• 02.10.2006, 10:13:32
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ÖAMTC-Reifensymposium: Der Abschied vom fünften Rad am Wagen

Neue Technologien verhindern Unfallgefahren durch Reifenschäden

Wien (OTS) - Der Reifen ist die einzige Verbindung zwischen
Fahrzeug und Straße. "Geht dieser Verbindung im wahrsten Sinn des
Wortes 'die Luft aus', ist das mit einigen Gefahren verbunden",
erklärt ÖAMTC-Präsident Werner Kraus. Das vierte Symposium "Reifen
und Fahrwerk" beschäftigt sich mit dem Thema der "Extended Mobility".
Experten aus der Reifen- und Fahrzeugbranche referieren über Systeme
zur Verhinderung von Pannen sowie Technologien, die bei Reifenschäden
eine Weiterfahrt ermöglichen. "Die Erhöhung von Sicherheit und
Mobilität ist eines der wichtigsten Entwicklungsziele im heutigen
Kraftfahrzeugbau. Ein Ziel, dem auch der ÖAMTC verpflichtet ist, und
das er durch Veranstaltungen wie diese aktiv unterstützt", so Kraus.

Martin Berg, Geschäftsführer der Semperit Reifen Ges.m.b.H., geht mit
dieser Zielsetzung konform: "Das Symposium, ursprünglich eine von
Semperit initiierte Veranstaltung, entstand aus der Zusammenarbeit
von universitärer Forschung und der Verpflichtung zur konstanten
Sicherheitsverbesserung der Semperit Produkte."

Ein Reifenwechsel auf offener Straße ist noch immer mit Gefahren
verbunden. Immer wieder kommt es zu Unfällen. Außerdem ist bei
größeren Fahrzeugen ein Reifenwechsel zumeist gar nicht mehr
zumutbar. Reifenschäden selbst bergen ein großes Risiko für Lenker
und Mitfahrer. Alleine in den USA sterben jedes Jahr durch Unfälle
nach Reifenschäden über 400 Menschen. In Deutschland kommt es aus
diesem Grund jährlich zu über 1.300 Unfällen. Dabei sind
Reifenplatzer und Reifenwechsel technologisch zu verhindern. Systeme
wie selbstabdichtende oder selbsttragende Reifen sowie Pneus mit
einem Stützring sind die Zukunft.

Trotz Luftverlusts noch mobil

Sogenannte Runflats haben eine verstärkte Seitenwand. Ohne Luft
können solche Reifen bis zu einer Geschwindigkeit von 80 km/h noch
mindestens 80 Kilometer weitergefahren werden. Der ÖAMTC erreichte
im Rahmen seines heurigen Runflat-Reifentests sogar die doppelte
Distanz. Der Weg in die nächstgelegene Werkstatt ist kein Problem
mehr. Gefährliche Reifenwechsel auf der Straße gehören damit der
Vergangenheit an. Solche Sicherheitsreifen gibt es schon lange.
Richtig durchgesetzt haben sie sich allerdings noch nicht. Dabei ist
das beste Argument für solche Systeme das Mehr an Sicherheit für den
Kunden. Nicht zu vergessen die höhere Kundenfreundlichkeit im Falle
einer Reifenpanne. Für Automobilhersteller ist, neben der erhöhten
Sicherheit, die Frage der Kostenreduktion und der optimalen
Raumausnutzung ausschlaggebend. "BMW setzt deshalb als erster
Automobilhersteller weltweit auf den serienmäßigen Einsatz von
Runflat-Reifen", weiß Hans-Rudolf Hein von BMW.

Notlauf-Reifensysteme mit Zukunft

"Mit einem Marktanteil von sechs Prozent in Europa hat sich die
Runflat-Technik durchgesetzt", erklärt Burkhard Wies von Continental.
Für den Experten gibt es trotz der bewiesenermaßen großen Vorteile
noch Verbesserungspotenzial. Neben dem Preis sind besonders das
höhere Gewicht, der Rollwiderstand und der Verlust an Komfort
Nachteile, an der die Reifenindustrie und Fahrzeughersteller weiter
intensiv arbeiten werden.

"Das Ziel muss es sein, Lösungen zur Verfügung zu stellen, die auf
das jeweilige Fahrzeug und den Kundenkreis abgestimmt sind", so Frank
Klempau von DaimlerChrysler. Die verschiedensten Konzepte sollen dem
Kunden neben maximaler Sicherheit auch möglichst hohen Komfort
ermöglichen. Besonders bei Limousinen und SUVs ist der Fahrkomfort
ein wichtiger Aspekt. Hier bieten selbstdichtende Reifen
(Self-Sealing-Reifen) eine interessante Möglichkeit. Diese Pneus
können Schäden bis zu einem Lochdurchmesser von fünf Millimeter
abdichten, ohne dass Luft aus dem Reifen entweicht.

Elektronische Kontrollsysteme verhindern eine Reifenpanne

Durch den verstärkten Einsatz von Elektronik im Fahrzeug wird der
Fahrer zunehmend unterstützt. Um Reifenpannen bereits in einem frühen
Stadium zu verhindern, stehen Kontroll- und Regeleinrichtungen des
Reifendrucks zur Verfügung. "Ein luftloser Runflat-Reifen ist nur
schwer zu erkennen und bei einer Geradeausfahrt merkt man kaum
Unterschiede. Runflats dürfen daher nur auf Fahrzeugen mit
Reifendruck-Kontrollsystemen montiert werden", erklärt
ÖAMTC-Reifenexperte Friedrich Eppel. Für den Club ist eine
automatische Reifendruckkontrolle für alle Fahrzeuge eine
Notwendigkeit. "Unser Hauptziel muss die Gewährleistung sicherer
Mobilität für alle Verkehrsteilnehmer sein. Sicherheitserhöhende
Zukunftstechnologien sollen sich möglichst rasch verbreiten", sagt
Eppel.

In den Vereinigten Staaten befasst sich die National Highway Traffic
Safety Association (NHTSA) intensiv mit dem Thema. Durch den Einsatz
von Reifendruckkontrollsystemen soll die Zahl der Unfälle aufgrund
von Reifenschäden deutlich gesenkt werden. Ab September 2007 müssen
alle neuen Fahrzeuge in den USA mit einem Tire Pressure Monitoring
System (TPMS) ausgerüstet sein.

Viertes Symposium Reifen und Fahrwerk

Das Symposium "Reifen und Fahrwerk" zum Thema "Extended Mobility -
Abschied vom fünften Rad am Wagen" wird vom ÖAMTC mit Unterstützung
der Semperit Reifen Ges.m.b.H. und des Instituts für
Verbrennungskraftmaschinen und Kraftfahrzeugbau der Technischen
Universität Wien (IVK) organisiert. Die Veranstaltung findet
mittlerweile zum vierten Mal statt. Sie hat sich damit als
Informations-Drehscheibe für Innovationen auf dem Reifen- und
Fahrwerkssektor etabliert.

(Schluss)

Rückfragehinweis:
ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Thomas Schweighofer
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
mailto:[email protected]
http://www.oeamtc.at

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