- 10.11.2006, 13:58:16
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AK: Mehr Schutz für Konsumenten beim Fernsehen!
Geplante EU-Fernsehrichtlinie schützt Konsumenten nicht ausreichend - EU-Kulturministerrat entscheidet Anfang nächster Woche über Product Placement und Ausweitung der Werbezeiten
Wien (OTS) - Eine geplante Lockerung von Werberegeln im Fernsehen
lehnen die AK Konsumentenschützer ab. "Werden Produkt- und
Themenplatzierungen gegen Entgelt erst einmal richtig salonfähig,
wird unabhängige TV-Information auf der Strecke bleiben", kritisiert
AK Konsumentenschützer Daniela Zimmer. Die AK fordert daher vom
Kulturministerrat mehr Schutz für TV-Seher: keine
Produktplatzierungen in Sendungen zuzulassen und keine Schwächung der
bisherigen Werberegeln.
Anfang nächster Woche entscheidet der EU-Kulturministerrat über
den Entwurf der EU-Kommision, die Werberegeln für Fernsehwerbung zu
lockern. Aus Sicht der EU-Kommission kann sich Europa globalen Trends
- etwa den in den US-Programmen gängigen Produktplatzierungen
(Product Placement) - nicht länger entziehen. Außerdem hält die
Kommission viele Werbebeschränkungen für veraltet, weil das
klassische Fernsehen Konkurrenz in Form von TV-Diensten auf Abruf im
Internet oder am Handy erhält.
Zimmer bezeichnet die Lockerung der Werberegeln als fatal.
"Fernsehen trägt wesentlich zur öffentlichen Meinungsbildung bei und
hat auch Erwartungen als Kultur-, Informations- und Bildungsträger zu
erfüllen." Daher wendet sich die AK sich gegen Product Placement als
zulässige Werbeform in Sendungen. Die Grenzen zwischen Information
und Unterhaltung werden zunehmend verwischt. "Werbung und
redaktionelle Inhalte müssen strikt getrennt bleiben", sagt Zimmer.
Heikel ist auch die Ausweitung von Werbeunterbrechungen. Tägliche
Limits sollen gestrichen werden.
Die AK fordert eine klarere Definition von Schleichwerbung, um in
der Praxis die Verfolgung von Verstößen zu erleichtern, zeitgemäße
Anforderungen an besonders aufdringliche Werbeformen (z.B. Split
Screen - dabei ist das TV-Gerät zweigeteilt, auf der einen Seite
rennt Werbung, auf der anderen ein Film) und mehr Jugendschutz (z.B.
Verbot von Werbung für ungesunde - zu fette, süße, salzige -
Nahrungsmittel) im Kinderprogramm.
Rückfragehinweis:
Doris Strecker
AK Wien Kommunikation
tel.: (+43-1) 501 65-2677
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at
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