• 29.09.2006, 12:14:19
  • /
  • OTS0175 OTW0175

Kuntzl: Schule gratis, war einmal!

Wiener SPÖ-Spitzenkandidatin übt scharfe Kritik am Bildungssystem

Wien (SPW) - "De facto sind wichtige Bildungsaufgaben bereits
privatisiert und der finanziellen Belastbarkeit der Eltern
überlassen. Jeder 10. Volksschüler, jeder 6. Hauptschüler und sogar
jeder 4. Schüler einer AHS Oberstufe braucht bereits Nachhilfe!",
kritisierte die Wiener SPÖ-Spitzenkandidatin, Nr-Abg. Andrea Kuntzl
am Freitag die unerträglichen Zustände an den Schulen.****

"Nachhilfe gehört also bereits zum System! 140 Millionen Euro
jährlich geben Eltern für Nachhilfe aus - wenn sie es sich leisten
können. Wer nicht zahlen kann, fliegt! Das ist die Kurzformel für ein
System, in dem nur mehr Kinder durchkommen, deren Eltern privat in
die Tasche greifen können", so Kuntzl gebenüber dem Pressedienst der
SPÖ Wien.

Es sei klar, dass damit nicht nur individuell Lebenschancen
beschnitten werden, sondern auch massenweise Talent und Fähigkeit
ausgemustert werden, weil es nicht mehr so funktioniere, dass diese
zuerst einmal erkannt und dann auch gefördert werden würden. "Selbst
in den Volksschulen müssen viele Schüler bereits Nachhilfe erhalten.
Ein Zeichen dafür, dass unter den derzeitigen eingeschränkten
Bedingungen - mit überfüllten Klassen und zu wenig Förderunterricht -
der Einstieg ins Lernen nicht mehr klappt", so Kuntzl.

Laut der AK betreuen 85 Prozent der Eltern von Pflichtschülern ihre
Kinder zusätzlich bei den Hausaufgaben, die Hälfte davon täglich.
Kuntzl: "Das ist eine Aufgabe, die viele Eltern aus Zeit- oder
Bildungsgründen nicht leisten können. Wir haben also bereits eine
Situation, in der wichtige Bereiche der Grundbildung nicht mehr in
öffentlicher Verantwortung wahrgenommen, sondern privatisiert werden.
Eine besorgniserregende Entwicklung und das Gegenteil dessen, was
seit je das bildungspolitische Credo der Sozialdemokratie war: Freie
Bildung für alle!".

Um diese Probleme endlich lösen zu können, müsse die Lernbetreuung
und die individuelle Förderung wieder in der Schule stattfinden und
die Entscheidung über Bildungs- und Lebenswege möglichst spät
getroffen werden. "Das ist nur mit einer gemeinsamen Grundschule der
6 bis 14-Jährigen mit ausreichender Nachmittagsbetreuung möglich",
betonte die Spitzenkandidatin abschließend. (Schluss) nk

Rückfragehinweis:
Pressedienst der SPÖ-Wien
Tel.: ++43/ 01/ 53 427-222
mailto:[email protected]
http://www.wien.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | DSW

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel