• 13.10.2006, 18:49:12
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Gusenbauer: "Der schwerste Tag in meinem Leben"

Im Interview mit "Österreich" spricht SPÖ-Chef über Tod seines Vaters und erste Verhandlungen mit ÖVP

Wien (OTS) - "Für mich persönlich war es der schwerste Tag meines
Lebens", sagt SPÖ-Parteichef Alfred Gusenbauer im Interview mit der
Tageszeitung "Österreich" zum ersten Verhandlungstag der
Regierungsbildung.Gusenbauer bestätigt gegenüber "Österreich", dass
er die Nacht vor dem Verhandlungsstart am Krankenbett seines Vaters
verbracht habe, der um 4 Uhr früh verstorben ist. Gusenbauer in
"Österreich": "Ich habe natürlich überlegt, ob ich in dieser
Situation die Regierungsverhandlungen nicht besser bleiben lassen
soll, aber ich bin in der Pflicht der Wähler, die eine rasche
Regierungsbildung wollen, da konnte ich den ersten Tag nicht platzen
lassen."

In der ersten Verhandlung mit Schüssel sei er "überrascht gewesen,
dass die ÖVP nicht über sachliche Dinge reden wollte und meinte, es
muss zuerst die Vergangenheit aufgearbeitet werden." Gusenbauer in
"Österreich": "Es ist nicht schlecht, wenn die Vergangenheit einmal
bereinigt wird. Nur muss das dazu führen, dass ab dem nächsten Mal
dann wirklich vernünftig verhandelt wird."

Gusenbauers Resumee des ersten Verhandlungstages in "Österreich".
"Der erste Tag hat schlecht begonnen. Aber wenn er dazu beiträgt,
dass wir ab Dienstag die Substanz verhandeln können, hat er sein
Gutes. Nur: Die persönlichen Befindlichkeiten müssen jetzt erledigt
sein. Sonst wird so mancher die persönliche Befindlichkeit der Wähler
kennenlernen."

Zur ÖVP-Forderung, auf Einsetzung eines
Eurofighter-Untersuchungsausschusses zu verzichten, sagt Gusenbauer
in "Österreich": "Kommt nicht in Frage. Selbst wenn mir der
Eurofighter-Vertrag jetzt vorliegt, steht fest: Der U-Ausschuss wird
auf jeden Fall stattfinden. Er ist eine Vorbereitung auf die Zukunft.
Nämlich: Wie kommen wir aus dem Vertrag heraus."

Auf Gesamtschule und Grundsicherung will Gusenbauer in den
Koalitionsgesprächen bestehen: "Nicht von heute auf morgen aber als
langfristiges Ziel."

Zur Frage, ob er beim Scheitern der Verhandlungen eine
Minderheitsregierung bilden würde, meint Gusenbauer in "Österreich":
"Eine Minderheitsregierung kommt nicht in Frage, weil der Auftrag des
Bundespräsidenten ein anderer ist. Ich habe vom Bundespräsidenten den
Auftrag, eine stabile Regierung zu bilden. Und zwar bis Weihnachten."

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