• 12.10.2006, 10:17:20
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FORMAT: AUA-Bordbetriebsrats-Chef im FORMAT-Interview: "Kein Streik geplant."

"Bin kein Vertreter der größten Gewalt, sondern einer des besten Arguments"- "Stehen zur Kapitalerhöhung"

Wien (OTS) - In einem Exklusiv-Interview für die morgen, Freitag,
erscheinende Ausgabe des Wirtschaftsmagazins FORMAT erklärt der
AUA-Bordbetriebsrats-Chef Wolfgang Hable, dass kein Arbeitskampf
geplant sei. "Ich bin kein Vertreter der größten Gewalt, sondern
einer des besten Argumentes", so Hable gegenüber dem Magazin. Zu
einem "Machtkampf" mit AUA-Chef Alfred Ötsch sagte Hable, dass er
Ötsch nicht als Mensch, sondern als Vorstandsvorsitzenden der AUA
kritisiere. Hable: "Ich habe mit Ötsch kein Problem. Er hat
allerdings die falschen Einflüsterer, die schon in der Vergangenheit
den Konflikt zwischen dem Management und den Piloten geschürt haben."

Über den Vorwurf, die Piloten würden mit ihrem Widerstand gegen
Sparmaßnahmen beim Personal die anstehende Kapitalerhöhung gefährden,
sagte Hable: "Es hat mich gewundert, dass Ötsch ausgerechnet in
dieser Phase einen Konflikt mit dem Personal vom Zaun bricht. Wir
stehen zur Kapitalerhöhung. Wir nehmen es trotzdem nicht schweigend
hin, wenn offensichtliche Fehler gemacht werden."

Hable übt in der Sache weiter harte Kritik am Management: "Auf
Vollbeschäftigungen herunter gerechnet kosten AUA-Mitarbeiter 59.200
Euro pro Jahr, Swiss-Mitarbeiter 70.600. Wir haben also kein
Kosten-Problem, sondern ein Auslastungsproblem, das aus
Management-Fehlern resultiert. Wir bauen erst jetzt mehr
Business-Class-Sitze ein, und zwar solche, die die Lufthansa schon
wieder ausbaut. Wir haben acht Flotten, während die Swiss nur drei
hat. Da hätte längst gehandelt werden müssen. Und dann die schweren
Fehler beim Kerosin-Hedging. Hätte das Managment zeitgerecht
gehandelt, hätten wir 2004 achtzig Millionen Euro gespart und heuer
sogar 300."

Wie FORMAT weiter berichtet, ist der bisherige Knackpunkt bei den
Verhandlungen zwischen Management und Piloten bereits vom Tisch: Die
drei Fokker 70 der AUA sollten zur Tyrolean (Austrian Arrows)
wechseln, wo das fliegende Personal schlechtere Kollektivverträge
vorgefunden hätten. Deshalb waren die Gespräche geplatzt. Nun werden
die Fokker-Flotten zwar zusammen gelegt, Piloten und Flugbegleiter
bleiben aber bei der AUA, weshalb sich für sie nichts ändert.

Verhandlungen laufen laut FORMAT noch über die Zukunft von 132
Flugbegleiterinnen, deren befristete Verträge jetzt nicht verlängert
werden sollen. Laut FORMAT wird an einer Lösung gearbeitet, in deren
Rahmen die betroffenen AUA-Mitarbeiter, ihr Einverständnis
vorausgesetzt, zur Tyrolean wechseln oder am Boden eingesetzt werden
sollen.

Nach Meinung der Belegschaftsvertreter dürfte indes bei den Piloten
zu keinen Kündigungen kommen, schreibt FORMAT. Laut dem Magazin seien
die ursprünglich vom Management genannten zahlen falsch berechnet
gewesen. Zudem hätten bereits zahlreiche Piloten Abwerbungsangebote
in der Tasche, und seien bereit, bei entsprechender Abfertigung zu
gehen. Dazu Hable: "Europa steuert auf einen Pilotenmangel zu. Es ist
zu befürchten, dass es bei der AUA-Belegschaft nun zu einer Erosion
kommt."

Rückfragehinweis:
Format Wirtschaft
Tel.: (01) 217 55/4149 Bernhard Salomon

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