Kukacka fordert die Errichtung einer bundesweiten Nahverkehrsgesellschaft in der nächsten Legislaturperiode

Bei heutigem Kongress in Linz sprach Staatssekretär Kukacka über die Zukunft des öffentlichen Personennahverkehrs

Wien (OTS) - Die Reform und Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs wird ein wichtiges Ziel der kommenden Gesetzgebungsperiode sein, daher wird die Errichtung einer bundesweiten Nahverkehrsgesellschaft, gemeinsam mit den Ländern bzw. ihren Verkehrsverbundorganisationsgesellschaften, eine wesentliche Aufgabe sein. Diese gemeinsame Gesellschaft des Bundes und der Länder sollte die verbindliche Abstimmung untereinander und dem rascheren Umsetzen von besseren Angeboten für den öffentlichen Verkehr dienen", erklärte Verkehrsstaatssekretär Mag. Helmut Kukacka heute, im Rahmen eines Nahverkehrskongresses in Linz.
Beispielsweise sollte sie ein österreichweit koordiniertes Nahverkehrskonzept ausarbeiten. In diesem Konzept soll sowohl ein verbindliches "Grundangebot", vor allem für den ländlichen Raum, als auch die Taktknoten und Fahrzeiten zwischen diesen Taktknoten festgelegt werden, also die Grundlage für einen bundesweiten Taktfahrplan geschaffen werden!
"Auch die Koordination von Verbundmaßnahmen, ich denke hier an einheitliche Tarifbestimmungen, könnte von ihr übernommen werden", so Kukacka.

Eine für die verbesserte Akzeptanz des Nahverkehrs wichtige Aufgabe der neu zu gründenden bundesweiten Nahverkehrsgesellschaft wird es auch sein, ein "ÖV-Ticket-Österreich" auf den Markt zu bringen. "Mit diesem Ticket soll man alle öffentlichen Verkehrsunternehmen in Österreich über alle Bundesländer- und Verkehrsverbundgrenzen hinweg benutzen können. Es soll bspw. möglich sein, von Wien Zentrum mit der U-Bahn zum Bahnhof, von dort mit der Bahn nach Linz und dort mit der Straßenbahn ins Zentrum zu kommen, ohne, dass man mühsam dreimal ein Ticket kaufen muss", erläuterte der Staatssekretär in seinem Referat.

Dieses "ÖV-Ticket-Österreich" im Scheckkartenformat könnte ein elektronischer Fahrschein sein, auf den ein Guthaben (prepaid-Funktion) im Vorhinein aufgebucht bzw. eine Abbuchung vom Konto durchgeführt werden kann.

Ein weiterer Vorteil ist, dass keine Wartezeiten am Schalter mehr entstehen und man nicht mehr überlegen muss, wo man entsprechendes Kleingeld für den Automaten wechseln kann oder wie man die Automaten bedient.
"Ich bin überzeugt, dass die Fahrgäste das elektronische Ticket sehr rasch annehmen werden. Die Erfahrung zeigt dies bereits bei den ÖBB, wo seit der Einführung des Online-Tickets im Jahr 2001 - übrigens als erste Bahn Europas - heute beispielsweise 53.000 Online-Tickets monatlich verkauft werden," sagte Kukacka.

Der Markt für das "ÖV-Ticket-Österreich" sei ebenfalls vorhanden. So werden derzeit täglich in Österreich rund 5,5 Millionen Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt.
2,5 bis 3 Millionen Menschen in Österreich benutzen jedes Jahr den öffentlichen Verkehr. Jeder Mensch in Österreich ist im Jahr 2005 durchschnittlich 2.991 Kilometer im öffentlichen Verkehr gefahren. In keinem anderen EU-Land wird mehr mit Bus und Bahn gefahren.

"In der nächsten Legislaturperiode wird sich die neue Regierung jedenfalls mit der Thematik "Öffentlicher Nahverkehr" auseinandersetzen müssen! Die von mir skizzierte bundesweite Nahverkehrsgesellschaft könnte aber grundsätzlich die Realisierung des "ÖV-Ticket-Österreich" übernehmen", so Kukacka abschließend.

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