• 17.10.2006, 11:45:50
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Kombilohn: Hoher Bekanntheitsgrad, geringe Akzeptanz

Linz (OTS) - Eine aktuelle Umfrage des Instituts Jaksch & Partner
(Linz) unter 400 oberösterreichischen Unternehmen zeigt: das
Kombilohn-Modell genießt einen hohen Bekanntheitsgrad, wird aber kaum
in Anspruch genommen. In seiner gegenwärtigen Form können sich nur 14
% der Unternehmen vorstellen, das Kombilohn-Modell zu nutzen. 71,8 %
der Unternehmen befürworten jedoch eine Subvention des
Niedriglohnsektors.

Über 50 % der Unternehmen kennen das Kombilohn-Modell

50,1 % der Befragten gaben an, vom Kombilohn gehört zu haben. Der
Bekanntheitsgrad der Eingliederungsbeihilfe ComeBack wurde hingegen
mit nur 29,9 % angegeben. Dennoch stehen den heuer bislang 17 Fällen
von Kombilohn-Förderungen in Oberösterreich knapp 4000 Fälle von
ComeBack-Förderungen gegenüber. Der Bekanntheitsgrad des Kombilohns
resultiert in erster Linie aus den Medien (70,1 %) aus Informationen
des Arbeitsmarktservice (21,4 %) und der Wirtschaftskammer (8,5 %).

14 % könnten sich Kombilohn-Förderung vorstellen, wenn ...

14 % jener Betriebe, die bereits vom Kombilohn-Modell gehört
haben, könnten sich vorstellen, diese Förderung in Anspruch zu
nehmen. Die großen oberösterreichischen Betriebe wissen über das
Kombilohn-Modell am besten Bescheid, sind daran jedoch am geringsten
interessiert. Befragt man Personalverantwortliche, warum der
Kombilohn für sie nicht in Frage kommt, begründet dies ein Viertel
mit dem derzeit fehlenden Personalbedarf, 23 % mit der Tatsache, dass
sie darüber zu wenig wissen und 16 % damit, dass das Kombilohn-Modell
derzeit nur für wenig qualifizierte Arbeitskräfte gewährt wird.

Öffentliche Subventionen für Löhne statt existenzsichernde
Entlohnung?

Nahezu drei Viertel der befragten Personalverantwortlichen
sprechen sich dafür aus, dass öffentliche Mittel Unternehmen und
Arbeitskräften zur Verfügung gestellt werden, um Arbeitsaufnahmen im
Niedriglohnsektor zu ermöglichen. Sollte das Kombilohn-Modell nicht
nur auf Langzeitbeschäftigungslose, sondern auch auf andere
Personengruppen angewendet werden, so würden dies 48 % der Befragten
begrüßen.

"Der breite Wunsch von Personalverantwortlichen nach
Lohnsubventionen wirft die Frage auf, ob die Sozialpartner sich
anschicken, die Verantwortung für existenzsichernde Einkünfte aus
Lohnarbeit zum Teil an die öffentliche Hand abzugeben. Auch die
Diskussion um die Grundsicherung scheint ein Indiz für eine
Verschiebung der Verantwortung für eine existenzsichernde Versorgung
zum Staat hin zu sein", zeigt sich Landesgeschäftsführer Roman
Obrovski überrascht über die hohe Akzeptanz der Lohnsubvention unter
den Personalverantwortlichen.

Andere Prioritäten

Rund ein Viertel des AMS-Förderbudgets in Oberösterreich geht
bereits an Betriebe. Die dafür verwendete Summe beträgt heuer bis
Ende September Euro 23,2 Mio.

Für das eigene Unternehmen und für den Arbeitsmarkt wird das
derzeitige Kombilohn-Modell im Vergleich mit anderen Förderangeboten
des AMS freilich als nicht besonders wichtig beurteilt. Die
wichtigsten Förderangebote des AMS aus Sicht der Unternehmen sind die
Lehrstellenförderung, die Qualifizierung Beschäftigter und die
Eingliederungsbeihilfe ComeBack.

Rückfragehinweis:
Arbeitsmarktservice OÖ
Mag. Sigrid Prentner, 0732/6963 DW 20231
Mag. Christine Dürrer-Roittner, DW 20210
mailto:Sigrid.Prentner@ams.at bzw
mailto:Christine.Duerrer-Roittner@ams.at

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