• 11.10.2006, 09:46:05
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Adolf Frohner: "Jeder wirft seinen eigenen Schatten"

Bilder und Skulpturen aus 40 Jahren sind in Eisenstadt in der Burgenländischen Landesgalerie, der "Galerie 1990" und dem ORF-Landesstudio Burgenland zu sehen

"Zwiegesang", Mischtechnik, Collage auf Papier/Holz montiert, 2003

Eisenstadt (OTS) - Ein echtes Kunst-Mega-Event geht ab 17. Oktober
2006 in Eisenstadt über die Bühne: Gleich an drei Orten gleichzeitig
werden in der burgenländischen Landeshauptstadt Bilder und Skulpturen
des renommierten österreichischen Künstlers Adolf Frohner zu sehen
sein. Die Vernissage der Ausstellung "Jeder wirft seinen eigenen
Schatten" findet um 19.00 in der Burgenländische Landesgalerie durch
Kulturlandesrat Helmut Bieler statt. Bereits vorher wird der Künstler
persönlich ab 17.30 Uhr im ORF-Landesstudio Burgenland die dort
gezeigten Bilder näher vorstellen und ab 21.00 Uhr geht’s von der
Landesgalerie weiter in die "Galerie 1990" wo ebenfalls Frohners
Tafelbilder und Skulpturen besichtigt werden können. Die Ausstellung
von Adolf Frohner in der Landesgalerie umfasst einen Zeitraum von 40
Jahren künstlerischen Schaffens und sind hier bis zum 13. November
2006 zu sehen. Zur Ausstellung wird es auch einen Katalog geben.

Angefangen hat der Autodidakt Adolf Frohner bei Cézanne, dann
wurde er vom Sog des Tachismus und Aktionismus erfasst, schuf
Gerümpelplastiken und experimentierte mit sperrigen Stoffen, wie
Matratzenhaar. Langsam löste sich aus dem Material wieder so etwas
wie "Figur" heraus, Dubuffet trat in Frohners Blickfeld, das "art
brut"-Phänomen, und entdeckte die Ästhetik des Hässlichen. Er pflegt
eine Art düsteren Expressionismus und die Menschen, die er darstellt,
sind keine Schönheiten.

Seine Stärke sind schräge Ansichten von schrägen Leuten und
manchmal sind seine Arbeiten amorph geheimnisvoll. Es haftet an ihnen
noch der Geruch von "Unten", aus dem sie dämonisch herausstiegen.
Bedingt durch seine Konsequenz, seine Hingabe und das Eintreten für
das Schwache, hat er Hässlichkeit nicht nur marktfähig gemacht,
sondern schärfte den Blick für das Schöne des Alltags, das fernab der
Illustriertenromantik gedeiht. Er ist aufmerksamer Beobachter und
Visualisierer dessen, was auch anderen auffällt. Die seinen Bildern
adäquate Betrachtungsweise ist kritisch-wohlwollend, anregend und
verständnisvoll.

Illustriertenlesern oder Playboy-Konsumenten wird aber das, was
Frohner aus ihren Idolen macht, ohnedies nicht gefallen können, so
eine kurze Charakterisierung der Kunst von Adolf Frohner.
Der 1934 in Inzersdorf bei Wien geborene Adolf Frohner zählt heute zu
den bedeutendsten figurativen Malern der Gegenwart. Von 1954 bis 1958
war er Gasthörer an der Akademie der bildenden Künste in Wien und
gehörte zu den Wegbereitern des Wiener Aktionismus. Zusammen mit
Hermann Nitsch und Otto Mühl fand im Jahr 1962 die
"Einmauerungsaktion" statt, bei der die Künstler drei Tage lang in
einem Keller ohne Nahrung schöpferisch tätig waren. Seit diesen
frühen 60er Jahren werden die Werke Frohners in wichtigen Galerien
und Museen der Welt gezeigt, so u.a. bei der Biennale in Venedig
(1970) und 1993 im Künstlerhaus in Wien. 1972 wird Frohner als
Professor an die Hochschule für angewandte Kunst berufen, wo er 1987
zum Dekan und von 1989-1991 zum Prorektor gewählt wurde. Neben seiner
künstlerischen Tätigkeit betätigte sich Frohner immer wieder auch als
Kunstkritiker. Der Künstler, der heute in Wien und Niederösterreich
lebt, wurde durch zahlreiche internationale Preise, u.a. den großen
Ehrenpreis der Grafik Biennale Lüttich 1969 und den Preis der Grafik
Biennale Buenos Aires 1971 ausgezeichnet. 1972 erhielt er den
Österreichischen Staatspreis und 1999 wurde der Künstler mit dem
Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst geehrt. Nach
seiner ersten aktionistischen Werkphase und den Materialbildern, hat
sich Frohner immer mehr auf die reine Malerei und auf Zeichnungen
konzentriert. Die Themen seiner Bilder, hauptsächlich gefesselte und
vergewaltigte Frauen als Sinnbilder der Gewalt, erinnern aber
weiterhin an seine Anfänge im Aktionismus.

Bild(er) zu dieser Meldung finden Sie im AOM/Original Bild Service,
sowie im APA-OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
Dr. Rudolf GÖTZ
Burgenländische Landesgalerie
Tel.: +43 2682 600 DW 3607
e-mail: [email protected]

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