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Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Wenn die Sonne im Osten versinkt (von Gabi Russwurm-Biro)

Ausgabe 13. Oktober 2006

Klagenfurt (OTS) - Willkommen im Club der Atommächte, könnte die
Internationale Gemeinschaft zu Nordkorea sagen. Der letzte
Außenposten des Kommunismus hat es "dem Westen" gezeigt. Wir haben
sie, die Bombe! Ob klein oder groß, wir mischen mit. Bevor noch die
genauen Umstände der Atombombentests wissenschaftlich geklärt werden
können, überschlagen sich die politisch-militärischen Auswirkungen.
Seit Jahren lebt Nordkorea in völliger Isolation. Nun hat es
eindeutig zu verstehen gegeben: Wir machen Ernst, koste es uns, was
es wolle. Die Furcht vor Instabilität im so verletzlichen asiatischen
Staatenklima überschattet alles andere. Diktator Kim Jong-il hat
nicht anders gehandelt als die Atommächte Indien und Pakistan. Sie
haben keinen Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet und jegliche Kritik
überstanden.
Die Kollateralschäden jener irrationalen Machtdemonstration beträfen
aber die restliche Welt. Die Atombombe soll Schutz bieten und dem
verarmten Nordkorea zu Ansehen verhelfen. Sanktionen können nichts
verändern. Druck von internationaler Seite wird nichts bewirken, hat
dieser Staat doch kaum Beziehungen zur Außenwelt. Nur China kann das
Ruder herumreißen, denn ohne Öl und Lebensmittel aus dem Land des
Lächelns kann Nordkorea nicht überleben, und die Sonne im Osten
versinkt ...

Rückfragehinweis:
Kärntner Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
mailto:[email protected]

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