Unvernetzte bleiben langsamer

Prämierte Forschungsarbeit: Verbindungsproteine des Zellskeletts spielen Schlüsselrolle bei der Zellbewegung

Wien (OTS) - Neue Forschungsergebnisse aus den Max F. Perutz Laboratories (MFPL) in Wien zeigen, dass die Familie der sogenannte "Zytolinkerproteine" einen wichtigen Einfluss auf die Beweglichkeit von Immunzellen haben.

Für ihre Arbeit wurde am Montag die Zellbiologin Christina Abrahamsberg mit dem Forschungspreis der Österreichischen Gesellschaft für Genetik und Gentechnologie (ÖGGGT) ausgezeichnet. Dieser mit 2.500 Euro dotierte Preis ist von der Firma THP-Medical Products gesponsert und wurde im Rahmen der internationalen, gemeinsamen Konferenz der ÖGGGT, der Österreichischen Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (ÖGBM), der Österreichischen Gesellschaft für Biotechnologie (ÖGBT), und des Austrian Network for Gene Therapy (ANGT) in Salzburg verliehen.

Zellen bewegen sich mit Hilfe des Zellskeletts, einem Netzwerk aus unterschiedlichen Proteinfasern. Diese Proteinfasern müssen durch Verbindungsmoleküle, die "Zytolinker", miteinander vernetzt werden, damit die Zelle ausreichend stabil ist und sich dennoch bewegen kann. Wenn solche Vernetzungen gestört sind, kommt es zu schwerwiegenden Erkrankungen, die sich in Form von Hautblasen und Muskelschwund äußern.

In einer Veröffentlichung in der renommierten wissenschaftlichen Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS 102(51):18449-54) beschreiben Christina Abrahamsberg und Kollegen (unter der Leitung von Prof. Gerhard Wiche, MFPL) erstmals, dass eine Variante des Zytolinkerproteins Plectin für die Beweglichkeit von bestimmten Immunzelltypen essentiell ist. Fehlt diese Plectinvariante, so führt dies zu einer verminderten Beweglichkeit dieser Zellen. Dies wurde sowohl in Experimenten in Zellkultur als auch während der Wundheilung gezeigt.

"Diese Plectinvariante spielt bei der Wundheilung eine wichtige Rolle und beeinflusst die Zellbewegung von Immunzellen. Für uns ist es sehr wichtig, die Mechanismen der Zellbewegung zu verstehen, da die Aktivität und Wanderung von Immunzellen bei chronisch entzündlichen Erkrankungen, wie z.B. Asthma oder Neurodermitis fehlgeleitet sind. Nur die genaue Kenntnis der grundlegenden Mechanismen kann zu maßgeschneiderten Therapieansätzen gegen diese Krankheiten führen" meint die prämierte Wissenschafterin. Daher sind die möglichen zusätzlichen Funktionen dieser Plectinvariante in Immunzellen Gegenstand weiterer Forschungen der jungen Wissenschafterin.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Christina Abrahamsberg
Max F. Perutz Laboratories
Departement für Molekulare Zellbiologie
Universität Wien
Tel.: +43-1-4277/52855
Fax: +43-1-4277/52854
christina.abrahamsberg@univie.ac.at
http://www.mfpl.ac.at

Österreichischen Gesellschaft für Genetik und
Gentechnologie (ÖGGGT)
Univ.-Prof. Dr. Heribert Hirt
Max F. Perutz Laboratories
Departement für Pflanzenmolekularbiologie
Universität Wien
Tel.: +43-1-4277/54612
Fax: +43-1-4277/9546
heribert.hirt@univie.ac.at
http://www.heribert-hirt.at
http://www.oegggt.at

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