Häupl/Rieder: Startschuss für U2-Ausbau Richtung Aspern

U2-Verlängerung geht in die nächste Bauphase: Ab Ende 2010 fährt die U2 dann auch vom Stadion bis Aspernstraße

Wien (OTS) - Bürgermeister Dr. Michael Häupl und Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder gaben am Donnerstag den Startschuss für den nächsten Ausbauschritt bei der Verlängerung der U2. Mit diesem Spatenstich beginnen die Arbeiten am Streckenabschnitt vom Stadion bis zur Aspernstraße im 22. Bezirk. Auf dem rund fünf Kilometer langen Teilstück, das in Hochlage geführt wird, werden insgesamt sechs Stationen gebaut, unter anderem die Station Stadlau als Umsteigeknoten zu den Bahnlinien der ÖBB. Auch das zweitgrößte Krankenhaus Wiens - das SMZ-Ost - erhält eine eigene Station. Ende 2010 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Die Donaustadt - sie ist mit über 146.000 Einwohnern der an Bevölkerung zweitreichste Bezirk Wiens - wird dann neben der U1 bereits mit der zweiten U-Bahn-Linie erschlossen. In die Errichtung dieses U2-Teilabschnittes investieren die Wiener Linien insgesamt rund 490 Millionen Euro. Die Gesamtkosten für die komplette Verlängerung der U2 vom Schottenring bis Aspernstraße betragen rund 1,3 Milliarden Euro. Mit diesem Großprojekt setzt die Stadt Wien den Ausbau des U-Bahn-Netzes konsequent fort. Bereits im September erfolgte die Eröffnung der neuen U1-Verlängerungsstrecke bis Leopoldau. Auch die Arbeiten am ersten Bauabschnitt der U2-Verlängerung vom Schottentor bis Stadion laufen planmäßig und werden rechtzeitig vor der Fußball-Europameisterschaft im Jahr 2008 abgeschlossen sein.****

U-Bahn-Bau: Milliardenprojekt, das Arbeitsplätze sichert und die Wirtschaft ankurbelt

Der U-Bahn-Bau bringt nicht nur eine massive Verbesserung der Qualität des öffentlichen Verkehrs, sondern ist auch ein entscheidender Faktor für die Wiener Wirtschaft, der das Wachstum fördert und Arbeitsplätze sichert. Rund sieben Milliarden Euro, das sind durchschnittlich rund 190 Millionen Euro jährlich, wurden seit Beginn des U-Bahn-Baus in 66 U-Bahn-Kilometer, fast 700 U-Bahn-Wagen, 90 Stationen, moderne Aufzüge, Rolltreppen und die technische Infrastruktur investiert. Fast 1.000 Firmen aus Bauwirtschaft und Industrie haben davon enorm profitiert.

Laut einer Untersuchung des Österreichischen Wirtschaftsforschungsinstituts - WIFO kann pro investierten 72,6 Millionen Euro von ca. 1500 Beschäftigten bzw. gesicherten Arbeitsplätzen ausgegangen werden. Das heißt, durch den U-Bahn-Bau wurden und werden jährlich rund 5.000 Arbeitsplätze geschaffen bzw. gesichert. Insgesamt hat der Wiener U-Bahn-Bau in den vergangenen Jahrzehnten rund 120.000 Jahresarbeitsplätze garantiert. Und allein mit dem Investment von 1,3 Milliarden Euro in die Verlängerung der U2 - Wiens derzeit größtes Infrastrukturprojekt - werden über die gesamte Bauzeit bis 2010 rund 24.000 Arbeitsplätze erhalten oder geschaffen.

Mit der U2 vom Stadion über die Donau bis nach Aspern

Der neue Teilabschnitt beginnt nach der Station Stadion und wird auf einer Hochstrecke - sozusagen im 1.Stock - bis zur neuen Endstelle in der Aspernstraße geführt. Dabei wird auch die Donau gequert, und zwar auf der bereits Ende der 90er Jahre gebauten Donaustadtbrücke. Sechs Stationen werden insgesamt entlang des fünf Kilometer langen Abschnittes errichtet.

Nach dem Stadion erreicht die U-Bahn die neue U2-Station Donaumarina, in deren Nahbereich auch ein großes Bürozentrum mit über 10.000 Arbeitsplätzen - das entspricht der Bevölkerungszahl von Eisenstadt - entstehen wird. In Folge überquert die U-Bahn die bereits im Jahr 1996/1997 gebaute Donaustadtbrücke (Schrägseilbrücke mit einer Masthöhe von 85m). Diese Brücke wurde bereits damals so konstruiert, dass später eine Querung mit der U-Bahn technisch problemlos möglich ist. Die U-Bahn ist damit parallel zur Süd-Ost-Tangente unterwegs und wirbt so auch in Sichtweite staugeplagter Autofahrer um neue Kunden für den öffentlichen Verkehr. Nach Querung der Brücke wird auf der anderen Seite der Donau die Station Donaustadtbrücke erreicht.

Die Station Donaustadtbrücke erschließt das Freizeitparadies Alte und Neue Donau. Damit ist die U2 nach der U1 und der U6 die dritte U-Bahn-Linie Wiens, die die Donau überquert und einen direkten Zugang zur Donauinsel ermöglicht.

Die nächste U-Bahn-Station Stadlau ist als optimale Umsteigestation zu den Bahnlinien der ÖBB konzipiert. Damit wird dem Gedanken des Schienenverbundes, also der Verknüpfung von überregionalen Zügen der ÖBB mit den regionalen U-Bahn-Zügen Wiens, voll entsprochen. Mit der Station Stadlau gibt es damit zehn solcher Knotenpunkte zwischen U-Bahn und ÖBB - Schnellbahn
(U1: Praterstern und Leopoldau, U3: Westbahnhof und Simmering, U4:
Hütteldorf, Landstrasse und Spittelau, U6: Philadelphiabrücke und Floridsdorf).

Die folgende Station Hardeggasse führt direkt in ein bestehendes Wohngebiet und erhöht dadurch wesentlich die Attraktivität und Lebensqualität dieses Bereiches.

Station Donauspital wird Wiens hundertste U-Bahn-Station

Mit der nächsten Station Donauspital verfügt auch das nach dem AKH zweitgrößte Wiener Spital über einen direkten U-Bahn-Anschluss. Die Station Donauspital ist übrigens die hundertste U-Bahn-Station, die in Wien errichtet wird. Die erste U-Bahn-Station, der Karlsplatz, wurde 1978 in Betrieb genommen. 100 Stationen in rund 30 Jahren zu errichten ist eine Bilanz, die sich sehen lassen kann.

Die sechste Station und damit die vorläufige Endstelle dieser U2-Verlängerung ist die Station Aspernstraße. Damit wird in diesem Bereich die Stadtentwicklung wesentlich gefördert und ein neuer Umsteigeknoten als Verbindung mit dem Busnetz entstehen. Die Anlagen nach der Station Aspernstraße sind bereits auch für die nächste Verlängerung zum Flugfeld Aspern konzipiert.

Die gesamte Verlängerungsstrecke vom Stadion zur Aspernstraße ist 5.133 Meter lang und hat damit einen durchschnittlichen Stationsabstand von 855 Metern. Die Fahrzeit von der Aspernstraße bis zum Stadion wird neun Minuten betragen. Für eine Fahrt auf der gesamten U2-Strecke von der neuen Endstelle bis zum Karlsplatz wird man 23 Minuten benötigen. Die Fertigstellung und Eröffnung dieser zweiten Verlängerung der U2 ist in vier Jahren für Dezember 2010 geplant.

U2-Verlängerung auch im ersten Bauabschnitt voll im Plan: Eröffnung im Mai 2008 - rechtzeitig vor der Fußball-EM

Auch die anderen Arbeiten bei der U2-Verlängerung laufen erfolgreich. Im ersten Bauabschnitt vom Schottenring bis zum Stadion wird seit Sommer 2003 konsequent gebaut. Im Bereich der Hochstrecke zwischen Messe und Stadion konnten die Wiener Linien bereits im Mai 2005 die Rohbauarbeiten abschließen. Die Tunnelvortriebsarbeiten zwischen Praterstern und Messe wurden trotz eines Wassereinbruchs im September 2005 ebenfalls termingerecht beendet. Selbst im Bereich der zukünftigen Station Schottenring - hier liegen die Stationsröhren direkt unter dem Donaukanal - sind die Wiener Linien absolut im Zeitplan. Zu Verzögerungen im Baufortschritt kam es lediglich im Bauabschnitt Taborstraße. Hier haben sich zwei Hausbesitzer gegen die Untertunnelung ihrer Grundstücke gewehrt. Durch Umstellungen im Bauablauf ist es den Wiener Linien gelungen, die durch den Rechtsstreit entstandenen Verzögerungen wieder aufzufangen. Ab Mai 2008, also rechtzeitig zur Fußball-Europameisterschaft, wird man mit der U2 über die bisherige Endstelle Schottenring hinaus bis zum Ernst-Happel-Stadion fahren können.

U2-Verlängerung: Von 3,5 Kilometer heute auf 12,5 Kilometer im Jahr 2010

Die U2 ist heute auf ihrer Stammstrecke 3,5 Kilometer lang. Nach der kompletten Fertigstellung der U2-Verlängerung vom Schottenring bis Aspernstraße wird die U2 dann auf einer Strecke von 12,5 Kilometern unterwegs sein. Das Wiener U-Bahn Netz wird dann von derzeit 66 Kilometer auf insgesamt 75 Kilometer gewachsen sein und über 101 Stationen (derzeit 90 Stationen) verfügen. Sowohl die überwiegend von Jungfamilien bewohnte Donaustadt, der flächenmäßig mit Abstand größte Bezirk Wiens mit der höchsten Einwohnerzunahme in den letzen 10 Jahren, als auch die bevölkerungsstarke Leopoldstadt bekommen mit der verlängerten Linie U2 ein attraktives öffentliches Verkehrsangebot. Darüber hinaus gewinnt Wien durch den U-Bahn-Anschluss an das Ernst-Happel-Stadion, an die Freizeit- und Naherholungsbereiche Prater und Neue Donau und an die "Messe Wien" weiter an Attraktivität für Besucher und Firmen aus dem In- und Ausland.

Anhang:

Die 6 neuen U2-Stationen im Teilstück Stadion bis Aspernstraße

o Die Station Donaumarina

Diese Station liegt am rechten Donauufer im Bereich der Yachthafenanlage "Marina Wien" über den ÖBB-Gleisanlagen und dem Handelskai auf einem Brückentragwerk ca. zwölf Meter über dem Gelände und ist mit zwei Seitenbahnsteigen konzipiert. Pro Bahnsteig sind zwei Abgänge geplant. Der stadteinwärts gerichtete Hauptabgang Wehlistraße sowie der Abgang Hochwasserschutzdamm erhalten Treppen und je einen Lift zu den Seitenbahnsteigen.

o Die Station Donaustadtbrücke

Mit dieser am linken Donauufer gelegenen Station wird ein neuer Anknüpfungspunkt des öffentlichen Verkehrs an die Donauinsel geschaffen. Sie liegt unmittelbar nach der Donaustadtbrücke 13 Meter über der Donauuferautobahn A22. Von den Seitenbahnsteigen erreicht man an beiden Enden die Abgänge Neue Donau und Am Kaisermühlendamm (Hauptabgang), die jeweils mit Treppen und Liften ausgestattet werden.

o Die Station Stadlau

Die neue U2-Station liegt auf einem Brückentragwerk etwa 13 bis 14 Meter über dem Niveau und schräg über der Schnellbahn-Trasse, der Kaisermühlenstraße und den bestehenden Sportplätzen. Sie erhält einen Mittelbahnsteig und wird vollständig eingehaust. Beim Hauptabgang Kaisermühlenstraße führen Treppen und Rolltreppen vom U-Bahn- zum S-Bahn-Bahnsteig und zum Straßengeschoß. Zwei Lifte verbinden die Geschoße. Für den Abgang Konstanziagasse sind eine Treppe und zwei Lifte vorgesehen.

o Die Station Hardeggasse

Diese Station wird nördlich des Stadlauer Friedhofs im Bereich der Kreuzung Hardeggasse/Schickgasse auf einem Brückentragwerk (ca. sieben Meter über dem Gelände) errichtet. Aus Witterungs- und Schallschutzgründen wird das Bauwerk komplett eingehaust. Es erhält einen Mittelbahnsteig und einen Mittelaufgang mit zwei Treppen und zwei Liften.

o Die Station Donauspital

Die Station liegt nördlich der Langobardenstraße auf Höhe der Tamariskengasse auf einem Brückentragwerk etwa sieben Meter über dem Niveau und wird vollständig eingehaust. Hier ist ein Mittelbahnsteig mit Endabgängen vorgesehen. Der Abgang Zschokkegasse, mit Treppen, Rolltreppen und einem Lift ausgestattet, ist für die zu erwartenden Umsteiger zur Straßenbahnlinie 26 konzipiert. Der Abgang Buchsgasse wird eine Treppe und einen Lift erhalten.

o Die Station Aspernstraße

Die vorläufige U2-Endstelle liegt nördlich bzw. unmittelbar über der Erzherzog-Karl-Straße in Hochlage (ca. sieben Meter über dem Gelände). Sie erhält einen Mittelbahnsteig mit zwei Endabgängen und einen Abgang in Stationsmitte. Auch diese Station wird vollständig eingehaust. Der Abgang Aspernstraße wird mit einer Treppe, einer aufwärts führenden Rolltreppe und einem Lift ausgestattet, für den Abgang Erzherzog-Karl-Straße Nord sind Treppen und ein Lift vorgesehen. Beide Abgänge bringen die Fahrgäste zu den Anschlüssen von voraussichtlich fünf städtischen und fünf regionalen Buslinien. Der Abgang Erzherzog-Karl-Straße Süd, der hauptsächlich das künftige Wohngebiet südlich der Erzherzog-Karl-Straße erschließen wird, erhält eine Treppe und einen Lift. Rund um die Station sind ein Einkaufszentrum, Büros und Wohnungen sowie Parkmöglichkeiten geplant. (Schluss) gaw

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