und
Aufsichtsrat der AVB (=die alte Bawag-Hülle nach der Fusion des
operativen Bankgeschäfts mit der P.S.K.) neu bestellt wurden, vom
Aufsichtsrat ermächtigt wurde, in Abstimmung mit ÖGB-Chef Fritz
Verzetnitsch einen Vorstandsvertrag mit Weninger zu verhandeln
Hostasch: "Als Orientierung hieß es, der Bezug solle unter der Höhe
der Bawag-Vorstandsmitglieder liegen".
Sie habe sich auch nicht gewundert, so Hostasch, dass Weninger
eine derart hohe Gage für die Vorstandsposition in der AVB, die zu
diesem Zeitpunkt nicht viel mehr als eine Hülle war, haben wollte.
Hostasch: "Das war doch keine Pimperlgesellschaft, sondern eine
Finanzholding mit Beteiligungen, die ein beträchtliches Volumen
verwaltet hat. Und dass in der AVB-Bilanz nicht alles der Wahrheit
entsprochen hat, haben wir ja erst nachher erfahren."
Lediglich gegen die Wünsche Weningers, auch einen üppig dotierten
Pensionsvertrag abzuschließen, habe sie sich gemeinsam mit
Verzetnitsch quer gelegt, "weil diese Vorstandsfunktion relativ
kurzfristig angelegt war und Weninger keine entsprechenden
Vordienstzeiten aufweisen konnte."
Doch das dicke Ende könnte erst kommen. Zwar wurde Weningers
Vertrag laut AVB-Aufsichtsratsprotokoll vom 8. Mai 2006
"einvernehmlich zum 30. 04. 2006 aufgelöst". Mit Ende April, lässt
Schneider ausrichten, endeten deshalb auch die Zahlungen an Weninger,
der für "trend" leider nicht zu sprechen war. Doch nun befürchtet man
im ÖGB, dass der frühere Finanzchef im Zuge des
Schadenersatzprozesses gegen ihn nachträglich auf die Erfüllung
dieses Vertrags, dessen Laufzeit keiner der Beteiligten preis geben
will, bestehen könne. ÖGB-Vizepräsident Karl Klein bestätigt: "Ich
habe gehört, dass da noch etwas auf uns zukommen könnte. Aber ich
persönlich bin der Auffassung, dass man diesen Bezug dem Schaden, den
er angerichtet hat, gegenrechnen soll."

Rückfragehinweis:
trend Redaktion
Tel.: (01) 534 70/3402

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