• 20.10.2006, 09:59:29
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GLOBAL 2000: Vorrang für Gesundheit statt Transitausbau

Überholtes Verkehrskonzept überrollt die Ostregion mit einer Transitlawine - WHO: 370.000 Feinstaub-Tote jährlich in Europa

Wien (OTS) - Die Umweltschutzoganisation GLOBAL 2000 fordert heute
im Rahmen einer Pressekonferenz den eindeutigen Vorrang für
Gesundheit statt Transitausbau und warnt vor den Folgen der
Straßenbauoffensive in Ostösterreich. GLOBAL 2000 legt eine Karte
vor, die beweist, dass die meisten der neu geplanten Straßen in
Ostösterreich durch Gebiete führen sollen, die bereits heute
gesundheitsgefährdende Konzentrationen an Feinstaub aufweisen. Diese
so genannten Feinstaubsanierungsgebiete wurden offiziell am 1.10. von
den Landeshauptleuten ausgewiesen. Die Vorgangsweise ist vollkommen
paradox: Auf der einen Seite beschließt man
Feinstaubsanierungsgebiete, gleichzeitig baut man im selben Gebiet
hochrangige Straßen, die zu zusätzlichen Feinstaubemissionen führen
werden, kritisiert GLOBAL 2000-Verkehrsreferentin Karin Kuna und
verweist auf den exorbitanten Anstieg der Feinstaub-Opfer in Europa.
Laut der jüngsten WHO-Statistik ist innerhalb der vergangenen fünf
Jahre die Zahl der Feinstaub-Toten in Europa von 270.000 auf 370.000
Menschen pro Jahr angestiegen. Österreichs Ostregion wird nach den
derzeitigen Plänen zur Drehscheibe des transeuropäischen
Schwerverkehrs. Denn bei überregionaler Betrachtung im Kontext mit
den europäischen Nord-Süd-Achsen sowie dem Donau-Korridor zeigt sich,
dass A5-Nordautobahn, Lobau-Autobahn samt Spartunnel, die
Verbindungsspange Traismaurer Brücke oder auch die Traisentalstraße
nichts weiter als zukünftige LKW-Transitstrecken sein werden.

Nahezu flächendeckend ist das Transitausbau-Gebiet ident mit den
ausgewiesenen und mittlerweile verordneten
Feinstaubsanierungsgebieten. Das bedeutet, dass dort, wo heute
bereits Menschen an durch Luftverschmutzung ausgelösten Krankheiten
laborieren, zukünftig noch mehr Autos fahren werden und zur
Gesundheitszerstörung beitragen. Sowohl EU-Richtlinie als auch das
österreichische IG-Luft (Immissionsschutzgesetz Luft) sollten das
Recht auf Gesundheit sichern, entpuppen sich zunehmend aber als
zahnlose Gesetzesinstrumente, weil sie weder eingehalten noch
vollzogen werden. Die verantwortlichen PolitikerInnen, die
Landeshauptleute Erwin Pröll, Michael Häupl und Hans Niessl, genauso
wie Umweltminister Josef Pröll und Gesundheitsministerin Maria Rauch
Kallat ignorieren den Gesetzesbruch als auch das Recht auf Gesundheit
der Bevölkerung, empört sich Kuna. Mehr als 50 Prozent der besonders
gesundheitszerstörenden Feinstäube stammen aus dem Straßenverkehr,
vorrangig aus dem LKW-Verkehr. Laut EU-Weißbuch Verkehr wird die
Feinstaubbelastung bei Beibehaltung der aktuellen, autozentrierten
Verkehrspolitik allein in den kommenden vier Jahren um 40 Prozent
ansteigen. Die höchste Wachstumsrate wird beim Güter-Schwerverkehr
prognostiziert.

Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000
Andreas Baur, 0664/103 24 23
Karin Kuna 0699/14200038
mailto:[email protected]

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