Die Physiotherapie ist 90 Jahre alt

Jubiläumsfeier im Wiener AKH

Wien (OTS) - Am Freitag wurde im Wiener AKH im Beisein von Gemeinderätin Marianne Klicka das 90jährige Jubiläum der Physiotherapie in Wien gefeiert. Im Rahmen der Veranstaltung wurden anhand einer Diashow Beruf und Ausbildung seit 1916 beleuchtet. Eine Ausstellung zum Thema sowie historische Exponate geben Einblick in diese Berufssparte und deren Wandel im Laufe der Zeit.

SpezialistInnen des menschlichen Bewegungssystems

PhysiotherapeutInnen nehmen sich angeborener oder erworbener Störungen des Bewegungssystems an. Zu ihren PatientInnen zählen z.B. Menschen nach Unfällen, mit orthopädischen und neurologischen Erkrankungen. Die speziell ausgebildeten BewegungstherapeutInnen betreuen Menschen jeder Altersgruppe - Säuglinge und Kinder mit Auffälligkeiten in der Bewegungsentwicklung ebenso wie Menschen mit Funktionsstörungen im hohen Alter. Seit 90 Jahren sind sie somit unverzichtbare Partner in der medizinischen Betreuung der Bevölkerung.

Das Berufsbild hat sich im Laufe der Jahre stark verändert. Standen zu Beginn eher passive Maßnahmen wie die Behandlung mit Wärme und Strom im Vordergrund, liegt heute der Schwerpunkt auf aktiver Bewegungstherapie. "Die PhysiotherapeutInnen haben sich zu SpezialistInnen des menschlichen Bewegungssystems etabliert", erzählt Christine Stelzhammer, Direktorin der Akademie für Physiotherapie am AKH.

Heute erlernen an den drei Wiener Ausbildungsstätten (AKH, Kaiser-Franz-Josef-Spital, Wilhelminenspital) jährlich etwa 120 StudentInnen den Beruf der PhysiotherapeutInnen. Das Interesse an diesem Beruf ist bis heute außerordentlich groß. Die Stadt Wien ist dabei Österreichs größter und wienweit der einzige Ausbildungsanbieter aller sieben Sparten der gehobenen medizinisch-technischen Dienste, zu denen auch die Physiotherapie zählt.

Wien als Zentrum der Entwicklung - ein geschichtlicher Rückblick

Der Beginn der Physiotherapie ist in Österreich untrennbar mit den Namen Kowarschik und Betzwarz verbunden. Der Mediziner Josef Kowarschik gründete mit Hansi Betzwarz (eine der frühen Absolventinnen) die erste Ausbildungsstätte für Physiotherapie. Zum damaligen Zeitpunkt genossen diese Ausbildung hauptsächlich Töchter aus gutem Haus.

Im einstigen Krankenhaus Lainz (heute Hietzing) wurde 1916 mit der ersten staatlich anerkannten Ausbildung für Physiotherapie in Österreich der Grundstein für einen neuen Beruf gelegt. 1943 übersiedelte diese ins Wiener Allgemeine Krankenhaus. Lange Zeit war Wien die einzige Ausbildungsstätte für Physiotherapie in ganz Österreich. In den sechzehn Jahren nach Ende des Zweiten Weltkrieges war die Ausbildungssituation nicht eindeutig geregelt. Die Physiotherapie wurde als "Spezialqualifikation" der Krankenpflege angesehen. Erst 1961 erfolgte eine gesetzliche Verankerung sämtlicher "gehobenen medizinisch-technischen Dienste", zu denen neben der Physiotherapie auch z. B. die Logopädie oder die Ergotherapie zählen.

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