• 13.10.2006, 11:04:02
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Barrieren behindern blinde und sehbehinderte Menschen

Österr. Blindenverband zum int. "Tag des weißen Stocks"

Der Österreichische Blinden- und Sehbehindertenverband (ÖBSV) - als größte österreichweite Interessensvertretung und Selbsthilfeorganisation von betroffenen Menschen -  fordert daher am Tag des weißen Stockes mehr Aufmerksamkeit und Maßnahmen zum Abbau dieser Barrieren.

Wien (OTS) - Blinde und sehbehinderte Menschen sind nach wie vor
mit Barrieren konfrontiert: mit realen baulichen, mit virtuellen und
mit solchen in den Köpfen der Leute. Der Österreichische Blinden- und
Sehbehindertenverband (ÖBSV) - als größte österreichweite
Interessensvertretung und Selbsthilfeorganisation von betroffenen
Menschen - fordert daher am Tag des weißen Stockes mehr
Aufmerksamkeit und Maßnahmen zum Abbau dieser Barrieren.

Am 15. Oktober 2006 begeht der Österreichische Blinden- und
Sehbehindertenverband (ÖBSV) den "Tag des weißen Stocks". Am selben
Tag ím Jahre 1964 übergab der damalige US-Präsident Johnson im Rahmen
eines vielbeachteten symbolischen Akts weiße Langstöcke an Blinde, um
auf den Beginn der systematischen Ausbildung Blinder im
Mobilitätstraining hinzuweisen.

Seither nutzen Blindenorganisationen in aller Welt diesen
speziellen Tag, um auf die besonderen Lebensumstände betroffener
Menschen aufmerksam zu machen. Der weiße Stock ist Orientierungshilfe
und Verkehrsschutzmittel. Er wird seit den 30er Jahren des letzten
Jahrhunderts mit weißem Anstrich benutzt, denn schon damals war die
Gefährdung blinder Menschen durch den Autoverkehr evident. Der weiße
Stock gibt stark sehbeeinträchtigten Menschen ein hohes Maß an
Mobilität und Selbstbestimmtheit. Zwar ist die barrierefreie
Gestaltung des öffentlichen Raumes und der Zugang zu öffentlichen
Verkehrsmitteln in den letzten Jahren verbessert worden: "Aber nach
wie vor gibt es viele Hindernisse, die für blinde und sehbehinderte
Menschen sogar eine erhebliche Gefahrenquelle bedeuten können",
betont ÖBSV-Präsident Klaus Martini.

Hindernisse auf Gehsteigen

Die Zunahme fest installierter Hindernisse wie Fahrradständer,
Straßenschilder oder Citylights machen ein Fortkommen auf Gehsteigen
immer schwieriger. Nur auf vertrauten Wegen können sich
sehbeeinträchtigte Menschen diesen "Hindernislauf" gut einprägen.
Blindenampeln erleichtern zwar die Orientierung auf der Straße
ungemein. Aber was tun, wenn vor der Ampel ein Fahrradweg
vorbeiführt? Dann wird allein der Weg zur Gehsteigkante schon zum
Hürdenlauf. Und das Vorantasten mit dem Blindenstock kann auch für
Fahrradfahrer gefährlich werden.

Forderungen des ÖBSV

Daher fordert der ÖBSV den Ausbau des taktilen Leitsystems im
öffentlichen Verkehr und vor allem in und zu öffentlichen Gebäuden,
sowie von akustischen Blindenampeln. Viele Alltagsprobleme von
blinden Personen könnten durch bauliche Maßnahmen und Vorschriften
behoben werden, wie etwa die Kennzeichnung von freistehenden Treppen,
die Absicherung von Glasflächen durch Kontraststreifen oder der Abbau
des Schilderwaldes und von Werbetafeln auf Gehsteigen.

Virtuelle Barrieren

Sogar das normale Alltagsleben ist für Betroffene abenteuerlich,
denn: "Barrieren können nicht nur baulicher, sondern auch virtueller
Natur sein. Das Internet ist zum Beispiel für Vorlesegeräte nur
selten barrierefrei," erklärt Präsident Klaus Martini. Der ÖBSV
kümmert sich daher um die Anliegen betroffener Menschen durch
vielfältige Angebote: "Wir bieten auch mit www.derdurchblick.at ein
barrierefreies Internetportal," berichtet Präsident Martini. Neben
vielfältigen Entertainmentangeboten, der einzigen barrierefreien
Community Österreichs, den Leitartikeln der Tageszeitungen (durch
eine Kooperation mit APA OTS) und viel Wissenswertem rund um die
Themen "Sehen und Blindheit" kann auf dieser Internetseite auch der
bekannte Augenexperte Doz. Dr. Stefan Egger aus der Salzburger
Landesaugenklinik in einer "Digitalen Sprechstunde" befragt werden.
Erblindung und Sehbehinderung werden meist von Krankheiten wie der
altersabhängigen Makuladegeneration, dem Glaukom oder Diabetischer
Retinopathie verursacht: "Suchen Sie bei ersten Anzeichen von
Sehstörungen ehestmöglich einen Augenarzt auf, im Frühstadium gibt es
bei vielen Augenerkrankungen gute Heilungschancen," betont Doz. Dr.
Egger.

Moderne Hilfsmittel

Betroffen von Blindheit und Sehbehinderung sind zum überwiegenden
Teil ältere Menschen. Gerade für diese Zielgruppe gibt es
mittlerweile viele technische Hilfsmittel, die z.B. Sehbehinderten
das Leben deutlich erleichtern können. So sind neben speziellen
Lupenbrillen und Vergrößerungsgeräten neuerdings auch Handys mit
übergroßem Display und sehr großer Tastatur erhältlich.

Zahlen & Fakten

In Österreich liegt der Anteil von Menschen mit einer
Sehbeeinträchtigung bei 43,4 Prozent. Das heißt, fast jeder zweite
Mensch hat einen Sehfehler. Allerdings kann der Großteil dieser
Sehbeeinträchtigungen operativ behoben bzw. durch Brillen oder
Kontaktlinsen verbessert werden. Über 400.000 Menschen leben mit
einer nicht mehr behebbaren Sehbeeinträchtigung.
Aufgrund des immer höheren Durchschnittsalters wird diese Zahl in den
nächsten Jahren noch stark ansteigen. Rund 10.000 Menschen sind an
beiden Augen blind.

Die Telekom Austria ist Hauptsponsor des ÖBSV.

Bild(er) zu dieser Meldung finden Sie im AOM/Original Bild Service,
sowie im APA-OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:

Mag. Dr. Rainer Kavalir
   Pressereferent ÖBSV
   Mobil: 0664/140 11 77
   E-Mail: [email protected]
   www.derdurchblick.at

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