- 18.10.2006, 11:57:26
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ÖBB und Lebensministerium vereinbaren 5 Punkte-Programm
Effizienter Energieeinsatz soll Wettbewerbsfähigkeit von Bahn und Bus erhöhen
Wien (OTS) - Ein fünf Punkte umfassendes Kooperationsprogramm
unterzeichneten heute, Mittwoch, Umweltminister Josef Pröll seitens
Lebensministerium und VD Martin Huber für die ÖBB. Die
Spitzenposition des ÖBB-Konzerns im internationalen Vergleich mit
Europas Bahnen und die Rolle als Mobilitätsanbieter Nummer 1 in
Österreich sowohl auf der Schiene als auch im Busbereich soll durch
gezielte Maßnahmen verteidigt und sogar noch weiter ausgebaut werden.
"Effizienter Energieeinsatz und bessere Auslastung bei Bus und
Bahn sichern nicht nur einen leistungsfähigen Öffentlichen Verkehr
und schonen die Umwelt, sondern stärken auch den Wirtschaftsstandort
Österreich", so Josef Pröll. Martin Huber, Sprecher des Vorstands der
ÖBB-Holding AG, betonte im Rahmen der gemeinsamen Pressekonferenz,
dass zwar die Schiene im Vergleich der Verkehrsträger schon heute in
Sachen Umwelteffizienz und Vermeidung externer Kosten mit großem
Abstand an führender Stelle stünde, man sich jedoch damit nicht
begnügen wolle. "Wir möchten unseren Vorsprung in Punkto
Energieeffizienz weiter ausbauen, denn Umweltfreundlichkeit ist einer
der maßgeblichen Motivationsfaktoren beim Verzicht auf das Auto. Mehr
Umweltfreundlichkeit heißt also, unsere Wettbewerbsfähigkeit
gegenüber anderen Verkehrsträgern weiter zu erhöhen."
Die fünf Punkte der Vereinbarung
* Steigerung der Energieeffizienz im Schienenverkehr um 5%
bis 2010
* Einsatz von alternativen Antriebstechnologien und Kraftstoffen.
* Nachhaltige Partnerschaft in der Entwicklung und Umsetzung
innovativer Projekte und Bewusstseinsbildung für Bahn und Bus und
verstärkte Nutzung der klima:aktiv mobil-Programme im Bereich
Mobilität
* Forcierung von Spritsparen und energieeffizientem Fahren
* Verbesserte Energieeffizienz für Bahnhöfe und Betriebsgebäude
durch verstärkte Nutzung der klima:aktiv-Programme im
Energiebereich
Steigerung der Energieeffizienz um fünf Prozent bis 2010
Bis 2010 wollen die ÖBB die Energieeffizienz im Schienenverkehr um
fünf Prozent steigern. Erreicht werden soll das durch eine weitere
Optimierung in der Umlaufplanung, eine Auslastungssteigerung bei den
Güterzügen sowie durch die konsequente Umsetzung des größten
Flottenerneuerungsprogramms in der Geschichte der ÖBB. Darüber hinaus
soll das ebenfalls bereits gestartete Ausbildungsprogramm zur Sprit-
bzw. energieschonenden Fahrweise beim Bus genauso wie beim Zug
weitergeführt und ausgeweitet werden.
Beispielsweise können Lokführer durch Schulungen der
topografischen Verhältnisse und den maximalen Einsatz der
elektrischen Rückspeisebremse den Energiebedarf merklich senken. Im
Busbereich wiederum werden noch heuer auf Initiative von Josef Pröll
alle 2.800 Lenker zu "Spritsparmeistern" ausgebildet. Erwartet werden
allein dadurch bei der ÖBBTochter Postbus ein um 4,6 Prozent
geringerer Treibstoffverbrauch und eine Senkung des CO2-Ausstoßes um
5.000 Tonnen pro Jahr.
Vorbildwirkung und verstärkte Bewusstseinsbildung
Neben Forschungs- und Pilotprojekten zum Einsatz alternativer
Energieformen im Busbetrieb möchte der ÖBB-Konzern auch im
Beschaffungsprozess für Kraftfahrzeuge mit gutem Beispiel vorangehen.
So sieht die Vereinbarung vor, dass künftig im Zuge der
Angebotseinholungen standardmäßig Alternativen wie Hybrid-,
Erdgas-oder Elektrofahrzeuge berücksichtigt werden.
Darüber hinaus soll in gemeinsam durchgeführten Kampagnen die
laufende Steigerung der Attraktivität von Schiene und Bus den
Fahrgästen näher gebracht werden. Kernthemen dabei sollen u.a. die
verbesserte Fahrplanabstimmung, der Ausbau von Park- bzw. Bike and
Ride-Anlagen und die Implementierung neuer Services (SMS-Ticketing,
elektronische Anzeigesysteme) sein. Weitergeführt werden soll auch
die enge Zusammenarbeit beim Autofreien Tag. Er findet jährlich am
22. September statt und trägt maßgeblich zur großen
Öffentlichkeitswirksamkeit der gemeinsamen Anliegen bei.
Verbesserte Energieeffizienz auf Bahnhöfen
Im Rahmen der klima:aktiv-Programme des Lebensministeriums stehen
eine Reihe an Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung, die beim
Neubau von Bahnhöfen und Betriebsgebäuden künftig verstärkt genutzt
werden sollen. Bereits heute realisieren die ÖBB in zahlreichen
Gebäuden Pilotprojekte zur Energieoptimierung. Durch den Einsatz
zentraler Gebäudeleittechnik, mit der von Beleuchtung über Jalousien
und Klimaanlagen bis hin zu Aufzügen und Rolltreppen sämtliche
Energieverbraucher gesteuert und überwacht werden, lassen sich die
Kosten für die Gebäudebewirtschaftung um bis zu ein Viertel
reduzieren. Darüber hinaus werden demnächst in Zusammenarbeit mit der
Austrian Energy Agency am Beispiel von 20 Gebäuden mögliche
Einsparungspotenziale durch den Einsatz neuer Energiespartechniken
überprüft und wirtschaftlich bewertet. Mit Hilfe der
klima:aktiv-Programme können diese Techniken (Heiztechnologien,
Isoliertechniken) eingesetzt und ihre Wirkung dokumentiert werden.
Die so gewonnenen Ergebnisse bilden die Grundlage für
Amortisationsrechnungen der künftigen Investitionsprogramme.
Im Rahmen der Kooperationsvereinbarung bekennen sich beide Partner
zum regelmäßigen Ergebnisaustausch der gemeinsamen Initiativen. Die
im Rahmen der Zusammenarbeit anlaufenden Projekte sollen durch
bestmögliche Unterstützung weitestgehend in den Regelbetrieb
übernommen werden.
Rückfragehinweis:
Mag. Jörg Wollmann
Konzernsprecher
ÖBB-Holding AG
Tel: +43 1 93000 44087
e-mail: [email protected]
Dr. Gerhard Popp
Pressesprecher BM Pröll
Lebensministerium
Tel: +43 1 515 22 6703
e-mail: [email protected]
Rückfragehinweis:
Lebensministerium
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71100 DW 6703, DW 6823
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