ÖAMTC-Reifensymposium: Der Abschied vom fünften Rad am Wagen

Neue Technologien verhindern Unfallgefahren durch Reifenschäden

Wien (OTS) - Der Reifen ist die einzige Verbindung zwischen
Fahrzeug und Straße. "Geht dieser Verbindung im wahrsten Sinn des Wortes 'die Luft aus', ist das mit einigen Gefahren verbunden", erklärt ÖAMTC-Präsident Werner Kraus. Das vierte Symposium "Reifen und Fahrwerk" beschäftigt sich mit dem Thema der "Extended Mobility". Experten aus der Reifen- und Fahrzeugbranche referieren über Systeme zur Verhinderung von Pannen sowie Technologien, die bei Reifenschäden eine Weiterfahrt ermöglichen. "Die Erhöhung von Sicherheit und Mobilität ist eines der wichtigsten Entwicklungsziele im heutigen Kraftfahrzeugbau. Ein Ziel, dem auch der ÖAMTC verpflichtet ist, und das er durch Veranstaltungen wie diese aktiv unterstützt", so Kraus.

Martin Berg, Geschäftsführer der Semperit Reifen Ges.m.b.H., geht mit dieser Zielsetzung konform: "Das Symposium, ursprünglich eine von Semperit initiierte Veranstaltung, entstand aus der Zusammenarbeit von universitärer Forschung und der Verpflichtung zur konstanten Sicherheitsverbesserung der Semperit Produkte."

Ein Reifenwechsel auf offener Straße ist noch immer mit Gefahren verbunden. Immer wieder kommt es zu Unfällen. Außerdem ist bei größeren Fahrzeugen ein Reifenwechsel zumeist gar nicht mehr zumutbar. Reifenschäden selbst bergen ein großes Risiko für Lenker und Mitfahrer. Alleine in den USA sterben jedes Jahr durch Unfälle nach Reifenschäden über 400 Menschen. In Deutschland kommt es aus diesem Grund jährlich zu über 1.300 Unfällen. Dabei sind Reifenplatzer und Reifenwechsel technologisch zu verhindern. Systeme wie selbstabdichtende oder selbsttragende Reifen sowie Pneus mit einem Stützring sind die Zukunft.

Trotz Luftverlusts noch mobil

Sogenannte Runflats haben eine verstärkte Seitenwand. Ohne Luft können solche Reifen bis zu einer Geschwindigkeit von 80 km/h noch mindestens 80 Kilometer weitergefahren werden. Der ÖAMTC erreichte im Rahmen seines heurigen Runflat-Reifentests sogar die doppelte Distanz. Der Weg in die nächstgelegene Werkstatt ist kein Problem mehr. Gefährliche Reifenwechsel auf der Straße gehören damit der Vergangenheit an. Solche Sicherheitsreifen gibt es schon lange. Richtig durchgesetzt haben sie sich allerdings noch nicht. Dabei ist das beste Argument für solche Systeme das Mehr an Sicherheit für den Kunden. Nicht zu vergessen die höhere Kundenfreundlichkeit im Falle einer Reifenpanne. Für Automobilhersteller ist, neben der erhöhten Sicherheit, die Frage der Kostenreduktion und der optimalen Raumausnutzung ausschlaggebend. "BMW setzt deshalb als erster Automobilhersteller weltweit auf den serienmäßigen Einsatz von Runflat-Reifen", weiß Hans-Rudolf Hein von BMW.

Notlauf-Reifensysteme mit Zukunft

"Mit einem Marktanteil von sechs Prozent in Europa hat sich die Runflat-Technik durchgesetzt", erklärt Burkhard Wies von Continental. Für den Experten gibt es trotz der bewiesenermaßen großen Vorteile noch Verbesserungspotenzial. Neben dem Preis sind besonders das höhere Gewicht, der Rollwiderstand und der Verlust an Komfort Nachteile, an der die Reifenindustrie und Fahrzeughersteller weiter intensiv arbeiten werden.

"Das Ziel muss es sein, Lösungen zur Verfügung zu stellen, die auf das jeweilige Fahrzeug und den Kundenkreis abgestimmt sind", so Frank Klempau von DaimlerChrysler. Die verschiedensten Konzepte sollen dem Kunden neben maximaler Sicherheit auch möglichst hohen Komfort ermöglichen. Besonders bei Limousinen und SUVs ist der Fahrkomfort ein wichtiger Aspekt. Hier bieten selbstdichtende Reifen (Self-Sealing-Reifen) eine interessante Möglichkeit. Diese Pneus können Schäden bis zu einem Lochdurchmesser von fünf Millimeter abdichten, ohne dass Luft aus dem Reifen entweicht.

Elektronische Kontrollsysteme verhindern eine Reifenpanne

Durch den verstärkten Einsatz von Elektronik im Fahrzeug wird der Fahrer zunehmend unterstützt. Um Reifenpannen bereits in einem frühen Stadium zu verhindern, stehen Kontroll- und Regeleinrichtungen des Reifendrucks zur Verfügung. "Ein luftloser Runflat-Reifen ist nur schwer zu erkennen und bei einer Geradeausfahrt merkt man kaum Unterschiede. Runflats dürfen daher nur auf Fahrzeugen mit Reifendruck-Kontrollsystemen montiert werden", erklärt ÖAMTC-Reifenexperte Friedrich Eppel. Für den Club ist eine automatische Reifendruckkontrolle für alle Fahrzeuge eine Notwendigkeit. "Unser Hauptziel muss die Gewährleistung sicherer Mobilität für alle Verkehrsteilnehmer sein. Sicherheitserhöhende Zukunftstechnologien sollen sich möglichst rasch verbreiten", sagt Eppel.

In den Vereinigten Staaten befasst sich die National Highway Traffic Safety Association (NHTSA) intensiv mit dem Thema. Durch den Einsatz von Reifendruckkontrollsystemen soll die Zahl der Unfälle aufgrund von Reifenschäden deutlich gesenkt werden. Ab September 2007 müssen alle neuen Fahrzeuge in den USA mit einem Tire Pressure Monitoring System (TPMS) ausgerüstet sein.

Viertes Symposium Reifen und Fahrwerk

Das Symposium "Reifen und Fahrwerk" zum Thema "Extended Mobility -Abschied vom fünften Rad am Wagen" wird vom ÖAMTC mit Unterstützung der Semperit Reifen Ges.m.b.H. und des Instituts für Verbrennungskraftmaschinen und Kraftfahrzeugbau der Technischen Universität Wien (IVK) organisiert. Die Veranstaltung findet mittlerweile zum vierten Mal statt. Sie hat sich damit als Informations-Drehscheibe für Innovationen auf dem Reifen- und Fahrwerkssektor etabliert.

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