• 29.10.2006, 11:10:29
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Armutsbetroffene melden sich zu Wort!

Zweites österreichisches Treffen von Menschen mit Armutserfahrungen in Linz. Politik muss Antworten auf konkrete Armutsrealitäten liefern.

Wien (OTS) - Mit 100 Figuren gegen Armut machten Armutsbetroffene
aus ganz Österreich in einer Aktion am Samstag am Linzer Taubenmarkt
auf ihre Situation aufmerksam. Auf den Figuren waren persönliche
Lebensgeschichten, Wünsche, Forderungen und aktuelle Daten über
steigende Sozialhilfe, Arbeitslosigkeit, prekäre Jobs, Kinderarmut
oder die Situation psychisch Kranker zu lesen.

Fotos Aktion "100 Figuren gegen Armut":

http://www.armut.at/IMG_6196.JPG
http://www.armut.at/IMG_6184.JPG
http://www.armut.at/IMG_6183.JPG

"Die konkrete Situation von Armutsbetroffenen darf nicht
verschwiegen werden", so die TeilnehmerInnen des von der
Armutskonferenz organisierten Treffens. "Wir wollen unsere
Alltagserfahrungen, die alltäglichen Einschränkungen und Hindernisse,
aber auch unser Können, unsere Stärken und unsere Vorschläge für
Verbesserungen sichtbar machen."

1 Mio Menschen sind derzeit in Österreich armutsgefährdert,
460.000 leben in manifester Armut. Erfahrungesberichte von
Betroffenen zeigen die Auswirkungen mangelnder Existenzsicherung
durch die Sozialhilfe, die österreichweit im Zugang und ihren
Leistungen verbessert werden muss.
Statt Zugangsbarrieren zum Gesundheitssystem braucht es dringend
umfassenden Versicherungsschutz für alle und die längst angekündigte
Einführung der e-card auch für SozialhilfebezieherInnen.
Unterhaltszahlungen von Kindern für Alleinerziehende müssen besser
gesichert werden.
Der Zugang zum Arbeitsmarkt muss durchlässiger werden. Viele
Betroffene machen die Erfahrung "zu gesund für die Pension" aber "zu
krank für den Arbeitsmarkt" zu sein. Ihr Wunsch sich - den jeweiligen
Möglichkeiten entsprechend - am Erwerbsarbeitsmarkt zu beteiligen,
scheitert an einer "alles-oder-nichts"-Politik, der es an der sonst
viel zitierten Flexibilität mangelt.
Qualifikationen von Zugewanderten sollen anerkannt und als Potential
genützt werden. 38% aller MigrantInnen arbeiten in Jobs, für die sie
überqualifiziert sind, vielen wird der Zugang zum Arbeitsmarkt
grundsätzlich verweigert.

Hilfesuchende werden von einem Amt zum anderen geschickt. Statt
Bürokratiedschungel wünschen sie sich ein One-Desk Prinzip, also
Informationen und Hilfestellung an einem Ort.
Weiters wichtig: Sozialanwaltschaften, die soziale Rechte mit
Rechtsmittel durchsetzen können und mehr persönliche
Assistenzleistungen für Menschen, die auf Beratung und Begleitung
angewiesen sind.

An die 100 Erwerbsarbeitslose, MitarbeiterInnen von
Straßenzeitungen, psychisch Erkrankte, Menschen mit Behinderungen,
Alleinerzieherinnen und MigrantInnen sind bereits zum zweiten Mal in
diesem Jahr drei Tage unter dem Motto "Sichtbar Werden" zusammen
gekommen, um gemeinsam über Strategien gegen Armut zu beraten.

Das von der Armutskonferenz koordinierte Projekt versteht sich als
Beitrag zu einer umfassenden Strategie der Armutsbekämpfung unter
Einbeziehung aller Akteure, wie sie beim europäischen Rat von Nizza
von allen europäischen Staatschefs beschlossen wurde.

Rückfragehinweis:
DIE ARMUTSKONFERENZ. - Österreichisches Netzwerk gegen
Armut und soziale Ausgrenzung.
www.armutskonferenz.at
Rückfragen Medien: 01/ 409 80 01 oder 0664/ 544 55 54
Koordinationsbüro: 01/ 402 69 44

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