- 16.11.2006, 10:30:00
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VCÖ fordert Energiewende beim Verkehr
Fachleute mahnen bei VCÖ-Zukunftskonferenz mehr Energieeffizienz bei Verkehr ein
Wien (OTS) - Auf Einladung des VCÖ beraten heute in Wien 130
Fachleute Maßnahmen für mehr Energieeffizienz im Verkehr. Die Warnung
der Experten: Ohne Energiewende im Verkehr werden in Zukunft
Mobilität und Transport spürbar teurer. Die positive Nachricht: Die
gleiche Transportleistung ist mit viel weniger Energieverbrauch
möglich. Vertreter von Siemens, ÖBB, OMV, Industriellenvereinigung,
Arbeiterkammer und Lebensministeriums sprachen sich für mehr
Energieeffizienz im Verkehr aus.
"Österreich kann die Ölpreise am Weltmarkt nicht beeinflussen.
Österreich kann aber sehr viel tun, um die Energieeffizienz des
Verkehrs zu erhöhen und damit die Abhängigkeit vom Erdöl verringern.
Mehr Energieeffizienz im Verkehr bringt Österreich auch den
Klimaschutzzielen näher", stellte VCÖ-Experte DI Martin Blum bei der
heute stattfindenden VCÖ-Zukunftskonferenz fest. Die VCÖ-Studie
"Fokus Energieeffizienz im Verkehr" zeigt, dass Österreichs Verkehr
heute um 73 Prozent mehr Energie verbraucht als im Jahr 1990.
Der deutsche Verkehrsexperte Prof. Axel Friedrich betonte, dass in
der gesamten EU der Energieverbrauch des Verkehrs stark steigt - nur
in Deutschland brachte die Ökosteuer eine Wende. "Das Potenzial ist
riesig, die gleiche Transportleistung mit viel weniger Energie zu
erbringen. Wir müssen das Potenzial nur nützen." Robert Thaler vom
Lebensministerium wies darauf hin, dass mehr Energieeffizienz im
Verkehr für die Umwelt unabdingbar sei.
"Weniger Energieverbrauch bedeutet weniger Treibhausgase und höhere
Umweltqualität. Mehr Energieeffizienz ist gut für die Umwelt und
bringt Kostenvorteile für Wirtschaft und Konsumenten."
Die Forcierung des Öffentlichen Verkehrs wird als vorrangig
gesehen, um die Abhängigkeit des Verkehrs vom Erdöl zu verringern.
Siemens Vorstand Franz Geiger betonte: "Wir fordern den engagierten
Ausbau eines umfassenden europäischen Schienennetzes aus Umwelt-,
Energie- und Effizienzgründen. 84 % aller CO2-Emissionen werden in
der EU vom Straßenverkehr verursacht. In Österreich verbraucht der
Schienenverkehr nur 6 % der für den Straßenverkehr notwendigen
Energie." Stefan Wehinger, Vorstand der ÖBB-Personenverkehr AG,
ergänzte: "Bereits heute trägt der Öffentliche Verkehr nicht nur
deutlich zur Entlastung der Umwelt bei, sondern ist auch für den
Fahrgast die eindeutig kostengünstigere Mobilitätsalternative zum
Pkw. Die ÖBB setzen alles daran, die Attraktivität von Bus und Bahn
durch laufende Angebotsverbesserungen und Investitionen in die
Zukunft zu erweitern, um so noch mehr Menschen den Umstieg
schmackhaft zu machen." Auch AK-Verkehrsexpertin Sylvia Leodolter
spricht sich für mehr Öffentlichen Verkehr aus: "Der Öffentliche
Verkehr ist die einzige Alternative, um unsere Klimaschutzziele zu
erreichen, ohne eine Reduktion an Mobilität, Wettbewerbsfähigkeit und
sozialem Zusammenhalt in Kauf nehmen zu müssen."
Der Vize-Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Peter
Koren, weist auf die erfolgreichen Maßnahmen bei Österreichs
Industrieunternehmen hin, die zu den energieeffizientesten der Welt
zählen: "Nun sind auch für jene Bereiche, die in den letzten Jahren
großes Wachstum verzeichnet haben, neue mutige politische
Lenkungsinstrumente gefordert." Eine zentrale Frage sind die
Treibstoffe der Zukunft, betont OMV-Forschungsleiter Walter Böhme:
"Nur jene Antriebe und Kraftstoffe haben Zukunft, für die sich der
Konsument entscheiden wird. Neue Antriebsysteme müssen langfristig
wirtschaftlich sein und zunehmend auch Nachhaltigkeitskriterien
entsprechen, um vom Kunden akzeptiert zu werden."
Rückfragehinweis:
VCÖ-Kommunikation, Christian Gratzer
Tel.: (01) 8932697 oder (0699) 18932695.
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