- 08.11.2006, 10:17:14
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Energie-Effizienz im Brennpunkt
E-Wirtschaft bekennt sich zur Unterstützung der EU-weiten Aktionspläne
Wien (OTS) - "Die österreichische E-Wirtschaft unterstützt die
Ziele der Europäischen Union im Hinblick auf ein höheres Maß an
Energie-Effizienz und zur Entwicklung eines Marktes für
Energiedienstleistungen", erklärte Leo Windtner, Präsident des
Verbandes der Elektrizitätsunternehmen Österreichs, bei der Eröffnung
einer Veranstaltung des VEÖ, die dieser in Kooperation mit der
Österreichischen Energieagentur, dem BMWA, der
Industriellenvereinigung und der Wirtschaftskammer Österreich
durchgeführt hat. "Die österreichischen Elektrizitätsunternehmen
gehören im europäischen Vergleich bereits heute zu den effizientesten
Erzeugern. Auch die Beratungstätigkeit der E-Wirtschaft zu den Themen
Strom- und Energiesparen hat in Österreich lange Tradition. Und in
den letzten Jahren ist diese Service- und Dienstleistung der
Elektrizitätsunternehmen für ihre Kunden landauf und landab noch
weiter forciert worden", strich der VEÖ-Präsident die Initiativen der
österreichischen E-Wirtschaft heraus. Und weiter: "Ich möchte bei
dieser Gelegenheit aber auch darauf hinweisen, dass Energieeffizienz
nicht mit Stromsparen gleichgesetzt werden darf. Vielmehr sind
Energieeinsparungen - zum Bespiel im Bereich der Raumwärme - gerade
auch in den Haushalten in vielerlei Hinsicht möglich, ja notwendig
und auch sinnvoll. Strom hingegen ist anerkanntermaßen ein wichtiges
Instrument, das die Industrie, die Wirtschaft und die Haushalte auf
dem Weg zu mehr Energie-Effizienz unterstützt", so Windtner.
Energie-Effizienz-Rollout in Europa
Die von der EU ausgehenden Initiativen und Pläne zum Thema
Energie-Effizienz sind multipel: Energiekommissar Andris Piebalgs,
der in diesem Bereich eines der prioritären Handlungsfelder der
Politik sieht, hat erst vor kurzem seinen Sechs-Jahres-Aktionsplan
zur Energie-Effizienz vorgestellt, von dem er sich bis 2020
Einsparungen im Ausmaß von rund 20 Prozent erwartet. Darüber hinaus
sind die europäischen Staaten verpflichtet, bis
30. Juni 2007 ihre nationalen Energieeffizienzpläne nach Brüssel zu
melden, und bis Mai 2008 hat auch die nationale Umsetzung der
Richtlinie Endenergieeffizienz und Energiedienstleistungen zu
erfolgen.
Die österreichische E-Wirtschaft unterstützt die Ziele der EU
offensiv und aktiv. Es gilt jedoch bei der Umsetzung dieser
Richtlinie - im Sinne der Konsumenten und zugleich des
Wirtschaftsstandortes Österreich - gewisse für die Zielerreichung
förderliche Rahmen-bedingungen nicht außer Acht zu lassen: Bei der
Konzeption der Maßnahmen muss aus Sicht der E-Wirtschaft darauf
geachtet werden, dass die Bürger und Institutionen Europas mit
möglichst geringem Aufwand und Mitteln einen möglichst hohen
Effizienzzugewinn erreichen können. Zugleich müssen die strukturellen
Rahmenbedingungen einfach und wirtschaftlich umzusetzen und mit den
Parametern des liberalisierten Strommarktes kompatibel sein. Auch der
Einsatz von Förderungen und fiskalischen Lenkungsmaßnahmen durch die
öffentliche Hand erscheint wichtig und notwendig.
Darüber hinaus stellt die Quantifizierung von Einsparzielen und
die Bewertung erreichter Ziele eine große Herausforderung dar.
Derzeit ist unklar, inwieweit es möglich ist, die
Energieeinsparpotenziale der vielen hunderttausenden, individuellen
"Energiedienst-leistungsmaßnahmen" in den Mitgliedsländern konkret
und mit einem vertretbaren Messaufwand abzuschätzen und zu summieren.
Der VEÖ setzt sich daher dafür ein, dass bei der Quantifizierung
möglichst auf vorhandenes Datenmaterial zurückgegriffen werden soll.
Gesamtbetrachtung der Energie-Effizienz nötig
Besonders wichtig erscheint es der österreichischen E-Wirtschaft,
dass bei der Umsetzung von Maßnahmen durch die Konsumenten eine
Gesamtbetrachtung der Effizienzwirkung erfolgen muss. Das heißt,
Strom kann insbesondere dann nicht "diskriminiert" werden, wenn er
zur Energieeinsparung und zum Klimaschutz beiträgt. Dies ist zum
Beispiel bei der Verwendung von Wärmepumpen der Fall, wo durch den
Einsatz von Strom erst die weitere Nutzung einer erneuerbaren
Energieform ermöglicht wird und so große Primärenergie-Einsparungen
erreicht werden können. Schließlich gewinnt die Wärmepumpe drei
Viertel der Energie aus der Umwelt und nur ein Viertel muss - für den
Betrieb der Wärmepumpe - in Form von Strom zur Verfügung gestellt
werden. Das heißt, für eine Kilowattstunde elektrischer Energie
(diese wird für den Antrieb des Kompressors benötigt) liefert die
Wärmepumpe im Schnitt vier bis fünf Kilowattstunden Wärmeenergie für
die Heizung. Und auch die Emissionsbilanz spricht klar für den
Einsatz von Wärmepumpen, die auch in diesem Punkt durchaus mit
anderen, als "ökologisch" geltenden Heizsystemen - wie etwa
Biomasse-Heizungen - mithalten können: Die Wärmepumpe ist vor Ort
emissionsfrei und trägt durch ihren niedrigen Energieverbrauch auch
insgesamt gesehen wesentlich zur CO2-Reduktion bei.
"Letztlich entscheiden aber die Konsumenten - ob Industrie,
Wirtschaft oder Privatpersonen - über die Effizienz ihrer
Energienutzung, denn sie treffen die Wahl über die verwendeten Geräte
oder Systeme und über das Nutzungsausmaß", betonte der VEÖ-Präsident.
Alle Anbieter, ob Gerätehersteller oder Elektrizitätsunternehmen,
müssen und werden den Konsumenten helfen, Hemmnisse, die einer
sparsamen und rationellen Energieanwendung entgegenstehen, abzubauen.
Das heißt, die Konsumenten werden durch Information und
Marketingmaßnahmen zu Energieeinsparungen motiviert. Es müssen den
Konsumenten am Markt aber auch energieeffiziente Anwendungen und
Geräte ebenso wie entsprechende Energiedienstleistungen angeboten und
mit attraktiven Anreizen ein energieeffizientes Verhalten angeregt
und erleichtert werden. "Die E-Wirtschaft ist jedenfalls dazu bereit,
hier ihren Beitrag zu leisten. Sie investiert bereits heute viel Geld
in Kundeninformations-Kampagnen in den Medien und im Internet, aber
auch in die persönliche Kundenberatung zu diesen Themen. Und
effizienzsteigernde Maßnahmen im Bereich der Stromerzeugung und
Stromverteilung gehören ohnehin zum selbstverständlichen
Tagesgeschäft der wirtschaftlich agierenden heimischen
Elektrizitätsunternehmen", so Windtner.
Rückfragehinweis:
Mag. Angelika E. Reschenauer, MBA
VEÖ-Kommunikation
Tel.: 01/50198-241 bzw. 0664/3903398
mailto:[email protected]
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