- 27.10.2006, 10:00:14
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Lobautunnel "am Sand" - Die ersten Bohrergebnisse
Wien (OTS) - Seit geraumer Zeit laufen Baugrunduntersuchungen für
die "S1-Nord".
Neue Informationen über die Bohrungen kommen jetzt von der
Umweltorganisation VIRUS. Hier zeigen jüngste Ergebnisse ein völlig
anderes Bild von der hydrogeologischen Situation als bisherige
Annahmen. Statt wasserundurchlässigem Untergrund findet sich
grundwasserdurchströmter Sand. Für VIRUS markiert das bereits jetzt
das Ende des Lobautunnels in seiner bisher geplanten Form.
VIRUS-Sprecher Wolfgang Rehm:"Die Stadt Wien versucht in ihrer
mittlerweile berüchtigten Inseratenkampagne den Eindruck zu erwecken,
der Lobautunnel würde durch wasserundurchlässigen Untergrund großer
Mächtigkeit führen. Dabei zeigen schon die vorab erstellten
Unterlagen der ASFINAG deutlich geringere Überdeckung und ein
abschnittsweises Hineinragen des Tunnels in Sandschichten." Diese
Vorab-Annahmen wurden nun allerdings noch von der Realität
übertroffen. Eine Bohrung im Norden der Neuen Donau - einer heiklen
Stelle - zeigt auf ca. 50 Metern Tiefe eine nur 3 Meter mächtige
Tegelschicht, gefolgt von einem weiteren Grundwasserhorizont mit
Sandablagerungen von ca. 21 Metern Stärke, genau in der Tiefe in der
der Tunnel geplant ist. Diese Situation schafft neue Probleme
hinsichtlich Abdichtung und Stabilität eines Tunnels, denen - wenn
überhaupt - nur mit beträchtlichem Mehraufwand begegnet werden kann.
Eine Tieferlegung des Tunnels scheidet wegen des bereits jetzt
maximal ausgereizten Gefälles vom Knoten Schwechat her aus. Auch
anderen Varianten gibt VIRUS keine Realisierungschancen. Eine Brücke
durch die Donauauen wäre nicht genehmigungsfähig. Der von der ASFINAG
jüngst wieder ins Spiel gebrachte Versuch, zuerst oben über die Donau
und dann erst per Tunnel in den Lobauuntergrund zu gelangen, würde
einerseits mit dem Nationalpark kollidieren und andererseits den
ersten Grundwasserhorizont mitten im ölkontaminierten Bereich queren.
"Stromabwärts des Freudenauer Hafens wird es keine neue Straße
geben Es ist an der Zeit, auf Risikobohrungen im Öl zu verzichten,
sich von der Donauquerung zu verabschieden und eine Verkehrswende
einzuleiten die weg vom Autobahnring hin zu einer modernen
klimaschutzgerechten Mobilitätspolitik führt", so Rehm.
Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen veranstaltet VIRUS mit
anderen Umweltorganisationen und mit Bürgerinitiativen am 1.11,
beginnend um 15:30 in Groß-Enzersdorf eine "Mahnwache in der AU".
Rückfragehinweis:
Wolfgang Rehm
Tel.: 0699/12419913
mailto:[email protected]
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