- 23.10.2006, 13:07:49
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Kukacka fordert die Errichtung einer bundesweiten Nahverkehrsgesellschaft in der nächsten Legislaturperiode
Bei heutigem Kongress in Linz sprach Staatssekretär Kukacka über die Zukunft des öffentlichen Personennahverkehrs
Wien (OTS) - Die Reform und Attraktivierung des öffentlichen
Verkehrs wird ein wichtiges Ziel der kommenden Gesetzgebungsperiode
sein, daher wird die Errichtung einer bundesweiten
Nahverkehrsgesellschaft, gemeinsam mit den Ländern bzw. ihren
Verkehrsverbundorganisationsgesellschaften, eine wesentliche Aufgabe
sein. Diese gemeinsame Gesellschaft des Bundes und der Länder sollte
die verbindliche Abstimmung untereinander und dem rascheren Umsetzen
von besseren Angeboten für den öffentlichen Verkehr dienen", erklärte
Verkehrsstaatssekretär Mag. Helmut Kukacka heute, im Rahmen eines
Nahverkehrskongresses in Linz.
Beispielsweise sollte sie ein österreichweit koordiniertes
Nahverkehrskonzept ausarbeiten. In diesem Konzept soll sowohl ein
verbindliches "Grundangebot", vor allem für den ländlichen Raum, als
auch die Taktknoten und Fahrzeiten zwischen diesen Taktknoten
festgelegt werden, also die Grundlage für einen bundesweiten
Taktfahrplan geschaffen werden!
"Auch die Koordination von Verbundmaßnahmen, ich denke hier an
einheitliche Tarifbestimmungen, könnte von ihr übernommen werden", so
Kukacka.
Eine für die verbesserte Akzeptanz des Nahverkehrs wichtige Aufgabe
der neu zu gründenden bundesweiten Nahverkehrsgesellschaft wird es
auch sein, ein "ÖV-Ticket-Österreich" auf den Markt zu bringen. "Mit
diesem Ticket soll man alle öffentlichen Verkehrsunternehmen in
Österreich über alle Bundesländer- und Verkehrsverbundgrenzen hinweg
benutzen können. Es soll bspw. möglich sein, von Wien Zentrum mit der
U-Bahn zum Bahnhof, von dort mit der Bahn nach Linz und dort mit der
Straßenbahn ins Zentrum zu kommen, ohne, dass man mühsam dreimal ein
Ticket kaufen muss", erläuterte der Staatssekretär in seinem Referat.
Dieses "ÖV-Ticket-Österreich" im Scheckkartenformat könnte ein
elektronischer Fahrschein sein, auf den ein Guthaben
(prepaid-Funktion) im Vorhinein aufgebucht bzw. eine Abbuchung vom
Konto durchgeführt werden kann.
Ein weiterer Vorteil ist, dass keine Wartezeiten am Schalter mehr
entstehen und man nicht mehr überlegen muss, wo man entsprechendes
Kleingeld für den Automaten wechseln kann oder wie man die Automaten
bedient.
"Ich bin überzeugt, dass die Fahrgäste das elektronische Ticket sehr
rasch annehmen werden. Die Erfahrung zeigt dies bereits bei den ÖBB,
wo seit der Einführung des Online-Tickets im Jahr 2001 - übrigens als
erste Bahn Europas - heute beispielsweise 53.000 Online-Tickets
monatlich verkauft werden," sagte Kukacka.
Der Markt für das "ÖV-Ticket-Österreich" sei ebenfalls vorhanden. So
werden derzeit täglich in Österreich rund 5,5 Millionen Fahrten mit
öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt.
2,5 bis 3 Millionen Menschen in Österreich benutzen jedes Jahr den
öffentlichen Verkehr. Jeder Mensch in Österreich ist im Jahr 2005
durchschnittlich 2.991 Kilometer im öffentlichen Verkehr gefahren. In
keinem anderen EU-Land wird mehr mit Bus und Bahn gefahren.
"In der nächsten Legislaturperiode wird sich die neue Regierung
jedenfalls mit der Thematik "Öffentlicher Nahverkehr"
auseinandersetzen müssen! Die von mir skizzierte bundesweite
Nahverkehrsgesellschaft könnte aber grundsätzlich die Realisierung
des "ÖV-Ticket-Österreich" übernehmen", so Kukacka abschließend.
Rückfragehinweis:
Staatssekretariat im BM für Verkehr, Innovation und Technologie
Stefan Naglis, Pressesprecher
Tel.: +43 (01) 711 62/8803
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