• 09.10.2006, 10:16:43
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Gescheiterte Revolution - 50 Jahre Ungarn-Aufstand: ein Ö1-Programmschwerpunkt

Wien (OTS) - Seit einigen Jahren verfolgt Ö1 erfolgreich die
Strategie, seinem Publikum Staaten in der näheren und ferneren
Nachbarschaft in Form von Schwerpunktwochen näher zu bringen. 2006
präsentiert Ö1 anlässlich des 50. Jahrestages der Revolution in
Ungarn einen Schwerpunkt mit 14 Sendungen, die von 16. bis 28.
Oktober das Programm bestimmen.

"Ungarn 1956 - Der Aufstand" steht auf dem Programm der
vierteiligen "Radiokolleg"-Reihe von 16. bis 19. Oktober, jeweils um
9.05 Uhr (Wh.: 22.15 Uhr). Die Ereignisse im Herbst 1956 in Ungarn
wurden je nach Standpunkt als nationale Erhebung, Revolution,
Konterrevolution oder Freiheitskampf bewertet. Verursacht von der in
Ungarn besonders drückenden Endphase des Stalinismus, kam es zu einem
großen nationalen Aufstand. Die Rote Armee zog ab, aber sie kam
wieder, als Imre Nagy Ungarns Austritt aus dem Warschauer Pakt
proklamierte. Die blutige Niederschlagung des Aufstands hatte eine
Fluchtwelle in den Westen zur Folge

Unter dem Titel "Wie man die Zukunft baut" geht es am 17. Oktober
in "Zeit-Ton" (23.05 Uhr) um die Arbeit des "Budapest Music Center"
für die zeitgenössischen Musiker Ungarns.

"Oktober 1956: Keine Chance für die Freiheit - keine Chance für
Ungarn" ist das Thema des "Salzburger Nachtstudios" am 18. Oktober
(21.01 Uhr). In dieser Sendung wird ein Bogen über den Zeitraum von
1953 bis 1963 gespannt - also beginnend mit der Periode der Reform
des kommunistischen Systems, über den Aufstand bis hin zur Vergeltung
durch das von der Sowjetunion eingesetzte Kádárregime. Zeitzeugen wie
die Historiker György Litván und Péter Kende, der nach der Wende 1989
erste demokratisch gewählte liberale Präsident Árpád Göncz, der
christlich-liberale Parlamentarier und seinerzeitige Studentenführer
Imre Mécs, der Ökonom András Nagy sowie der Künstler und damalige
Soproner Studentenführer Alpár Bujdosó und der Historiker Manfried
Rauchensteiner analysieren die Ereignisse jener Jahre.

Am 21. Oktober ist in "Diagonal" ab 17.05 Uhr ein "Stadtporträt
Budapest. Die größte Stadt Zentraleuropas" zu hören. Ein Fünftel
aller Ungarn wohnt in Budapest. So wie Wien hat die ungarische
Hauptstadt 23 Bezirke, ist aber mit 525 Quadratkilometern und 1,8
Millionen Einwohnern größer als Wien, Prag oder Mailand. Die Donau
fließt mitten durch die Stadt und an ihrem Ufer entstehen neue
schicke Appartementanlagen, Wohn- und Bürotürme sowie Kulturbauten.
An die Jahre des Kommunismus erinnert das "Haus des Terrors" im
ehemaligen Hauptquartier der Staatssicherheit und der reichlich
skurrile Statuenpark im Süden der Stadt, wo
sozialistisch-realistische Skulpturen aufbewahrt werden.

Am 22. Oktober stehen drei Ö1-Sendungen ganz im Zeichen Ungarns:
die "Erfüllte Zeit" (7.05 Uhr) mit einem "Porträt der ungarischen
Gemeinde in Wien", das Ö1-Kulturquiz "gehört.gewusst" (13.10 Uhr,
live aus dem ORF KulturCafe) und ab 19.05 Uhr die "Motive" mit einem
"Porträt der reformierten Gemeinde in Oberwart".

Von 23. bis 27. Oktober (jeweils um 17.55 Uhr) spricht der
Historiker Béla Rásky in "Betrifft: Geschichte" über "Der
Ungarn-Aufstand von 1956": Wie alles begann und wie es endete (1),
Flucht und Gefängnis, Vergessen und Verzeihen (2), Die Sicht von
außen (3), Orte der Erinnerung, Orte der Gewalt (4), Vom Umgang mit
der Geschichte (5).

Am 23. Oktober steht "Budapest: Das Haus des Terrors" im
Mittelpunkt des "Journal-Panorama" (18.25 Uhr) und "Praxis" (21.30
Uhr) beschäftigt sich mit "Die Rolle der Kirche im Ungarn-Aufstand".

Die "Dimensionen" am 24. Oktober ab 19.05 Uhr begeben sich auf die
Spuren des "Collegium Budapest". 1992, drei Jahre nach dem Fall des
Eisernen Vorhangs, wurde das Collegium Budapest als Stätte der
theoretischen Forschung und des internationalen wissenschaftlichen
Austausches gegründet. Die Initiative dazu kam vom
Wissenschaftskolleg zu Berlin und wurde bald von diversen
europäischen nationalen Akademien der Wissenschaft sowie privaten
Fonds aus dem Westen unterstützt. Der Gründungsinitiator, das
Wissenschaftskolleg Berlin, wurde selbst nach dem Vorbild des
Institute for Advanced Study in Princeton modelliert - weshalb sich
dass Collegium Budapest nun als "Enkel" Princetons sieht. Was aus so
einer Ahnenreihe werden kann, wird in dieser Sendung präsentiert.

In der "Jazztime" werden am 24. Oktober ab 21.30 Uhr "Die
Jazz-Keller von Budapest" vorgestellt. Zu hören ist ein Rückblick auf
eine Jazzszene, die seit dem Zweiten Weltkrieg so herausragende
Musiker hervorgebracht hat wie den Gitarristen Attila Zoller, Vorbild
für zahlreiche jüngere Kollegen wie Pat Metheny, oder den fulminanten
"Paganini des Kontrabass", den kürzlich verstorbenen Aladár Pege.

"Das Loch in der Fahne. Die Revolution in Ungarn 1956" lautet der
Titel der "Hörbilder Spezial" am 26. Oktober ab 10.05 Uhr. Beim
Volksaufstand in Ungarn im Herbst des Jahres 1956 haben rund 2700
Ungarn ihr Leben verloren, an die 200.000 Menschen sind in den darauf
folgenden Monaten aus dem Land geflüchtet. Österreich war für die
Flüchtlinge erstes Asyl. Etwa 15.000 "56er-Ungarn" sind hier
geblieben. Ein halbes Jahrhundert später erinnern sich emigrierte
Flüchtlinge und Zeitzeugen, darunter ein Ehepaar aus der
"Ungarnsiedlung" in Wien-Floridsdorf, ein - einst illegaler -
ehemaliger Jesuit, ein Pressekorrespondent, eine Psychiaterin
adeliger Herkunft und ein Grafiker, die beide damals noch zur Schule
gingen, an den spontanen Freiheitskampf.

Den Abschluss des Ö1-Schwerpunktes macht die "Hörspiel-Galerie" am
28. Oktober (14.00 Uhr). Árpád Göncz beschäftigt sich in seinem Werk
"Bilanz" mit dem ungarischen Aufstand von 1956 und seinen Folgen,
nachgezeichnet anhand der Schicksale zweier Menschen - eines
Liebespaares, das durch die politischen Ereignisse getrennt wurde. In
der ORF-Produktion aus dem Jahr 1992 sprechen Elisabeth Orth und
Peter Uray, Regie: Frank Michael Weber, Übersetzung und Bearbeitung:
Georg Kövary. Nähere Informationen zum Programm von Österreich 1 sind
im Internet unter http://oe1.ORF.at abrufbar.(ih)

Rückfragehinweis:
ORF Radio Öffentlichkeitsarbeit
Isabella Henke
Tel.: (01) 501 01/18050
mailto:[email protected]
http://oe1.ORF.at

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