- 08.11.2006, 13:44:32
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Boehringer Ingelheim mit drei Onkologie-Wirkstoffen in Phase II
Unternehmen stellt viel versprechende Entwicklungspipeline vor
Ingelheim am Rhein/Wien (OTS) - Onkologie ist das neue
Indikationsgebiet von Boehringer Ingelheim, neben den bisherigen
Indikationsgebieten Atemwegserkrankungen, Kardiovaskuläre
Erkrankungen, Virologie, Zentrales Nervensystem, Immunologie und
Stoffwechselerkrankungen. Heute wurden auf der internationalen
F&E-Pressekonferenz des Unternehmens drei Krebsmedikamente
vorgestellt, die sich in fortgeschrittenen Entwicklungsstadien, das
heißt in der klinischen Phase II, befinden.
"Aufgrund der viel versprechenden Daten aus unseren Studien sind
wir zuversichtlich, dass die innovativen Eigenschaften unserer
Moleküle, sobald sie in Phase-III-Studien bestätigt wurden, Ärzten
verbesserte Behandlungsoptionen für ihre Krebspatienten ermöglichen
werden", erklärte Dr. Dr. Andreas Barner, stellvertretender Sprecher
der Unternehmensleitung und Leiter des Unternehmensbereichs Forschung
& Entwicklung und Medizin bei Boehringer Ingelheim. "Wir sind damit
den Krebstherapien von morgen einen Schritt näher gekommen."
- BIBF 1120 limitiert die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Krebszellen, indem es die Entwicklung von Blutgefäßen zum und im Tumor (Tumorangiogenese) und dadurch das Tumorwachstum hemmt; bei Kombination mit anderen Krebstherapien stirbt der Tumor mit der Zeit ab. BIBF 1120, der dreifache Angiokinase-Hemmer, geht über die erste Generation der antiangiogenetischen Substanzen hinaus und zielt auf VEGF-, FGF- und PDGF-Rezeptoren in verschiedenen Zelltypen ab, die für den Aufbau und Erhalt von Tumorblutgefäßen erforderlich sind. Damit soll ein dauerhafterer klinischer Nutzen in Kombination mit guter Verträglichkeit und Sicherheit erreicht werden. - BIBW 2992 ist ein neuartiger Kinasehemmer, der die Aktivität des epidermalen Wachstumsfaktorrezeptors EGFR (Epidermal Growth Factor Receptor) und des verwandten humanen epidermalen Wachstumsfaktorrezeptors HER-2 (human epidermal growth factor receptor) wirkungsvoll blockiert. Eine fehlerhafte Signalisierung dieser Rezeptorfamilie (erbB-Familie) ist an verschiedensten Karzinomtypen beteiligt. Daher kann der duale Inhibitor BIBW 2992 gegenüber den Medikamenten der ersten Generation den Wirksamkeitsbereich und potenzielle Anwendungsmöglichkeiten erheblich verbreitern. Aufgrund seiner irreversiblen Bindung könnte BIBW 2992 auch gegen Rezeptoren aktiv sein, die gegen die Inhibitoren der ersten Generation resistent sind. - BI 2536 ist ein neuartiger Plk1-Hemmer (Polo-like Kinase 1). Pkl1 ist ein "Schalter", der den Zellzyklus kontrolliert und für die Zellproliferation unbedingt erforderlich ist. BI 2536 hemmt die Zellteilung (Mitose), was zum Abstellen der Krebszelle durch Apoptose führt. BI 2536, der erste in klinischen Studien untersuchte Plk1-Hemmer, könnte bei einem breiten Spektrum von Krebstypen wirksam und besser verträglich als herkömmliche Chemotherapeutika sein.
Die aktuellen Zielindikationen umfassen: Nicht-kleinzelliges
Lungenkarzinom, Brustkrebs, Darmkrebs, Eierstockkrebs, Leukämie und
Lymphom.
"Wir haben zwar in der Krebstherapie große Fortschritte erzielt,
aber diese Krankheit bleibt weiterhin ein bedeutsames Thema für die
weltweite Gesundheit", kommentierte Dr. Wolfgang Rettig,
Forschungsleiter bei Boehringer Ingelheim Österreich. "2005 starben
7,6 Millionen Menschen an Krebs und man geht davon aus, dass diese
Zahl weiter steigt. Boehringer Ingelheim setzt sich an vorderster
Front für die Krebsforschung ein und strebt danach, Patienten hohen
therapeutischen Nutzen zu bieten."
Weitere Wirkstoffe in der Entwicklung bei Boehringer Ingelheim
sind weit fortgeschritten und haben jetzt die klinische Phase III
erreicht:
- Dabigatran etexilat, ein oraler direkter Thrombinhemmer, ist der Spitzenreiter unter allen zurzeit neu entwickelten oralen Antikoagulanzien. Dabigatran wird zur Prävention und Behandlung thromboembolischer Erkrankungen erforscht, einschließlich der Langzeitprävention thromboembolischer Ereignisse (Schlaganfall) bei Patienten mit Vorhofflimmern und der Primärprävention der tiefen Beinvenenthrombose nach Implantation einer Hüft- oder Knieprothese. - Flibanserin wird als potenzielle Therapie für Frauen mit reduziertem sexuellem Verlangen entwickelt. Diese auch als Hypoactive Sexual Desire Disorder (HSDD) bekannte Störung äußert sich als vermindertes sexuelles Interesse und führt zu persönlichem Leiden oder zwischenmenschlichen Problemen. Epidemiologische Studien deuten darauf hin, dass bis zu 20 Prozent der Frauen unter dieser Störung mit vermindertem sexuellem Verlangen leiden. Zurzeit gibt es keine zugelassene pharmakologische Behandlungsoption.
"Wir freuen uns, dass unsere Investitionen in die Forschung und
Entwicklung in den vergangenen Jahren in einer größeren Anzahl von
Phase I bis II-Projekten resultierten, und wir erwarten eine
wachsende Palette viel versprechender Pipeline-Wirkstoffe für
Indikationen wie Diabetes, COPD,
inflammatorische/Autoimmunkrankheiten, Krebs, HIV und Hepatitis",
ergänzte Dr. Manfred Haehl, Bereichsleiter Medizin bei Boehringer
Ingelheim.
Die F&E-Strategie des Unternehmens deckt sieben Indikationsgebiete
an vier großen F&E-Kompetenzzentren ab: in Wien, Österreich
(Onkologie), in Biberach an der Riss, Deutschland
(Stoffwechselerkrankungen, ZNS, Atemwegserkrankungen), in Ridgefield,
Connecticut, USA (kardiovaskuläre Erkrankungen,
Immunologie/Entzündung) und in Laval, Kanada (Virologie). Diese
werden durch zwei spezialisierte Standorte in Italien und Japan
unterstützt.
"Wir haben unsere Expertise in Kompetenzzentren gebündelt, in
denen Spezialisten für unsere Indikationsgebiete kleine und große
Moleküle erforschen, einen gemeinsamen Drug Discovery-Prozess
anwenden und von globalen Technologie-Zentren unterstützt werden",
betonte Dr. Mikael Dolsten, Executive Vice President Pharma Research
bei Boehringer Ingelheim. "In den vergangenen Jahren haben wir
deutlich mehr innovative Produkte entwickelt und dabei einen
Schwerpunkt darauf gelegt, dass sich die Wirkstoffprofile medizinisch
klar von bisherigem differenzieren."
Nach einer beträchtlichen Erhöhung der Mitarbeiterzahl in den
vergangenen fünf Jahren beschäftigt Boehringer Ingelheim jetzt in der
Forschung & Entwicklung und Medizin weltweit circa 5.700 Mitarbeiter,
die einen kontinuierlichen Nachschub neuer Wirkstoffe in der
Vorentwicklung und Entwicklung sicher stellen. Die
Forschungsstrategie von Boehringer Ingelheim sieht auch die
Einlizenzierung von Wirkstoffen in frühen sowie in späteren
Entwicklungsphasen vor.
Dr. Haehl erklärte, dass in der gesamten Pharmabranche nur eines
von über einer Million untersuchter Moleküle im Laufe der Zeit als
zugelassenes Medikament auf den Markt kommt. Drug Discovery,
präklinische und klinische Entwicklung dauern zehn Jahre und
erfordern einschließlich möglicher Misserfolge eine Investition von
800 Millionen Dollar im Durchschnitt. Jedes Jahr investiert das
Unternehmen circa ein Fünftel seiner Einnahmen aus dem Bereich
verschreibungspflichtige Medikamente in die Forschung und
Entwicklung; 2005 waren dies circa 1,4 Milliarden Euro.
Boehringer Ingelheim führt mehrere große klinische Studien mit
einer sehr großen Anzahl von Patienten durch. Die Expertise des
Unternehmens manifestiert sich beispielsweise in der kardiovaskulären
Ergebnisstudie ONTARGET / TRANSCEND mit fast 32.000 Patienten.
ONTARGET untersucht verschiedene Aspekte der kardiovaskulären
Morbidität und Mortalität mit Konzentration auf Micardis(R)
(Telmisartan), einem einmal täglich anzuwendenden
Angiotensin-II-Rezeptorblocker. PRoFESS mit 20.000 Patienten
untersucht das Potenzial von Aggrenox(R)/ Asasantin(R) zur
Sekundärprävention des Schlaganfalls. Die UPLIFT-Studie mit 6.000
Patienten erforscht das Potenzial von Spiriva(R) zur Reduzierung und
Verlangsamung des langfristigen Rückgangs der Lungenfunktion, der
zerstörerischsten klinischen Konsequenz der COPD
(chronisch-obstruktive Atemwegserkrankung). Mit mehr als 27.000
Patienten ist REVOLUTION das größte klinische Studienprogramm zu
thromboembolischen Erkrankungen zur Erforschung von Dabigatran.
In den vergangenen zehn Jahren hat Boehringer Ingelheim 1,2
Millionen Patienten in 1.400 klinische Studien für 140 Substanzen
aufgenommen.
Pressmappe und Video-Podcast zum Download:
http://www.ots.at/redirect.php?boehringer2
Rückfragehinweis:
Boehringer Ingelheim Austria GmbH Kommunikation Dr. Boehringer-Gasse 5 - 11, A-1121 Wien Mag. Inge Homolka, Tel.: +43-1-80105-2230 Mag. Andreas Thaler, Tel.: +43-1-80105-2444 mailto:[email protected]
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