- 18.10.2006, 13:15:09
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VP-Cortolezis-Schlager: Ist-Zustand des Wiener Pflichtschulwesens könnte große Bildungsreformen verhindern
Senkung der Klassenschülerzahl und Ausbau der Nachmittagsbetreuung scheitert an den Schulräumlichkeiten
Wien (VP-Klub) - Kritik am baulichen Zustand des Wiener
Pflichtschulwesens übte heute die Bildungssprecherin der ÖVP Wien,
Stadträtin Katharina Cortolezis-Schlager. "Man hat es in Wien in den
letzten Jahren verabsäumt, die Pflichtschulen baulich zu erneuern.
Deshalb ist zu befürchten, dass die durch die neue Regierung zu
erwartende Senkung der Klassenschülerzahl in Wien an den
Schulräumlichkeiten scheitern wird", erklärte sie dazu.
Tagesbetreuung muss räumlich an allen Standorten ermöglicht
werden
Derzeit sind die Klassenräume für die Nachmittagsbetreuung nicht
immer geeignet. Mit dem Budget für 2007 ist vorzusehen, dass alle
Schulstandorte eine Betreuung am Standort anbieten können. "Hier
wurden zu lange grundlegende Notwendigkeiten für ein modernes
Bildungsangebot ignoriert. Das könnte sich nun rächen", hielt sie
dazu fest.
Keine Konzept für die Modernisierung
Durch das Fehlen einer konzeptionellen und vorausschauenden Planung
bei der Errichtung und Generalsanierung von Pflichtschulen hier in
der Bundeshauptstadt könnte eine zügige Modernisierung verzögert
werden. "Wien fehlen im Moment über 70 Volks- und Hauptschulen, wenn
die Klassenschülerhöchstzahl auf 25 gesenkt wird. Und an die 50
weitere Standorte sind extrem baufällig. Aber wirkliche Pläne mit
genauen zeitlichen, organisatorischen und finanziellen
Rahmenbedingungen, um die Situation zu verbessern, existieren nicht",
so Cortolezis-Schlager.
Weniger Geld aber mehr Aufgaben
Sie erinnerte auch daran, dass den Bezirken, die für die
Instandhaltung (= kleinere Sanierungen) der Pflichtschulen
verantwortlich sind, die dafür erforderlichen Finanzmittel
zusammengestrichen worden sind. "Im Fall von Ottakring wurde das
Bezirksbudget reduziert, während die Liste sanierungsbedürftiger
Schulen immer länger wird. Das kann es doch nicht sein", kritisiert
die VP-Bildungssprecherin.
Zick-Zack Kurs in Sachen Bildung
Auf Grund eines landeseigenen Zick-Zack-Kurses in Sachen Bildung
könnten die derzeit diskutierten Reformen in der Bildungs- und
Integrationspolitik nur mangelhaft umgesetzt werden. "Die für die
Integration wichtigen Vorlaufgruppen an den Schulen wurden vor 2
Jahren gestrichen. Wichtig wäre es aber gerade diese Vorschulklassen
organisatorisch und räumlich zu ermöglichen. Die Schuleinschreibung
wurden gerade um ein Monat von Jänner auf Dezember vorverlegt. Die
Zusammenarbeit mit den Kindergärten ist mangelhaft. Während der Bund
für die Sprachförderung zusätzliche Ressourcen bereit gestellt hat,
haben die verantwortlichen Rathauspolitiker keine zusätzlichen Mittel
bereit gestellt. Das alles spricht für sich", meinte sie dazu.
Und Cortolezis-Schlager abschließend: "Die Politik, Bundesgesetze nur
soweit auf Landesebene nachzuziehen, als der Bund dafür aufkommt,
verdeutlicht, dass die Wiener Landesregierung in der Bildungspolitik
auf dem besten Wege ist, sich selbst abzuschaffen!"
Rückfragehinweis:
ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien
Tel.: (++43-1) 4000 / 81 913
Fax: (++43-1) 4000 / 99 819 60
mailto:[email protected]
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