- 17.10.2006, 14:08:33
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Lebenswertes Altern: Pensionistenklubs sichern soziale Kontakte
147 Klublokale laden anlässlich des 60jährigen Bestehens zum "Tag der offenen Klubtür"
Wien (OTS) - In Wien leben derzeit rd. 363.000 WienerInnen über
60, für 2025 wird mit einem Anstieg dieser Altersgruppe um 24,2% auf
rd. 451.000 gerechnet. Der überwiegende Teil der SeniorInnen wohnt
alleine und ist mit seiner Wohn- und Lebenssituation sehr zufrieden,
wie aktuelle Studien immer wieder belegen.
Die regelmäßige Pflege sozialer Kontakte zu Angehörigen,
Verwandten und Bekannten spielt für das Wohlgefühl der SeniorInnen
eine entscheidende Rolle. Mit zunehmendem Alter haben ältere Menschen
jedoch naturgemäß weniger Kontakte, auch der aktuelle Trend zum
Singlehaushalt und zum möglichst langen Verbleib in der eigenen
Wohnung birgt die Gefahr, dass SeniorInnen in die Einsamkeit
abgleiten - mit allen möglichen Begleiterscheinungen, wie Depression
und Demenz. "In dieser Hinsicht können die Pensionistenklubs der
Stadt Wien eine wichtige präventive Aufgabe erfüllen - die der
Vermeidung von Einsamkeit und sozialer Isolation!" unterstrich
Vizebürgermeisterin Grete Laska am Dienstag im Pressegespräch des
Bürgermeisters die Bedeutung dieser Einrichtung.
Seit 1946 gibt es sie, heuer werden die Klubs daher 60 Jahre
"jung" und feiern dies mit einem "Tag der offenen Klubtür" am 18.
Oktober 2006.
Von den "Wärmestuben" zu den Pensionistenklubs
Aus den "Wärmestuben" für SozialhilfebezieherInnen, die im
Winter 1946 eingerichtet wurden, entstanden in der Folge die
"Tagesheimstätten für alte Leute". In den darauf folgenden
Jahrzehnten kamen immer mehr Freizeitangebote, wie z.B. Gruppenreisen
und Ausflugsfahrten, zur "Klubjause" hinzu. Im Jahre 1962 wurden die
Tagesheimstätten schließlich in "Pensionistenklubs" umbenannt und
allen Wiener SeniorInnen zugänglich gemacht. Neben der beliebten -
kostenlosen - Klubjause mit Kartenspiel und Plausch fanden später
auch Kultur- und Unterhaltungsangebote begeisterte Anhänger: seit
1975 ist es beispielsweise beliebte Tradition, die Eisrevue - nunmehr
"Holiday on Ice" - zu besuchen.
2001 - Wechsel in der Betriebsführung der Klubs
Per 1. Jänner 2001 übernahm der gemeinnützige privatrechtliche
Fonds Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser (KWP), in dessen 31
Häusern zum Leben seit Jahrzehnten die "Hausklubs" untergebracht
sind, von der damaligen Magistratsabteilung 12 - Sozialamt den
Betrieb der 181 Pensionistenklubs; Damit war auch der klare Auftrag
verbunden, für eine zeitgemäße Seniorenbetreuung zu sorgen und diese
gemeinsam mit den ebenfalls budgetverantwortlichen
BezirkspolitikerInnen umzusetzen, wobei der Schwerpunkt auf die
Gestaltung eines attraktiven Angebotes für die jüngere
Seniorengeneration zu legen war. Im sechsten Jahr der Betriebsführung
durch das KWP kann nunmehr eine positive Bilanz gezogen werden.
Folgende kunden- und serviceorientierte Maßnahmen wurden
erfolgreich umgesetzt:
o Ganzjahresbetrieb - 365 Tage im Jahr(!) - in mittlerweile vier Klubs in den Pensionisten-Wohnhäusern Laaerberg, Haidehof, Hetzendorf und Tamariske im 10., 11., 12. und 22. Bezirk. o Erweiterter Klubbetrieb in zwölf Pensionistenklubs (Montag - Freitag/12 Monate), u.a. an den Standorten 15, Sperrgasse 17 und 16, Wurlitzergasse 59.
Diese Ausweitung der Klubzeiten konnte bei gleich bleibenden
Personalkosten durch flexibleren Personaleinsatz erreicht werden.
o Neuartige Informations- und Beratungsangebote, wie beispielsweise Vorträge zu seniorenrelevanten Gesundheits- und Rechtsthemen, z.B. Sicher leben im Alltag - Tipps und Tricks zur Sturzprävention, Vererben und Verschenken u.a. o Neue Gruppenaktivitäten für Körper, Geist und Seele, z. B. Nordic Walking, Heiteres Gedächtnistraining oder Fit mit Sitzgymnastik o Neue Reiseziele für die Pensionistenklubausflüge
Das Angebot zahlreicher neuer Ausflugsziele fand in den letzten
sechs Jahren nicht nur großen Anklang sondern schlug sich auch in
einer 14%igen Steigerung der Teilnehmerzahlen nieder.
o Neue Kultur- und Unterhaltungsangebote
Im Jahre 2002 übernahm das KWP vom Büro des Seniorenbeauftragten
der Stadt Wien das Theaterabonnement "Quartett", das
Kulturinteressierten vier Vorstellungen auf bekannten Wiener Bühnen
zum Preis von drei anbietet - die jährlich zur Verfügung stehenden
700 Abo’s finden immer reißenden Absatz.
o Eine "neue Generation" von Pensionistenklubs - die "Seniorentreffs"
Um die Angebote der Pensionistenklubs den Bedürfnissen der
SeniorInnen anzupassen, entwickelte das KWP im Bereich
Ambiente/Ausstattung der Lokale eine neue Generation der Klubs, die
so genannten "Seniorentreffs". Diese verfügen über ein modernes,
attraktives Ambiente mit seniorengerechter Möblierung, modernen
Sanitäranlagen (inkl. eines behindertengerechten WC’s), praktischen
Küchen und über mindestens eine Internet-Station. Die allen
KlubbesucherInnen kostenlos zugänglichen Internet-Stationen
(insgesamt gibt es derzeit 30 Stationen in den Bezirksklubs und
Seniorentreffs) wurden eingerichtet, damit auch die ältere Generation
von der Nutzung dieser modernen Medien nicht ausgeschlossen bleibt.
o Seit 2001 wurden für derartige bauliche Verbesserungen in den zehn Seniorentreffs und anderen externen Bezirksklublokalen rd. 2,6 Mio Euro (exkl. USt) aus den jeweiligen Bezirksbudgetmitteln investiert. Der Gesamtaufwand der Pensionistenklubs im Jahr 2005 betrug 12,5 Mio Euro inkl. Personalkosten für 440 MitarbeiterInnen.
Im Rahmen einer Qualifizierungsoffensive wurden alle 400
KlubbetreuerInnen, die für viele BesucherInnen oft die einzigen
regelmäßigen AnsprechpartnerInnen im Alltag sind, intensiv geschult,
unter anderem absolvierten sie Kreativ- und Spiele-Workshops,
Einführung in die Validation oder die Ausbildung zum
Nordic-Walking-Guide.
Die Entwicklung der Besucherzahlen
Um die "Bezirksklubs" noch besser bekannt zu machen, wurden
Werbemaßnahmen gesetzt. Der "Tag der offenen Klubtür", im Frühjahr
2005 erstmals veranstaltet, und die Aktion "Ich lade in meinen Klub
ein", bei der Klubmitglieder ihre Freunde und Bekannten mitbringen
konnten sowie Briefaktionen einiger BezirksvorsteherInnen, in denen
sie auf die Bezirksklubs aufmerksam machten, brachten einen
konstanten Anstieg der Besucherzahlen - seit 2001 um mehr als 11% auf
dzt. rd. 16.500!
Geplante weitere Verbesserungen und neue Seniorentreffs
Künftige Schwerpunkte werden mit der Organisation zeitgemäßer
Veranstaltungen und Aktivitäten, wie sie derzeit bei den Wiener
SeniorInnen auf Interesse stoßen, gesetzt, beispielsweise
Nordic-Walking-Kurse, Gesundheitsvorträge und kulturelle Highlights.
Ebenso ist die Entwicklung eines Angebotes für ältere MigrantInnen
ein Zukunftsthema. Auch der Umbau weiterer Bezirksklubs in
Seniorentreffs bleibt ein wichtiges Ziel. Erst letzten Montag wurde
z. B. im 3. Bezirk, in der Weißgerber Lände 56, Wiens zehnter
Seniorentreff eröffnet.
"Tag der offenen Klubtür" am 18. Oktober 2006
Am Nachmittag des 18. Oktobers laden nun alle 147 externen
"Bezirksklubs" zum "Tag der offenen Klubtür" anlässlich des
60jährigen Bestehens der Pensionistenklubs ein. In der Zeit von 14
bis 17 Uhr wird ein buntes Programm geboten - kennen lernen und
mitmachen ist erwünscht!
Das Programm
Die Aktivitäten dieses Nachmittags sind von Klub zu Klub
unterschiedlich. Einige Programmpunkte: Tanz und Unterhaltungsmusik,
Heuriger, Bingo, Weinverkostung, Wienerlieder, Gymnastik zum
Mitmachen und vieles mehr erwartet die BesucherInnen.
Selbstverständlich ist auch für Speis und Trank gesorgt. Sämtliche
Adressen sind entweder unter http://www.willkommen-im-klub.at/ oder
http://www.senior-in-wien.at/ abzurufen, unter der Telefonnummer 313
99/444 oder in allen Pensionisten-Wohnhäusern zu erfragen; außerdem
werden alle Örtlichkeiten mit gelben Luftballons geschmückt sein.
rk-Fotoservice: http://www.wien.at/ma53/rkfoto/
(Schluss) mh
Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Andreas Sturm
Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser
Klubdirektion
Tel.: 313 99/400/
mailto:[email protected]
http://www.willkommen-im-klub.at/
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