OMV: Profitabler Wachstumskurs in den ersten drei Quartalen 2006 fortgesetzt

Wien (OTS) -

  • EBIT um 2% auf EUR 1,7 Mrd; Periodenüberschuss um 8% auf EUR 1,3 Mrd gestiegen
  • Guter Ergebnisbeitrag der Petrom
  • Russland wird als sechste E&P Kernregion aufgebaut
  • Weiterhin starker Fokus auf Umsetzung der Wachstumsstrategie 2010

Die OMV Aktiengesellschaft hat in den ersten drei Quartalen 2006 ihre Position als Mitteleuropas führender Öl- und Erdgaskonzern weiter ausgebaut und ein gutes Ergebnis erwirtschaftet. Der Umsatz des OMV Konzerns stieg um 25% auf rund EUR 14 Mrd, der Betriebserfolg (EBIT) von Jänner bis September 2006 stieg um 2% auf EUR 1,7 Mrd. Petrom leistete dazu mit EUR 628 Mio einen signifikanten Beitrag. Der Periodenüberschuss des OMV Konzerns stieg - gegenüber den ersten drei Quartalen 2005 - um 8% auf EUR 1,3 Mrd. Der Cashflow sank um 4% auf EUR 1,7 Mrd. Die Gearing Ratio beträgt 5%.

OMV Generaldirektor Wolfgang Ruttenstorfer: "Das gute Ergebnis der ersten drei Quartale 2006 spiegelt den profitablen Wachstumskurs der OMV deutlich wider und dies trotz herausfordernder Rahmenbedingungen im heurigen Jahr. Erneut trug Petrom, wo die Modernisierung nach Plan verläuft, signifikant zum Ergebnis bei. Wir sind als führendes Öl-und Gasunternehmen in Mitteleuropa hervorragend aufgestellt und arbeiten konsequent an der Umsetzung unserer 2010 Strategie. Der Markteintritt in die Türkei und im E&P Bereich in Russland waren wichtige Schritte in diese Richtung."

Im Berichtszeitraum Juli bis September 2006 lagen die Gesamtinvestitionen mit rund EUR 1,9 Mrd deutlich über jenen des Vergleichszeitraums 2005 (2005: EUR 872 Mio). Davon flossen rund EUR 442 Mio in den E&P Bereich, hauptsächlich in die Entwicklung neuer Felder in Neuseeland und Österreich sowie die Modernisierung von Anlagen in Rumänien. Rund EUR 1,4 Mrd wurden im Bereich R&M investiert, die Akquisition von 34% an Petrol Ofisi und der Erwerb von 70 Aral Tankstellen in Tschechien waren hier die wichtigsten strategischen Schritte. Im Gasbereich wurden rund EUR 49 Mio investiert, vor allem in den Ausbau der West Austria Gasleitung.

Im Vergleich zum dritten Quartal 2005, das von besonders günstigen Rahmenbedingungen - etwa Rekordraffineriemargen - gekennzeichnet war, ist das EBIT des dritten Quartals 2006 um 27% auf rund EUR 505 Mio gesunken, der Umsatz um 21% auf rund EUR 5 Mrd gestiegen. Mit Ende September 2006 waren 44.319 Mitarbeiter im OMV Konzern (inkl. Petrom) beschäftigt.

OMV Ergebnis 1-9/06: in EUR Mio Quartalsvergleich Jahresvergleich 3.Q 3.Q Veränd. 1-9 1-9 Veränd. 2006 2005 in % 2006 2005 in % EBIT 505 690 - 27 1.667 1.626 + 2 EBIT bereinigt 542 745 - 27 1.696 1.768 - 4 EGT 544 680 - 20 1.712 1.591 + 8 Periodenüberschuss 433 540 - 20 1.337 1.234 + 8 Umsatz 1) 4.870 4.015 + 21 13.814 11.018 +25 Cash flow 662 821 - 19 1.732 1.806 - 4 MitarbeiterInnen2) 44.319 55.594 - 44.319 55.594 - 1) Umsatz ohne Mineralölsteuer 2) OMV MitarbeiterInnen: 5.276

Raffinerien und Marketing inkl. Petrochemie: Expansion in türkischen Wachstumsmarkt

Im den ersten drei Quartalen 2006 steigerte die OMV den Umsatz in diesem Bereich um 21% auf rund EUR 13 Mrd, vor allem aufgrund erhöhter Verkaufsmengen im Raffinerie- und Marketinggeschäft und höherer Produktpreise. Das EBIT - in den ersten drei Monaten des Jahres negativ - erholte sich sukzessive und beträgt EUR 165 Mio (1-9/05: EUR 512 Mio). Das Ergebnis spiegelt gemessen am Vergleichzeitraum des Vorjahres ein schwächeres Umfeld bei Bulk wider, das durch höhere Margen und Mengen in der Petrochemie, als auch durch höhere Marketingmengen nicht kompensiert werden konnte. Die hohen Rohölpreise belasteten vor allem das Ergebnis der rumänischen Raffinerien, da dort der Eigenverbrauch von Rohöl zur Eigenenergieversorgung massiv über westlichen Standards liegt.
Der EBIT Beitrag der Petrochemie (ohne Petrom) betrug EUR 66 Mio und ist im Vergleich zu den ersten drei Quartalen 2005 wegen höherer Energiepreise um 19% gesunken. Verbesserte Margen und um 8% gesteigerte Verkaufsmengen aus Schwechat konnten das nicht kompensieren.

Die gesamten OMV Raffinerieverkaufsmengen erhöhten sich um 4% auf 17,06 Mio t (1-9/05: 16,47 Mio t), dazu trug Petrom substantiell bei. Die Gesamtauslastung blieb stabil und betrug 90%.
Die Verkaufsmengen im Marketing-Bereich konnten insgesamt um 6% auf 13,76 Mio t (1-9/05: 13,03 Mio t) gesteigert werden. Mit Ende September 2006 verfügte die OMV inklusive Petrom über 2.509 Tankstellen. In den Berichtszeitraum fiel der Abschluss des Erwerbs von 70 ARAL Tankstellen von BP in der Tschechischen Republik, womit OMV zum führenden Unternehmen am Tankstellenmarkt dieses Landes wurde. Ebenso wurde der Erwerb von 34% an Petrol Ofisi, dem führenden Tankstellenunternehmen der Türkei abgeschlossen. Petrol Ofisi verfügt mit rund 3.600 Stationen über das einzige flächendeckende Tankstellennetz der Türkei. Mit diesem Schritt hält die OMV eine starke Position in diesem strategisch bedeutenden Wachstumsmarkt. Insgesamt konnte das Unternehmen seinen Marktanteil auf den mitteleuropäischen Wachstumsmärkten auf 20% erhöhen, und damit ein ursprünglich für 2008 vorgesehenes Wachstumsziel vorzeitig erreichen.

Starkes EBIT Plus bei Exploration und Produktion

Der Umsatz im Geschäftsbereich E&P erhöhte sich in den ersten drei Quartalen 2006 hauptsächlich aufgrund höherer Rohölpreise um 24% auf rund EUR 3 Mrd (1-9/05: EUR 2,4 Mrd). Der durchschnittlich realisierte Rohölpreis lag mit USD 59,4/bbl (Barrel) um 23%, der Gaspreis um rund 30% über dem Vergleichswert des Vorjahres. Das EBIT des Bereiches konnte um 31% auf rund EUR 1,5 Mrd gesteigert werden.

Die Gesamtproduktion von Erdöl, NGL (Natural Gas Liquids) und Erdgas sank leicht um 4% auf 88,2 Mio boe (Barrel Öl-Äquivalent), was einer durchschnittlichen Tagesproduktion von 323.000 boe entspricht. Die Fördermenge von Erdöl und NGL von insgesamt 46,1 Mio bbl lag um 5% leicht unter dem Vorjahreswert (1-9/05: 48,7 Mio bbl). Gründe dafür waren die Divestments in Venezuela und Katar sowie geringere Produktion in Rumänien und im UK. Zu gesunkenen Produktionsmengen in Rumänien kam es aufgrund des natürlichen Förderabfalles, der kurzfristig nicht durch verbessertes Reservenmanagement und Explorationserfolge kompensiert werden kann.
Die Erdgasproduktion ging ebenfalls um 3% leicht zurück und betrug 6,5 Mrd m3 (1-9/05: 6,7 Mrd m3). Dies ist hauptsächlich auf den Verkauf der Gas Assets in Australien sowie auf geringere Verkaufsmengen in Rumänien zurückzuführen. Erhöhte Produktion in Österreich, Pakistan und Neuseeland konnte dies nicht zur Gänze kompensieren.

In den ersten drei Quartalen setzte der Bereich die Stärkung seiner internationalen Kernregionen weiter fort und startete über ihre Tochter Petrom den Ausbau Russlands als sechste Kernregion. In Russland erwarb Petrom insgesamt neun Explorationslizenzen und eine Produktionslizenz, damit gelang dem Konzern der Einstieg in eines der Öl- und gasreichsten Länder der Welt.

Der Entwicklungsstart des jemenitischen Ölfelds S2, das 2006/2007 in Betrieb gehen soll, fiel in den Berichtszeitraum. Ebenfalls im Jemen wurde mit Explorationsaktivitäten im Block 2 begonnen. Im libyschen Block NC 186 in der südlichen Sahara stieß die OMV heuer zum siebten Mal innerhalb von fünf Jahren auf signifikante Ölvorkommen. In Tunesien konnten zwei Öl- und Gasfunde gemeldet werden. In Neuseeland, wo das Unternehmen durch den Produktionsstart des Gasfelds Pohokura drittgrößter Gasproduzent des Landes geworden ist, erwarb die OMV zwei neue Explorationslizenzen. Die Eröffnung eines Büros in Norwegen ermöglicht der OMV nunmehr auch in diesem Land Möglichkeiten eines E&P Engagements zu evaluieren. Ziel ist die Teilnahme an Lizenzrunden und Beteiligungen an Konsortien.

Der im Rahmen einer Portfoliobereinigung durchgeführte Verkauf der Assets in Katar und Ecuador wurde abgeschlossen.

Erdgas: starker EBIT Anstieg

Mit 1. Jänner 2006 wurden die Gas Aktivitäten der Petrom von E&P in den Bereich Erdgas übertragen. Dies war ein wesentlicher Schritt im Rahmen der Internationalisierung des OMV Gasgeschäfts und führte zu einer deutlichen Ergebnisverbesserung in diesem Bereich. Gute Performance im Transport-, Verkaufs-, und Speichergeschäft sowie ein höheres Preisniveau leisteten überdies einen Beitrag zum guten Ergebnis.

Der Bereichsumsatz stieg vom Jänner bis September 2006 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 80% auf EUR 1 Mrd (1-9/05:
EUR 558 Mio). Das EBIT verzeichnete einen Anstieg von 86% auf EUR 86 Mio (1-9/05: EUR 46 Mio). Die verkauften Erdgasmengen konnten um 67% auf 10,05 Mrd m3 erhöht werden.

Die verkaufte Transportkapazität erhöhte sich um 3% auf 1.584 Mio m3/h*km (1-9/05: 1.531 Mio m3/h*km), hauptsächlich durch die erweiterte Kapazität der WAG (West-Austria-Gasleitung). Die durchschnittlich verkaufte Speicherkapazität von Erdgas stieg um 13% auf 626.140 m3/h.

Ende September wurden von OMV, EconGas, GWH, Centrex, und Gazexport Ltd., einer 100%-Tochter der russischen Gazprom, Gaslieferverträge unterzeichnet, welche die Gasimporte nach Österreich bis 2027 fixieren. Damit leistete das Unternehmen einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung der Versorgungssicherheit in Österreich. Das gesamte Vertragsvolumen beträgt rund 7 Mrd m3 pro Jahr. Durch die Absicherung der OMV Aktiengesellschaft für die Verpflichtungen der EconGas gegenüber der Gazexport aus deren bilateralem Vertragsverhältnis, gewinnt die OMV in der EconGas an Gewicht, was auch im vierten Quartal 2006 zur Vollkonsolidierung der EconGas führen wird.

Das Nabucco Projekt - die geplante Erdgaspipeline von der Türkei nach Österreich - erhielt im Berichtszeitraum im Rahmen einer internationalen Konferenz politische Rückendeckung der zuständigen Minister der Türkei, Rumäniens, Bulgariens, Ungarns und Österreichs, sowie des Energiekommissars der EU.

Hinsichtlich des geplanten LNG (Liquified Natural Gas) Terminals in Kroatien wurden weitere Fortschritte erzielt: Ein internationales Konsortium, die Adria LNG Study Company bestehend aus OMV, Total, RWE, Transgas, INA und Geoplin, hat gemeinsam mit E.ON Ruhrgas eine Machbarkeitsstudie für den Terminal in Auftrag gegeben. Erste Ergebnisse werden für Ende 2008 erwartet. Dieser Terminal soll die Versorgungssicherheit der Region mit Erdgas stärken und könnte ab 2011 mit einer Kapazität von rund 10 Mrd m3 pro Jahr in Betrieb gehen.

Ausblick 2006

Der OMV Konzern konzentriert sich weiterhin auf das Wachstum seiner Kerngeschäfte und arbeitet konsequent am Ausbau der führenden Position im Wachstumsgürtel der EU. Die Wachstumsstrategie 2010 wurde im Zuge einer OMV Aufsichtsratssitzung im Oktober erneut voll bestätigt: Im E&P Bereich soll in den Kernregionen inklusive Russland die tägliche Fördermenge auf 500.000 boe erhöht werden. Die täglichen Raffineriekapazitäten können von derzeit rund 500.000 bbl um bis zu maximal weitere 500.000 bbl erweitert werden. Im Bereich Erdgas soll die Gasabsatzmenge auf 20 Mrd m3 ausgebaut werden.
Mit dem im Juni 2006 gegründeten OMV Future Energy Fund will das Unternehmen den Übergang von einem reinen Erdöl- und Erdgaskonzern zu einem Energiekonzern einleiten, der Erneuerbare Energien in seinem Portfolio hat.

Die OMV rechnet damit, dass der Rohölpreis weiterhin auf hohem Niveau bleibt, im vierten Quartal wird jedoch mit einem niedrigeren Ölpreis als jenem der ersten neun Monate dieses Jahres gerechnet. Beim USD-Wechselkurs wird im Vergleich zum Vorjahr mit einem leicht schwächeren USD gerechnet. Überdies sind beträchtlich niedrigere Raffineriemargen, die 2005 Rekordhöhe erreichten, zu erwarten. Aufgrund dieser Entwicklung - niedriger als erwartete Ölpreise und herauforderndes Umfeld bei den Raffinerien - wird für das Gesamtjahr 2006 von einem ähnlichen Ergebnis wie jenes des Rekordjahres 2005 ausgegangen.

Der Bereich Exploration und Produktion forciert entsprechend der 2010 Strategie weiterhin den Ausbau der Tätigkeiten in den Kernregionen. Die neu entdeckten Öl- und Erdgaslagerstätten werden evaluiert und Maßnahmen zur Entwicklung in Richtung Förderung vorangetrieben. Weiters liegt der Fokus auf Investitionen zur Stabilisierung der Produktion in Rumänien. Erste Ergebnisse in diese Richtung werden gegen Ende des nächsten Jahres erwartet. In Russland wird sich der Konzern nach dem Einstieg seiner Tochter Petrom um den Ausbau seines dortigen Portfolios bemühen. In Kasachstan wird Petrom die Entwicklung des Ölfelds Komsomolskoe bis 2008 abschließen, das in der Folge rund 10.000 boe pro Tag fördern wird.

Im Bereich Raffinerien und Marketing wird mit weiterhin sinkenden Raffineriemargen gerechnet. Die Investitionsschwerpunkte 2006 und 2007 liegen in der Modernisierung der Petrom-Raffinerien, wo die hohen Rohölpreise aufgrund des überdurchschnittlichen Eigenverbrauchs stark auf das Ergebnis drücken.

Im Bereich Erdgas wird das Gasgeschäft bei Petrom weiterentwickelt. Ein Schwerpunkt bleibt weiterhin die Stärkung der Versorgungssicherheit durch Diversifizierung vor allem durch weitere Planungen am Nabucco Projekt und der Machbarkeitsstudie für einen LNG Terminal in Kroatien.

Wolfgang Ruttenstorfer: "Als finanzstarkes Unternehmen sind wir optimal aufgestellt um unsere ambitionierten Wachstumsziele für 2010 zu erreichen. Mit Expansionserfolgen wie dem Markteintritt im türkischen Tankstellen- und Großkundengeschäft sowie Russland im Bereich E&P haben wir unser Portfolio strategiegemäß erweitert. Wir setzen unsere Energie weiter in die Fortsetzung des profitablen Wachstumskurses und der Optimierung der Versorgungssicherheit unserer Märkte."

Rückfragen & Kontakt:

Thomas Huemer
Tel.: 0043 1 40 440 21660, thomas.huemer@omv.com

Investoren/Analysten: Ana-Barbara Kuncic, Tel.: 0043 1 40 440 21600
investor.relations@omv.com
Internet: http://www.omv.com

Ballard Associates Limited

Louise Ballard
Tel.: +44 207 062 1193, louise@ballard-associates.com

Isabel Fox
Tel.: + 44 207 062 1192, isabel@ballard-associates.com

OMV
Presse: Bettina Gneisz
Tel.: 0043 1 40 440 21660, bettina.gneisz@omv.com

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OMV0001