- 14.11.2006, 10:37:55
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Welt-Klimakonferenz ohne Österreich?
Minister Pröll drückt sich vor Klimakonferenz - GLOBAL 2000 präsentiert Forderungskatalog.
Wien (OTS) - Anlässlich der Ministerverhandlungen bei der
Welt-Klimakonferenz in Nairobi, die morgen starten, kritisiert die
Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 das Fehlen des österreichischen
Ministers. Trotz der Dramatik des anhaltenden Klimawandels und der
Tatsache, dass Österreich innerhalb der EU zu den stärker betroffenen
Ländern gehören wird, verzichtet die österreichische Bundesregierung
unter Wolfgang Schüssel auf die Teilnahme des zuständigen Ministers
Josef Pröll. "Ganz offensichtlich nimmt die österreichische
Bundesregierung das Thema Klimawandel nicht ernst: Nach den massiven
Versäumnissen bei der Einhaltung der eigenen
Klimaschutzverpflichtungen scheint BM Pröll jetzt dankbar die
Gelegenheit wahrzunehmen, sich peinliche Nachfragen auf
internationaler Ebene zu ersparen", analysiert GLOBAL 2000
Energiereferentin Silva Herrmann.
2008 beginnt die so genannte "Kyoto-Zielperiode", also der Zeitraum,
in dem die Staaten ihre Emissionsreduzierungen bringen und nachweisen
müssen, wie sie im Kyoto-Protokoll festgelegt sind. 2012 endet diese
Periode. Nachdem vom Beschluss des Kyoto-Protokolls 1997 bis zu
dessen Inkrafttreten 2005 ganze acht Jahre vergangen sind, wird es
jetzt höchste Zeit, Wege für den internationalen Klimaschutz nach
2012 zu finden. GLOBAL 2000 stellt dazu folgende Forderungen an die
an der Welt-Klimakonferenz teilnehmenden Staats- und Regierungschefs
auf:
Nothilfe starten: Den Anpassungs-Fonds umsetzen!
Besonders die ärmsten Länder sind vom Klimawandel betroffen. Ihnen
fehlen darüber hinaus die Mittel, um sich an die Folgen des
Klimawandels anpassen zu können. Daher soll es einen
"Anpassungs-Fonds" geben, der aber bisher nur auf dem Papier
existiert. Der Fonds muss mit genügend Mitteln aus den
Industrieländern ausgestattet und die Abwicklungsregeln müssen
beschlossen werden.
Start der Verhandlungen für die Zeit nach Kyoto
Nach 2012 darf es keine Lücke im internationalen Klimaschutz geben.
Daher muss bis 2008 klar sein, wie es nach der Kyoto-Zielperiode
weitergehen soll. Nur so bleibt genügend Zeit, dass alle Staaten das
Abkommen ratifizieren. Daher braucht es jetzt ein ambitioniertes
Arbeitsprogramm für einen Abschluss der Verhandlungen im nächsten
Jahr!
Lücken schließen!
Das Kyoto-Protokoll ist ein Anfang für den internationalen
Klimaschutz. Aber nicht mehr, denn das Reduktionsziel von 5,2% ist
viel zu wenig, um den Klimawandel aufzuhalten, und das
Kyoto-Protokoll hat dazu noch viele Schlupflöcher. Dazu gehört zum
Beispiel, dass der internationale Flug- und Schiffsverkehr nicht
berücksichtigt wird, aber auch die Tatsache, dass es viel zu viele
Emissionszertifikate gibt, verursacht durch den Zusammenbruch der
sowjetischen Wirtschaft. Ziel muss es sein, Lücken zu schließen,
deutlich ambitioniertere und vor allem verbindliche Reduktionsziele
für die Industrieländer durchzusetzen und die Schwellenländer in die
Verhandlungen einzubeziehen.
Reduktion der Treibhausgasemissionen um 80 Prozent bis 2050 für die
Industriestaaten!
GLOBAL 2000 fordert, dass sich die Industrieländer klar zu
weitreichenden Reduktionszielen für die Zeit nach 2012 bekennen. Sie
müssen ihre Emissionen bis 2050 um 80% senken. Denn nur so kommt die
Welt dem Ziel eines klimaverträglichen Pro-Kopf-Wertes für
Treibhausgasemissionen von 2 Tonnen pro Kopf näher.
Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000
Lydia Matzka, Pressesprecherin, 0699/14 2000 26
Silva Herrmann, Energiereferentin, 0699/14 2000 17
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