Gescheiterte Revolution - 50 Jahre Ungarn-Aufstand: ein Ö1-Programmschwerpunkt

Wien (OTS) - Seit einigen Jahren verfolgt Ö1 erfolgreich die Strategie, seinem Publikum Staaten in der näheren und ferneren Nachbarschaft in Form von Schwerpunktwochen näher zu bringen. 2006 präsentiert Ö1 anlässlich des 50. Jahrestages der Revolution in Ungarn einen Schwerpunkt mit 14 Sendungen, die von 16. bis 28. Oktober das Programm bestimmen.

"Ungarn 1956 - Der Aufstand" steht auf dem Programm der vierteiligen "Radiokolleg"-Reihe von 16. bis 19. Oktober, jeweils um 9.05 Uhr (Wh.: 22.15 Uhr). Die Ereignisse im Herbst 1956 in Ungarn wurden je nach Standpunkt als nationale Erhebung, Revolution, Konterrevolution oder Freiheitskampf bewertet. Verursacht von der in Ungarn besonders drückenden Endphase des Stalinismus, kam es zu einem großen nationalen Aufstand. Die Rote Armee zog ab, aber sie kam wieder, als Imre Nagy Ungarns Austritt aus dem Warschauer Pakt proklamierte. Die blutige Niederschlagung des Aufstands hatte eine Fluchtwelle in den Westen zur Folge

Unter dem Titel "Wie man die Zukunft baut" geht es am 17. Oktober in "Zeit-Ton" (23.05 Uhr) um die Arbeit des "Budapest Music Center" für die zeitgenössischen Musiker Ungarns.

"Oktober 1956: Keine Chance für die Freiheit - keine Chance für Ungarn" ist das Thema des "Salzburger Nachtstudios" am 18. Oktober (21.01 Uhr). In dieser Sendung wird ein Bogen über den Zeitraum von 1953 bis 1963 gespannt - also beginnend mit der Periode der Reform des kommunistischen Systems, über den Aufstand bis hin zur Vergeltung durch das von der Sowjetunion eingesetzte Kádárregime. Zeitzeugen wie die Historiker György Litván und Péter Kende, der nach der Wende 1989 erste demokratisch gewählte liberale Präsident Árpád Göncz, der christlich-liberale Parlamentarier und seinerzeitige Studentenführer Imre Mécs, der Ökonom András Nagy sowie der Künstler und damalige Soproner Studentenführer Alpár Bujdosó und der Historiker Manfried Rauchensteiner analysieren die Ereignisse jener Jahre.

Am 21. Oktober ist in "Diagonal" ab 17.05 Uhr ein "Stadtporträt Budapest. Die größte Stadt Zentraleuropas" zu hören. Ein Fünftel aller Ungarn wohnt in Budapest. So wie Wien hat die ungarische Hauptstadt 23 Bezirke, ist aber mit 525 Quadratkilometern und 1,8 Millionen Einwohnern größer als Wien, Prag oder Mailand. Die Donau fließt mitten durch die Stadt und an ihrem Ufer entstehen neue schicke Appartementanlagen, Wohn- und Bürotürme sowie Kulturbauten. An die Jahre des Kommunismus erinnert das "Haus des Terrors" im ehemaligen Hauptquartier der Staatssicherheit und der reichlich skurrile Statuenpark im Süden der Stadt, wo sozialistisch-realistische Skulpturen aufbewahrt werden.

Am 22. Oktober stehen drei Ö1-Sendungen ganz im Zeichen Ungarns:
die "Erfüllte Zeit" (7.05 Uhr) mit einem "Porträt der ungarischen Gemeinde in Wien", das Ö1-Kulturquiz "gehört.gewusst" (13.10 Uhr, live aus dem ORF KulturCafe) und ab 19.05 Uhr die "Motive" mit einem "Porträt der reformierten Gemeinde in Oberwart".

Von 23. bis 27. Oktober (jeweils um 17.55 Uhr) spricht der Historiker Béla Rásky in "Betrifft: Geschichte" über "Der Ungarn-Aufstand von 1956": Wie alles begann und wie es endete (1), Flucht und Gefängnis, Vergessen und Verzeihen (2), Die Sicht von außen (3), Orte der Erinnerung, Orte der Gewalt (4), Vom Umgang mit der Geschichte (5).

Am 23. Oktober steht "Budapest: Das Haus des Terrors" im Mittelpunkt des "Journal-Panorama" (18.25 Uhr) und "Praxis" (21.30 Uhr) beschäftigt sich mit "Die Rolle der Kirche im Ungarn-Aufstand".

Die "Dimensionen" am 24. Oktober ab 19.05 Uhr begeben sich auf die Spuren des "Collegium Budapest". 1992, drei Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, wurde das Collegium Budapest als Stätte der theoretischen Forschung und des internationalen wissenschaftlichen Austausches gegründet. Die Initiative dazu kam vom Wissenschaftskolleg zu Berlin und wurde bald von diversen europäischen nationalen Akademien der Wissenschaft sowie privaten Fonds aus dem Westen unterstützt. Der Gründungsinitiator, das Wissenschaftskolleg Berlin, wurde selbst nach dem Vorbild des Institute for Advanced Study in Princeton modelliert - weshalb sich dass Collegium Budapest nun als "Enkel" Princetons sieht. Was aus so einer Ahnenreihe werden kann, wird in dieser Sendung präsentiert.

In der "Jazztime" werden am 24. Oktober ab 21.30 Uhr "Die Jazz-Keller von Budapest" vorgestellt. Zu hören ist ein Rückblick auf eine Jazzszene, die seit dem Zweiten Weltkrieg so herausragende Musiker hervorgebracht hat wie den Gitarristen Attila Zoller, Vorbild für zahlreiche jüngere Kollegen wie Pat Metheny, oder den fulminanten "Paganini des Kontrabass", den kürzlich verstorbenen Aladár Pege.

"Das Loch in der Fahne. Die Revolution in Ungarn 1956" lautet der Titel der "Hörbilder Spezial" am 26. Oktober ab 10.05 Uhr. Beim Volksaufstand in Ungarn im Herbst des Jahres 1956 haben rund 2700 Ungarn ihr Leben verloren, an die 200.000 Menschen sind in den darauf folgenden Monaten aus dem Land geflüchtet. Österreich war für die Flüchtlinge erstes Asyl. Etwa 15.000 "56er-Ungarn" sind hier geblieben. Ein halbes Jahrhundert später erinnern sich emigrierte Flüchtlinge und Zeitzeugen, darunter ein Ehepaar aus der "Ungarnsiedlung" in Wien-Floridsdorf, ein - einst illegaler -ehemaliger Jesuit, ein Pressekorrespondent, eine Psychiaterin adeliger Herkunft und ein Grafiker, die beide damals noch zur Schule gingen, an den spontanen Freiheitskampf.

Den Abschluss des Ö1-Schwerpunktes macht die "Hörspiel-Galerie" am 28. Oktober (14.00 Uhr). Árpád Göncz beschäftigt sich in seinem Werk "Bilanz" mit dem ungarischen Aufstand von 1956 und seinen Folgen, nachgezeichnet anhand der Schicksale zweier Menschen - eines Liebespaares, das durch die politischen Ereignisse getrennt wurde. In der ORF-Produktion aus dem Jahr 1992 sprechen Elisabeth Orth und Peter Uray, Regie: Frank Michael Weber, Übersetzung und Bearbeitung:
Georg Kövary. Nähere Informationen zum Programm von Österreich 1 sind im Internet unter http://oe1.ORF.at abrufbar.(ih)

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