"trend": Auch Ex-ÖGB-Finanzchef kassierte

ÖGB-Kontrollchefin Lore Hostasch schanzte Weninger ein Jahresgehalt von kolportierten 330.000 Euro zu

Wien (OTS) - Ausgerechnet als Chef jener Anteilsverwaltung Bawag P.S.K. AG (AVB), in der im September des Vorjahres die Karibik-Altschulden der Bawag geparkt wurden, erhielt der frühere ÖGB-Finanzchef Günter Weninger ein exorbitant hohes Jahresgehalt von kolportierten 330.000 Euro, berichtet das Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner Dienstag erscheinenden Ausgabe. Genehmigt wurde dieser Vertrag, der auch einen für Manager üblichen Rechtsschutz beinhaltete, von AVB-Aufsichtsratschefin Lore Hostasch in Abstimmung mit Ex-ÖGB-Boss Fritz Verzetnitsch.
"Die Größenordnung dürfte stimmen", bestätigt Anwalt Gustav Teicht, der seit September selbst im Aufsichtsrat der AVB sitzt, "Weninger hat sich hier einen Gehaltsbezug geben lassen, über den wir alle (die Mitglieder des im September 2006 neu besetzten Aufsichtsrats, Anm.) gestaunt haben".
Hostasch findet bis heute nichts Ungewöhnliches an Weningers AVB-Gage. Die Summe von 330.000 Euro jährlich, die übrigens der Größenordnung nach auch von ÖGB-Finanzchef Clemens Schneider via Pressesprecherin nicht bestritten wird, stellt Hostasch zwar in Abrede: "Der Betrag ist niedriger". Allerdings bestätigt Hostasch, dass sie bei jener Sitzung am 8. September 2005, bei der Vorstand und Aufsichtsrat der AVB (=die alte Bawag-Hülle nach der Fusion des operativen Bankgeschäfts mit der P.S.K.) neu bestellt wurden, vom Aufsichtsrat ermächtigt wurde, in Abstimmung mit ÖGB-Chef Fritz Verzetnitsch einen Vorstandsvertrag mit Weninger zu verhandeln Hostasch: "Als Orientierung hieß es, der Bezug solle unter der Höhe der Bawag-Vorstandsmitglieder liegen".
Sie habe sich auch nicht gewundert, so Hostasch, dass Weninger eine derart hohe Gage für die Vorstandsposition in der AVB, die zu diesem Zeitpunkt nicht viel mehr als eine Hülle war, haben wollte. Hostasch: "Das war doch keine Pimperlgesellschaft, sondern eine Finanzholding mit Beteiligungen, die ein beträchtliches Volumen verwaltet hat. Und dass in der AVB-Bilanz nicht alles der Wahrheit entsprochen hat, haben wir ja erst nachher erfahren."
Lediglich gegen die Wünsche Weningers, auch einen üppig dotierten Pensionsvertrag abzuschließen, habe sie sich gemeinsam mit Verzetnitsch quer gelegt, "weil diese Vorstandsfunktion relativ kurzfristig angelegt war und Weninger keine entsprechenden Vordienstzeiten aufweisen konnte."
Doch das dicke Ende könnte erst kommen. Zwar wurde Weningers Vertrag laut AVB-Aufsichtsratsprotokoll vom 8. Mai 2006 "einvernehmlich zum 30. 04. 2006 aufgelöst". Mit Ende April, lässt Schneider ausrichten, endeten deshalb auch die Zahlungen an Weninger, der für "trend" leider nicht zu sprechen war. Doch nun befürchtet man im ÖGB, dass der frühere Finanzchef im Zuge des Schadenersatzprozesses gegen ihn nachträglich auf die Erfüllung dieses Vertrags, dessen Laufzeit keiner der Beteiligten preis geben will, bestehen könne. ÖGB-Vizepräsident Karl Klein bestätigt: "Ich habe gehört, dass da noch etwas auf uns zukommen könnte. Aber ich persönlich bin der Auffassung, dass man diesen Bezug dem Schaden, den er angerichtet hat, gegenrechnen soll."

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