- 04.10.2006, 18:59:01
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SPÖ-Politiker fordern Änderungen an der ÖBB-Spitze
"Reithofer ist ein Ablösekandidat, Martin Huber unbedingt in Frage zu stellen"
Wien (OTS) - SPÖ-Politiker gehen nach gewonnener Wahl jetzt auf
Kollisionskurs in Sachen ÖBB. Sie wollen die Strukturreform der Bahn
rückgängig machen und fordern in diesem Zusammenhang auch personelle
Konsequenzen. Eine geänderte Struktur würde auch weniger Vorstände
und Aufsichtsräte mit sich bringen, sagt SPÖ-Verkehrssprecher Kurt
Eder zu ÖSTERREICH: "Man könnte die Postenschacherei beenden. Manche
Aufsichtsräte blockieren sowieso nur." Noch schärfer formuliert
SPÖ-Rechnungshofsprecher Günther Kräuter, der sich auch mit
Infrastruktur beschäftigt: "Man muss sich bei den ÖBB von einigen
Taugenichtsen trennen. Keiner braucht 78 Aufsichtsräte im
ÖBB-Konzern. Der war nur noch ein Betätigungsfeld fürs BZÖ."
Kräuter nennt ÖSTERREICH gegenüber auch Namen, die der SPÖ ein
Dorn im Auge sind: "ÖBB-Aufsichtsrats-Präsident Wolfgang Reithofer
ist ein Ablösekandidat. Der Aufsichtsrat hat zuwenig Kontrolle
ausgeübt und die ÖBB-Skandale zugedeckt." Personenverkehrsvorstand
Stefan Wehinger sei "gleich in mehrere davon verwickelt". Und für
Kräuter ist auch "ÖBB-Boss Martin Huber unbedingt in Frage zu
stellen, weil unter ihm eine Serie von Skandalen und Hoppalas
passiert ist." Eder nennt auch den Consulter Fredmund Malik,
Aufsichtsratschef im Personenverkehr.
Einig sind sich die beiden, dass die Bahnreform wieder reformiert
werden muss. Eder sagt zu ÖSTERREICH: "Wir haben ein fix fertiges
Konzept in der Schublade. Wir wollen die ÖBB so strukturieren, dass
die Holding-Chefs ein Durchgriffsrecht haben." Konkret: Die vier
operativen Aktiengesellschaften, die gerade geschaffen wurden, sollen
in GmbHs mit viel weniger Eigenständigkeit umgewandelt werden: für
Personen- und Güterverkehr sowie Infrastruktur.
Das sieht auch Wilhelm Haberzettl so, der mächtige Chef der
Eisenbahnergewerkschaft: "Das Gesetz muss geändert werden, die
Bahnreform ist gescheitert und verschlingt Unsummen." Haberzettl
sitzt seit gestern im SP-Team für die Koalitionsverhandlungen und
wird dort auf die Durchsetzung der ÖBB-Thematik drängen.
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