Große Qualitätsunterschiede bei Versicherungsvermittlern

Wien (OTS) - Studie des Konsumentenschutzministeriums belegt Qualitätsvorsprung der Versicherungsmakler - Industrie und Gewerbe setzen daher auf Makler, Nachholbedarf bei Haushalten

Eine vom Staatssekretär für Konsumentenschutz Sigisbert Dolinschek veröffentlichte Studie belegt große Qualitätsunterschiede bei Versicherungsvermittlern. Für Konsumenten ist es folglich wichtig, darauf zu achten, ob sie ihre Versicherungen bei Maklern, Agenten, Strukturvertrieben oder Banken abschließen. In der Studie schnitten Versicherungsmakler in wichtigen Kategorien der Beratungsleistung am Besten ab. Makler sind als einzige Versicherungsvermittler unabhängig und per Gesetz verpflichtet, ausschließlich die Interessen ihrer Kunden zu vertreten.

Eine vom Bundesministerium für Soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz präsentierte Studie belegt große Qualitätsunterschiede bei Beratungsleistungen von Versicherungsvermittlern. Bei dieser Studie wurden Versicherungsmakler, Versicherungsagenten, Mehrfachagenten, Strukturvertriebe, Vermögensberater und Banken unter die Lupe genommen. Dabei schnitten Versicherungsmakler in den wichtigsten Beratungskategorien am Besten ab. Agenten, Berater und Banken händigten etwa im Gegensatz zu Versicherungsmaklern oftmals keine Kopie des Versicherungsantrages aus. Während Versicherungsmakler vorwiegend gut auf die Kundenwünsche und -bedürfnisse eingegangen sind, gab es bei Agenten oder Banken schlechtere Ergebnisse. Zudem war bei Maklern als einzige Vermittlergruppe ein Rücktritt von einem Vertragsabschluss stets problemlos möglich.

Die im Allgemeinen eher schlecht beurteilten Beratungsleistungen der Vermittlergruppen führt Gunther Riedlsperger, Bundesobmann des Fachverbands der Versicherungsmakler, auf mangelnde Kenntnis der Bevölkerung über die Unterschiede der Berufsgruppen zurück: "Leider sind viele Österreicher mit dem Berufbild des Maklers noch nicht vertraut. Beispielsweise wird kaum zwischen Agenten und Makler unterschieden, obwohl Versicherungsmakler per Gesetz verpflichtet sind, auf der Seite des Kunden stehen. Agenten vertreten hingegen stets die Interessen der Versicherung". Über 95 Prozent der heimischen Industrie und 65 Prozent des Gewerbes beauftragen daher Makler bei der Abwicklung ihrer Versicherungs- Angelegenheiten. Bei Haushalten liegt der Anteil hingegen erst bei rund 25 Prozent.

Trotz guten Abschneidens Kritik an der Studie

Der Fachverband der Versicherungsmakler kritisiert trotz guten Abschneidens der Berufsgruppe der Versicherungsmakler die Objektivität der Studie. Bei dieser Studie wurden in Gesamtösterreich 30 verdeckte Testabschlüsse von Lebensversicherungen in den Bundesländern Wien, Oberösterreich, Burgenland und Tirol bei fünf unterschiedlichen Berufsgruppe (Versicherungsmakler, -agenten, Mehrfachagenten, Strukturvertrieb, Vermögensberater und Banken) durchgeführt. "Ich teile die Bestürzung von Konsumenten-Staatssekretär Dolinschek - allerdings nicht die Ergebnisse der Studie betreffend, sondern wie diese zustande gekommen ist. Wenn man von über 4.500 Versicherungsmaklern in Österreich fünf testet, kann das kein repräsentatives Ergebnis sein. Trotzdem freut mich, dass Makler in wichtigen Kriterien der Studie am besten abgeschnitten haben", so Riedlsperger.

Zudem kritisiert Riedlsperger, dass bei der Studie mit der Schadensabwicklung ein überaus wichtiges Kriterium gänzlich ausgeklammert wurde: "Was nützt dem Kunden die vorbildliche Beratung eines Versicherungsagenten, wenn er im Schadensfall leer ausgeht, weil der Agent stets der Versicherung verpflichtet ist. Nur Makler stehen per Gesetz auf der Seite der Kunden und vertreten deshalb die Interessen der Versicherungskunden. Im Schadensfall erzielen sie mit Abstand die besten Ergebnisse."

Foto Gunther Riedlsperger elektronisch unter
http://www.prime.co.at/riedlsperger.html

Über den Fachverband der Versicherungsmakler

Der Fachverband der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten ist die gesetzliche Interessensvertretung dieser Berufsgruppe in der WKÖ. In dieser Funktion kümmert sich der Fachverband in erster Linie um die Begutachtung von Gesetzen und um das Lobbying zugunsten der Versicherungsmakler. In Zusammenarbeit mit den Fachgruppen der Bundesländer werden Aus- und Weiterbildung, Öffentlichkeitsarbeit und die Erstellung von Serviceprodukten (Allgemeine Geschäftsbedingung, Beratungsprotokoll, etc.) koordiniert.
Der Fachverband ist weiters Interessensvertretung für einzelne Versicherungsmakler, wenn damit die Klärung einer für den gesamten Berufsstand bedeutenden Rechtsfrage verbunden ist. Zu den weiteren Aufgaben zählen die Sicherstellung eines fairen Wettbewerbs seiner Mitglieder untereinander und der Schutz vor unfairen Maßnahmen anderer Teilnehmer. Die ständige Marktbeobachtung, die Förderung wissenschaftlicher Arbeiten rund um das Maklerrecht und die politische Einflussnahme auf die europäische Gesetzgebung durch aktive Mitarbeit im europäischen Maklerverband BIPAR runden die Aufgaben des Fachverbands ab.

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