• 29.10.2006, 17:40:14
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"Presse"-Kommentar: Da liegen einfach Welten dazwischen (von Martina Salomon)

Ausgabe vom 30. Oktober 2006

Wien (OTS) - Es wäre fast ein Wunder, würden die
Koalitionsverhandlungen noch harmonisch verlaufen.
Das schaut im Moment aber gar nicht gut aus! Wie sollen sich zwei
Parteien zu einer Koalition aufraffen, wenn es von ganz oben bis ganz
unten so stark an Vertrauen mangelt? Die SPÖ scheint sich noch im
Wahlkampf zu befinden und hat eine rot-grün-blaue Allianz für einen
Eurofighter-Untersuchungsausschuss gebastelt. Eine "Dringliche
Anfrage" gibt's noch als Draufgabe.
Kein Wunder, dass sich die ÖVP provoziert fühlt und ein
Verhandlungsabbruch im Raum steht. Nach der unerwarteten Wahlschlappe
hat die Parteispitze ohnehin Mühe, ihren Funktionären zu erklären,
dass sie als Zweiter in der Regierung bleiben muss, weil es keine
ernsthaften Alternativen gibt. Am liebsten würde sich die ÖVP
schmollend auf die Oppositionsbank zurückziehen und von dort aus böse
Kommentare über einen roten Kanzler abgeben. Die SP-Aktivitäten
bieten jetzt eine willkommene Absprungbasis aus den Verhandlungen.
Aber auch wenn sich die SPÖ bemüht, optimistisch zu wirken -
leicht ist es für sie ebenfalls nicht. Hier sitzt eine Gruppe ohne
Bundesregierungs-Erfahrung, die auf den Sieg gar nicht vorbereitet
war, den alten schwarzen Hasen gegenüber. Werden diese einen
überraschenden Haken schlagen, fragt man sich bei der SPÖ besorgt.
Schon 2000 fühlte sie sich ja um die Macht geprellt.
Persönlich kann man sich nicht ausstehen, inhaltlich liegen Welten
dazwischen. Es überrascht niemanden, wenn die Gespräche platzen.

Rückfragehinweis:
Die Presse
Chef v. Dienst
Tel.: (01) 514 14-445

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