• 16.11.2006, 12:12:12
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Mölzer: Sprachliche Vielfalt ist Teil der Identität Europas!

Künftiger EU-Kommissar Orban soll mit Ausarbeitung eines europäischen Volksgruppenrechts betraut werden.

Wien, 16-11-2006 (OTS) - Der Posten eines Kommissars für
Mehrsprachigkeit, den der Rumäne Leonard Orban mit Beginn des
nächsten Jahres antreten wird, sei kein "Verlegenheitsjob", wie
Kritiker behaupten, stellte heute der freiheitliche EU-Abgeordnete
Andreas Mölzer fest. Allerdings dürfe das Aufgabengebiet des
künftigen Kommissionsmitglieds nicht auf die Förderung des Erlernens
von Fremdsprachen verkürzt werden, fügte Mölzer, der gestern im
Rahmen der Plenartagung des Europäischen Parlaments in Straßburg für
eine EU-Richtlinie zur Förderung der Mehrsprachigkeit gestimmt hat,
hinzu.

"Der Begriff Mehrsprachigkeit umfaßt vor allem den Schutz und die
Bewahrung der historisch gewachsenen sprachlichen Vielfalt Europas.
Und diese sprachliche Vielfalt ist auch eines der Hauptmerkmale der
Identität Europas", betonte Mölzer. Wenn die sprachliche Vielfalt
bewahrt werden soll, dann sei es auch klar, daß dies Geld kostet,
meinte der freiheitliche EU-Mandatar, der in diesem Zusammenhang
Vorwürfe, ein Kommissar für Mehrsprachigkeit sei eine
Geldverschwendung, zurückwies. "Wenn gespart werden soll, dann bieten
die Heranführungshilfen für die Türkei und die Förderungen für
internationale Konzerne oder die Agrarsubventionen für
Großgrundbesitzer wie die britische Queen ein erheblich größeres
Einsparungspotential", unterstrich Mölzer.

Zudem sei es eine weitere negative Begleiterscheinung der
Globalisierung, daß gerade kleinere Sprachen besonders an den Rand
gedrängt würden. "Sprachen wie Finnisch, Maltesisch, Slowenisch oder
Gälisch sollen auch in Zukunft einen großen Stellenwert haben. Denn
sie sind der Träger einer historisch gewachsenen Identität und damit
ein Teil Europas" erklärte Mölzer. Auf jeden Fall müsse verhindert
werden, daß zwischen der Algarve und dem Baltikum kleinere Sprachen
neben dem heute schon dominierenden Englischen ein Schattendasein
führen.

Besonders gefährdet sieht der freiheitliche Europaparlamentarier
die Sprachen von manchen autochthonen Volksgruppen in Europa und
damit auch deren Bestand. Der Grund dafür liege vor allem im Fehlen
eines einheitlichen europäischen Volksgruppenrechts. "Während die
Republik Österreich und das Land Kärnten die slowenische Volksgruppe
auf vorbildhafte Weise fördern, kennt beispielsweise Frankreich
offiziell keine Minderheiten. Bretonisch, Elsässisch oder Korsisch
werden bloß als 'regionale Dialekte' bezeichnet", sagte Mölzer.
Augrund der höchst unterschiedlichen nationalen Volksgruppenrechte,
die vom Schutz bis zur Leugnung autochthoner ethnischer Minderheiten
und der nicht vorhandenen Förderung der deutschen Altösterreicher in
Slowenien reichen, sei es daher an der Zeit, endlich ein europäisches
Volksgruppenrecht auszuarbeiten. Daher solle der künftige
EU-Kommissar Orban mit dieser Aufgabe betraut werden, was
gleichzeitig sein Ressort erheblich aufwerten würde, schloß Mölzer.
Schluß (bt)

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Rückfragehinweis:
Dr. Bernhard Tomaschitz
Funkruf: (0664) 17 65 433
E-Post: [email protected]

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