• 10.11.2006, 11:36:37
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Landesrat Kepplingers "Solidarische Wirtschaftspolitik" zeigt das Wie auf

WIFO-Experte Schulmeister: Der Solidarität muss "nachgeholfen" werden!

Linz (OTS) - Wirtschaftsforscher Stephan Schulmeister (WIFO) nahm
das heuer erschienene Buch von Landesrat Kepplinger (SPÖ) und seinen
Mitarbeitern, Rainer Bartel und Johannes Pointner, unter die
wissenschaftliche Lupe. Das Ergebnis: "Das Buch ist allen zu
empfehlen, die sich für eine konkrete Darstellung der wichtigsten
ökonomischen und sozialen Probleme der Gegenwart interessieren und
denen eine 'parteiische' Interpretation samt der Entwicklung von
Alternativen glaubwürdiger erscheint als Theorien und Rezepte, welche
die 'objektive Wahrheit' für sich beanspruchen" (Die Presse, 4. 11.,
"Spectrum").

Als entscheidend für die Legitimität der kritischen Ansätze des
Nationalökonomen Kepplinger zur konventionellen, neoliberalen
Wirtschaftspolitik erkennt Schulmeister drei zentrale Punkte: Märkte
schaffen nicht die Institutionen, derer sie zu ihrem guten
Funktionieren bedürfen. Die sozial schiefen Ergebnisse der
neoliberalen Strategie, die auf Marktfreiheiten und
wirtschaftspolitischer Inaktivität beruht, sind weder zu leugnen noch
zu übergehen. Freiwillig solidarisches Wirtschaften kommt selbst bei
sozial eingestellten Menschen wegen Koordinationsschwierigkeiten auf
dem Markt viel zu kurz und bedarf solidarischer Wirtschaftspolitik.

Solidarische Wirtschaftspolitik zielt nicht nur auf geeignete
Wettbewerbsverhältnisse ab, sondern reicht "bis zu genuinen
Gemeinschaftsinteressen wie sozialer Zusammenhalt,
Verteilungsgerechtigkeit und intakter Umwelt", meint der
WIFO-Experte. Buchautor Hermann Kepplinger ergänzt: "Das Bestechende
an solidarischer Wirtschaftspolitik ist, dass sie - entgegen
neoliberaler Kritik - auch im Interesse der Wirtschaft ist. Denn geht
es den Menschen gut, geht es der Wirtschaft gut. Aus dieser Sicht ist
es wenig verwunderlich, dass neoliberale Konzepte immer weniger
mehrheitsfähig werden, wie zum Beispiel in Österreich, wo der
neoliberale Schüssel-Grasser-Kurs mit einem Stimmenverlust für die
Regierung um 14 Prozentpunkte von 52 % auf 38 % eindeutig abgewählt
wurde. Auch in Deutschland hat Angela Merkel mit ihrem neoliberalen
Aushängeschild Paul Kirchhof einen spektakulären Misserfolg
gelandet."

Das Werk Kepplingers kommt offenbar nicht nur bei Wirtschaftsforscher
Stephan Schulmeister gut an. Die Auflage von 2300 Stück ist bereits
fast vergriffen, aber im Jänner kommt vom ÖGB-Verlag bereits der
Nachdruck der ersten Auflage.

Rückfragehinweis:
SPÖ Oberösterreich
Medienservice
Gerald Höchtler
Tel.: (0732) 772611-22
mailto:[email protected]

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